Kunst-Wochenende in Thüringen

Dank des 9-Euro-Tickets können Bahnreisende noch immer günstig durch Deutschland fahren. Warum also nicht mal einen Abstecher nach Thüringen machen? In Erfurt, Jena und Weimar lässt sich nicht nur herrlich sommerlich flanieren, sondern auch eine Menge Kunst entdecken. Wir haben ein paar Tipps für euch zusammengestellt.

Dunkle Vorahnung im Rosengarten

Im brandenburgischen Schloss Freienwalde erinnern Sophie von Hellermanns raumfüllende Wandmalereien an den ehemaligen Besitzer Walther Rathenau. Die Berliner Galerie Wentrup zeigt nun Gemälde, die zeitgleich entstanden sind und ebenfalls vom Leben des Politikers erzählen.

Warum hast du einen Bart?

Haare, aber nicht hässlich. Eine Pose, nicht unbedingt männlich. Cihan Cakmak und Moshtari Hilal inszenieren sich jenseits dessen, was zur Norm erhoben wurde. Beim Besuch der Ausstellung „Selbstähnlich“ in der Basis erinnert sich unsere Autorin an kindlichen Schmerz – sie verlässt sie gestärkt.

Faustschlag ins Gesicht

Nackte Körper, sexuelle Gewalt und sterbende Menschen. Die Bilder der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn treffen wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht. Die Ausstellung “MEINEJUDEN” im MGKSiegen erzählt von Flucht und Vertreibung, zeigt wie mutig und weitsichtig Cahns Kunst war und immer noch ist.

Über Nicht-Orte und die Einsamkeit

Der Fotograf Lukas Korschan beschäftigt sich in seinen künstlerischen Arbeiten mit “Nicht-Orten”, wie Flughäfen, Bahnhöfen, Einkaufszentren, die raum- und zeitlos erscheinen, oft besucht und doch übersehen werden. Die Ausstellung “Könnte auch woanders sein” in der ARTCO Galerie zeigt seine melancholischen und detailreichen Fotografien.

Der ewigen Jugend so nah

Die Ausstellung “Alter + Ego” in der ERES-Stiftung versammelt Skulpturen, Fotografien, Installationen und Videoarbeiten von zwanzig Künstler*innen verschiedener Genres und Jahrhunderte. Diese enorme Bandbreite an künstlerischen Positionen zeigt: Der Wunsch nach ewiger Jugend und Schönheit ist schon immer ein existenzieller gewesen.

Malerei als Protest

Sie handelt von Kriegsgeschehnissen, verbindet Vergangenheit und Literatur – die Malerei von Sabine Moritz ist inhaltlich wie formal vielfältig und entzieht sich jeglicher Kategorisierung. Anlässlich ihrer Ausstellung bei Marian Goodman in New York sprach die Künstlerin über Malerei als Protest und ihr Aufwachsen in der DDR.

Hamburg, was geht?

Im Sommer wird eines immer gebraucht und das ist Erfrischung. Die aktuellen Ausstellungen in Hamburg kennen sich damit aus. Es wird luftig leicht, Geschirr abgewaschen, ein skurriles Picknick gemacht und neben Kunst getanzt. Sechs Ausstellungstipps für einen erfrischenden Hamburg-Besuch.

Gute Laune mit Marta Vovk

Ploppt poppig auf, knallt politsch nach – Marta Vovk stellt die Klassenfrage. Mit Supermarkt-Logos verweist sie auf die Diskrepanz zwischen dem Glamour der Kunstwelt und den prekären Lebensbedingungen einer Vielzahl ihrer Akteur*innen. Wir sprechen über aufgeblasene Ernshaftigkeit und Diät-Tipps von Christian Lindner.

Allegorien der Gewalt

Überall Polizei, nirgendwo Gerechtigkeit: Die Arbeiten des Künstlers Kevin Demery könnten in ihrer bildlichen Stärke kein besseres Abbild der rassistischen Zustände in den USA geben. Derzeit sind sie in der Frankfurter Galerie Sakhile&Me zu sehen.