Päpstlicher Exorzismus

Reicht es, 6000 Päpstinnen und Päpste zu zeichnen, um die strenge Religiosität der eigenen Familie zu verarbeiten? Lea Draeger hat den Versuch gewagt und ein beeindruckendes Werk geschaffen. Das ist nun in einem alten Krematorium in den Räumen von Ebensberger zu sehen.

Heute schon Schwein gehabt?

Die Kunst von Jonas Fahrenberger kreist um die Sehnsucht nach dem schnellen Vergnügen und um das Hoffen auf das Unwahrscheinliche. Mit dem Ausstellungstitel “Glücksschwein” zeigt die Galerie Nagel Draxler seine Arbeiten erstmals in München.

Gewächs-House

Diskolicht, Bass und Bewegung – ein wirksames Glücksrezept, dem lange nicht nachgegangen werden durfte. Wie sehr es an Tanz mangelt, wird Besucher*innen von Rachel Youns “Revival” bei Soy Capitán schlagartig bewusst. Ihr auf Massagegeräten zappelndes Blumenmeer lässt das Herz mithüpfen und regt existenzielle Gedanken an.

News Feed, nur anders

Für die Eingangshalle der Neuen Nationalgalerie in Berlin hat die amerikanische Konzeptkünstlerin Barbara Kruger den gesamten Raum in einen analogen News Feed verwandelt. Die Texte, Zitate und Smileys überdecken den gesamten Boden und richten den Blick auf unseren Medienkonsum.

Bin ich schön genug?

In der pastellfarbenen Scheinwelt von Instagram-Werbeanzeigen wird eine vermeintliche Notwendigkeit der präsentierten Produkte suggeriert. Gretchen Andrew stellt sich dieser Logik entgegen, platziert ihre eigene ungewöhnliche Botschaft. In der Kölner Galerie Falko Alexander lautet sie: “I already have everything I need to be beautiful”.

Gefallene Heldenfiguren

Es ist eine kurze Bootsfahrt nach San Giorgio Maggiore, aber nur wenige Besuchende der 59. Venedig Biennale verirren sich hierher. Vorbei an der pompösen, gleichnamigen Kirche verbirgt sich in der Fondazione Giorgio Cini eines der offiziellen kollateralen Events der Biennale: Kehinde Wiley untersucht die “Archäologie der Stille”.

Die Umnachtung der Gurke

Die Romantik bietet ein belebendes, weil leicht toxisches Wechselbad der Gefühle – früher Natur und Wetter, heute eher so Plastik und Sauna. Jagoda Bednarsky und Felix Kultau schlagen mit “Nachtstücke” bei Grisebach ein eigenes schauderhaft melancholisches Kapitel auf.

Der strauchelnde Mensch

Richie Culver polarisiert, wenn er in großformatigen Schriftbildern Einblick in sein Innenleben gewährt. Seine jüngste Serie von Gemälden manifestiert die Zwiesprache mit dem eigenen Ich, die nun in einer Soloausstellung bei Ruttkowski;68 auch für das Außen erlebbar wird.

Macherinnen machen

Was passiert, wenn Kunst mit den Slogans eines kommerziellen Unternehmens beworben wird? Für ihre Homepage holzingerurbat.de eigneten sich Claudia Holzinger und Lilly Urbat den Webauftritt des Familienunternehmens Brose an. Entstanden ist eine feministische Hinterfragung der Idealvorstellung von Beruf und Berufung.

Verschwommene Erinnerungen

Die Arbeit “The Crowd. Paternò” der US-amerikanischen Fotografin Nan Goldin wird derzeit im öffentlichen Raum auf einem großen Billboard des Neuen Berliner Kunstvereins gezeigt. Der begleitende Sound vom Soundwalk Collective vermittelt die dazugehörige Atmosphäre im Herzen Berlins.