Gar nicht so störend

Covid-19, die wohl größte Krise seit Jahrzehnten, hat uns in eine unangenehme Pause versetzt. Eine erzwungene Unterbrechung, die zum Reflektieren genutzt werden kann. Dass Störungen auch Potenzial haben können, zeigt die Gruppenausstellung „Wild Frictions. Politische Poesien der Störung“ im Kunstraum Kreuzberg.

Das Problem sind wir

Die Ursache des Klimawandels sind wir, unser ständiger Konsum und die Selbstdarstellung, die wir damit füttern. Die zur Biennale in Venedig 2019 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnete Performance-Oper „Sun & Sea“ geht über eine oberflächliche Kritik der globalen Erwärmung hinaus.

Das Material als Agent

Die Künstlerin Silvia Noronha verbindet Wissenschaft und Alchemie. In ihrer Arbeit geht es darum, Zeitebenen und Reaktionsformen von Materialien aufzuzeigen. Durch die Imitation natürlicher Transformationsprozesse schafft sie Objekte, die zugleich mögliche Zukunften und vage Vergangenheiten erörtern.

Schönheit hat viele Gesichter

Sie hat als erste Woman of Color ein Vogue-Cover fotografiert und sagt den normativen Schönheitsidealen den Kampf an: Nadine Ijewere. Wie aufregend die Vielfalt aussieht, schreien ihre Bilder feierlich in die Welt hinaus. Das C/O Berlin zeigt aktuell die weltweit erste Einzelausstellung der Künstlerin.

Das Leben nach dem Tod

Sein Werk handelt von Erinnerung und Vergessen, von Zufall und Schicksal, Geschichte und dem Vergehen der Zeit. Nach seiner Einzelausstellung im vergangenen Jahr im Centre Pompidou ist das Werk von Christian Boltanski nun im Rahmen des Berliner Gallery Weekend in der Galerie Kewenig zu sehen.

Stattfinden und Stadt finden

Sich im eigenen Stadtteil als Teil der Stadt zu empfinden ist nicht selbstverständlich. Stigmatisierende Blicke kommen erschwerend hinzu. Viele Hellersdorfer:innen kennen das. Die Station urbaner Kulturen ist vor Ort und schubst mit ihren Ausstellungen die Kunstwelt des Innenstadtrings und Bewohner:innen selbst nach draußen.

O(h), müssen wir reden?

Reden ist ein Privileg. Genau so ist es die Entscheidung zum Schweigen. In seiner Einzelausstellung „WAKE“ bei Ebensperger spielt Heiner Franzen damit, Charaktere sprechen oder schweigen zu lassen. Er zeigt zudem, dass O nicht einfach nur der 15. Buchstabe unseres Alphabetes ist.