Berlin

Kaffee, Kippe, Kurzurlauben

Faulenzen am Pool mit Drinks, Pommes und Kippe. So fühlt sich Freiheit an. Oder ein “Kurzurlaub”, den Monja Gentschow auf Leinwand festgehalten hat. Die HVW8 Gallery bietet derzeit einen Ort zum kurzweiligen Entfliehen aus dem grauen Berlin und zeigt die neuesten Arbeiten der Künstlerin.

Mäusekapelle besingt Hackfleischschwan

Dominika Bednarskys keramische Tierwelt wirkt verspielt, doch eine Brutalität versteckt sich hinter rosa Wurstscheiben und Ananas. Die dekorativen Tierchen sind absurd lustig und fordern gleichzeitig dazu auf, ihr eigenes Genre zu hinterfragen. Mit “Up to no Gouda” bei Robert Grunenberg darf sich Kleinvieh austoben – so gut es eben noch kann.

Künstliche Objektophilie

Anna Nero zeigt in “Testing into Compliance” bei Feldbusch Wiesner Rudolph ihre neuesten Malereien und Keramiken. Sie könnten vieles sein: ein Plumbus von Rick & Morty, Laborutensilien oder doch eher Sexspielzeug. Die Werke fetischisieren Dinge, deren Funktion letztlich unklar bleibt und erzeugen eine Künstlichkeit wie in einem Labor.

9 Tipps für Ausstellungen in Berlin

Berlin lohnt sich: Diese Woche eröffnen neun Ausstellungen, die ihr euch keinesfalls entgehen lassen solltet. Wir empfehlen die Openings im Eigen + Art Lab, von Council+, bei Robert Grunenberg, Max Goelitz, Burster, Anton Janizewski, Feldbusch Wiesner Rudolph, Russi Klenner und Panke.

Pudding mit bitterem Nachgeschmack

In Olivia Sterlings “Dinner with a Show” gibt es neben Speisemalerei auch eine kulinarische Sittenkomödie zu bestaunen. Mithilfe cartoonesker Darstellungen setzt sich die Künstlerin mit Rassismus, Ungleichheit und Übergriffigkeit auseinander. Da kann einem das Tatar schon mal im Halse stecken bleiben.

Fiktion als Realität als Fiktion

Die Realität als Konstrukt, das von Staaten aufrechterhalten wird? In den KW beschäftigt sich Christopher Kulendran Thomas mit dem Zusammenspiel von Technologie, Wahrheit und alternativer Geschichtsschreibung. Zudem erfahren Besucher*innen viel über die Geschichte Sri Lankas und die tamilische Unabhängigkeitsbewegung.

Schraubt euch zusammen

Stahlträger, die nichts tragen. Schrauben und Muttern, die zusammenhalten. Mit “HAUS” bei Shahin Zarinbal zeigt Rachel Fäth Kunst, die sensibel mit dem Raum umgeht, ihn reflektiert und bescheiden in ihm abtaucht. Cinthia Marcelle ergänzt die Show mit einer bestechend klaren Videoarbeit.

Irritierend vertraut

Die Immersion in digitale Kunst kann eine grenzenlose Vielfalt an Welten und Denkansätzen eröffnen. Wie funktioniert die Kommunikation in einem solchen Raum, mit wem werden wir überhaupt interagieren und auf welche Art und Weise? Wir haben uns drei Ausstellungen näher angeschaut.

Gute Laune mit Olga Hohmann

Wer Olga Hohmann liest oder lesen hört, fühlt sich besser. Vielleicht darf man ihre Arbeit deswegen Feel Better Literatur nennen. Wir sprechen mit der Künstlerin über eklige Hunde-Tüten, sprechende Papageien und ihr Lieblingstier: den Menschen.

Den Engel hat’s erschlagen

Der klassische Gauner ist nicht nur eine Figur, die etwas Wirbel in die Geschichte bringt, sondern auch hin und wieder die, die mit einem gut gesetzten Seitenhieb die Moral spürbar macht. Die drei Positionen, die derzeit mit “Tricking Time” in der Holden Garage zu sehen sind, bieten den Schurken unserer Zeit eine Spielwiese.