Dunkle Vorahnung im Rosengarten

Im brandenburgischen Schloss Freienwalde erinnern Sophie von Hellermanns raumfüllende Wandmalereien an den ehemaligen Besitzer Walther Rathenau. Die Berliner Galerie Wentrup zeigt nun Gemälde, die zeitgleich entstanden sind und ebenfalls vom Leben des Politikers erzählen.

Warum hast du einen Bart?

Haare, aber nicht hässlich. Eine Pose, nicht unbedingt männlich. Cihan Cakmak und Moshtari Hilal inszenieren sich jenseits dessen, was zur Norm erhoben wurde. Beim Besuch der Ausstellung „Selbstähnlich“ in der Basis erinnert sich unsere Autorin an kindlichen Schmerz – sie verlässt sie gestärkt.

Faustschlag ins Gesicht

Nackte Körper, sexuelle Gewalt und sterbende Menschen. Die Bilder der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn treffen wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht. Die Ausstellung “MEINEJUDEN” im MGKSiegen erzählt von Flucht und Vertreibung, zeigt wie mutig und weitsichtig Cahns Kunst war und immer noch ist.

Über Nicht-Orte und die Einsamkeit

Der Fotograf Lukas Korschan beschäftigt sich in seinen künstlerischen Arbeiten mit “Nicht-Orten”, wie Flughäfen, Bahnhöfen, Einkaufszentren, die raum- und zeitlos erscheinen, oft besucht und doch übersehen werden. Die Ausstellung “Könnte auch woanders sein” in der ARTCO Galerie zeigt seine melancholischen und detailreichen Fotografien.

Der ewigen Jugend so nah

Die Ausstellung “Alter + Ego” in der ERES-Stiftung versammelt Skulpturen, Fotografien, Installationen und Videoarbeiten von zwanzig Künstler*innen verschiedener Genres und Jahrhunderte. Diese enorme Bandbreite an künstlerischen Positionen zeigt: Der Wunsch nach ewiger Jugend und Schönheit ist schon immer ein existenzieller gewesen.

Allegorien der Gewalt

Überall Polizei, nirgendwo Gerechtigkeit: Die Arbeiten des Künstlers Kevin Demery könnten in ihrer bildlichen Stärke kein besseres Abbild der rassistischen Zustände in den USA geben. Derzeit sind sie in der Frankfurter Galerie Sakhile&Me zu sehen.

Krise kann auch geil sein

Tote Vögel, dicke Bäuche und ein brennendes Stadtschloss empfangen einen in der Galerie Parterre Berlin. Die Kombination aus schimmernd, spielerisch und schrecklich verdeutlicht die altbekannte Ambivalenz zwischen schön und schlimm, hässlich und anziehend.

Der Zyklus der Wäsche

Die Ausstellung „Washing Cycle“ von Anna McCarthy in der Galerie Sperling erzählt von Refugien vor urbaner Melancholie und wuchernden Zimmerpflanzen. Die einzelnen Arbeiten verbinden sich zu einem häuslichen Setting, in dem der Kreislauf patriarchaler Wertvorstellungen nur durch Chaos durchbrochen werden kann.

Gelangweilte Yacht Club Affen

Kunst-NFTs werden kritisch beäugt. Das liegt auch daran, dass der Markt dominiert wird von Unternehmen, für die “Kunstwerk” nur ein anverwandeltes Schlagwort bei der Vermarktung von Spekulationsobjekten ist. Parade-Beispiel: die gelangweilten Affen des Bored Ape Yacht Clubs.

Im Dazwischen zuhause

Grau ist die Ausstellung im GOLD+BETON am Kölner Ebertplatz. Grau wie die Stadt, um die es geht: Troisdorf. Der Heimatort der Künstlerin Anna Ley liegt irgendwo dazwischen. Ähnlich der Ausstellung, die zwischen subjektiven Erinnerungen und objektiven Wahrzeichen changiert.