Alle Artikel von Lara Broerken

Mäusekapelle besingt Hackfleischschwan

Dominika Bednarskys keramische Tierwelt wirkt verspielt, doch eine Brutalität versteckt sich hinter rosa Wurstscheiben und Ananas. Die dekorativen Tierchen sind absurd lustig und fordern gleichzeitig dazu auf, ihr eigenes Genre zu hinterfragen. Mit “Up to no Gouda” bei Robert Grunenberg darf sich Kleinvieh austoben – so gut es eben noch kann.

Luxembourg Art Week Highlights

Die kleine Stadt, das kleines Land Luxemburg wurde vergangenes Wochenende in achter Auflage von Kunst geflutet. Der Ort wächst mit der Luxembourg Art Week über seine Landesgrenzen hinaus und lässt dank der vielfältigen Positionen Augen begeistert größer werden. Das waren unsere Highlights.

Schraubt euch zusammen

Stahlträger, die nichts tragen. Schrauben und Muttern, die zusammenhalten. Mit “HAUS” bei Shahin Zarinbal zeigt Rachel Fäth Kunst, die sensibel mit dem Raum umgeht, ihn reflektiert und bescheiden in ihm abtaucht. Cinthia Marcelle ergänzt die Show mit einer bestechend klaren Videoarbeit.

Den Engel hat’s erschlagen

Der klassische Gauner ist nicht nur eine Figur, die etwas Wirbel in die Geschichte bringt, sondern auch hin und wieder die, die mit einem gut gesetzten Seitenhieb die Moral spürbar macht. Die drei Positionen, die derzeit mit “Tricking Time” in der Holden Garage zu sehen sind, bieten den Schurken unserer Zeit eine Spielwiese.

Aufsässiges Leben in der Gezeitenzone

Sie trotzen den Gezeiten, setzen Landstreifen ihren eigenen Stempel auf und sind Minivulkane, aus denen unerwartetes Leben herausbricht. Seine Faszination für Seepocken teilt Philipp Modersohn derzeitig mit “The Selfish Shellfish” in der Galerie Guido W. Baudach. Sehr reduziert, aber pointiert werden Besucher*innen zu Fans der passiven Filtrierer.

2 Zimmer, Küche, Pollock

Kunst und Kommerz: eine wertvolle Symbiose? Eine fatale Co-Abhängigkeit? Die Ausstellungsreihe „Castle for Rent“ konfrontiert realen Ausstellungsraum mit drei virtuell begehbaren Luxusimmobilien, in der die Kunst bereits wohnt. Sie hebt die Immobilie auf ein exquisiteres Level – oder andersherum?

Hamburg, was geht?

Im Sommer wird eines immer gebraucht und das ist Erfrischung. Die aktuellen Ausstellungen in Hamburg kennen sich damit aus. Es wird luftig leicht, Geschirr abgewaschen, ein skurriles Picknick gemacht und neben Kunst getanzt. Sechs Ausstellungstipps für einen erfrischenden Hamburg-Besuch.

Der Marktwert tritt den Wünschenswert

Das Maximum rausholen, haben ist besser als brauchen, aber die Leerstelle ist auch geil – hä? Die 15 Positionen der Gruppe “Kapitalistischer Surrealismus”, die sich rund um Christian Kölbl formiert hat, vermählt sich erstmals in einer Show im Projektraum 145, feiert “Hoch-Zeit” und die ästhetischen Absurditäten des Kapitalismus.

Bilder lesen

“Berlin Childhood + The Angel of History” von Aura Rosenberg bei RL16 ist ein offenes Buch. Ihre überwiegend fotografischen, aber auch skulpturalen und filmischen Arbeiten sind immer ein Verweis auf einen Text Walter Benjamins, schalten dabei aber eine Aktualität dazu. Aus den Werken können mehrere Geschichten herausgelesen werden.

Fließen lassen

Mit 80 Prozent Wasseranteil sind unsere Körper im Kern eher flüssig als fest. Wasser ist im Fluss, Wasser lässt Grenzen verschwimmen, klammert Hierarchien aus und treibt Zyklen an. 13 Künstler*innen sind Open Berlins Einladung gefolgt, sich dem Konzept des Hydrofeminismus kreativ zu nähern.