Alle Artikel von Julia Stellmann

Wenn der Schrank lebendig wird

In der Galerie Jan Kaps besitzen die Möbel Zehen, Köpfe, Brustkörper, als ob Menschen, Tiere darin eingeschlossen wären, eins mit dem Eichenholz geworden sind. Wen würde es wundern, wenn die seltsamen Möbelstücke des Künstlerduos Daniel Dewar und Grégory Gicquel sich plötzlich bewegen, sobald sie unbeobachtet sind?

Futuristisches Ökosystem

In friedlicher Koexistenz teilen sich futuristische Wesen verschiedener Arten den Lebensraum. Die künstlerischen Positionen von Thimo Franke und Steffen Jopp lassen sich im Düsseldorfer Studio for Artistic Research klar voneinander differenzieren, aber ergänzen sich in ihrer ambivalenten Erscheinung.

Einmal Weltschmerz zum Mitnehmen

Gesichtslose Figuren lösen sich aus der Dunkelheit, sind beleuchtet wie Ikonen im Aachener Ludwig Forum. Es ist die erste Retrospektive der kubanischen Künstlerin Belkis Ayón im deutschsprachigen Raum. Eine Frau im Zentrum eines Männerbunds? Eine Schwarze Christusfigur? Ayóns Kunst enthält all das. Und noch mehr.

Verkehrte Welt

Umgekehrte Möbelstücke erzählen von einer verkehrten Welt, in der struktureller Rassismus und Gewalt noch immer an der Tagesordnung sind. Zwischen den Objekten entspinnt sich ein Dialog, der Stillgelegtes in Bewegung versetzt, Verschüttetes freilegt und eine neue Welt entwirft. Bühne frei für Dozie Kanu im Neuen Essener Kunstverein.

Wir müssen reden

Was ist Sprache? Wie treten wir in Kommunikation miteinander? Über Laute, über Gesten, über Bewegungen, letztlich mit all unseren Sinnen. In der Gruppenausstellung “Let your ( ) do the talking, eyes, knee, whatever” im Neuen Aachener Kunstverein widmen sich KünstlerInnen der Kommunikation mit und ohne Worte.

Auf den Zahn gefühlt

Johannes Bendzulla zeigt in der Galerie Petra Rinck Zähne, wenn seine Arbeiten von glänzend weißen Kauwerkzeugen durchsetzt sind. In digitale Collagen eingebaute malerische Details, vermeintliche Passepartouts und Zahnimplantate täuschen dabei Echtheit vor, fordern die gewohnte Wahrnehmung der Betrachtenden heraus.

Das Spiel mit dem Feuer

In der Langen Foundation in Neuss schlägt das Wasser Flammen, ummanteln Eiskristalle Orchideen, werfen Feuerwerkskörper Schlaglichter auf eine implodierende Realität. Wenn bei Julian Charrière selbst Brunnen Feuer tragen, entzündet sich vielleicht ein Funke, tief im Innern, der fragt: Was tun wir hier eigentlich?

Kunst-Wochenende in Thüringen

Dank des 9-Euro-Tickets können Bahnreisende noch immer günstig durch Deutschland fahren. Warum also nicht mal einen Abstecher nach Thüringen machen? In Erfurt, Jena und Weimar lässt sich nicht nur herrlich sommerlich flanieren, sondern auch eine Menge Kunst entdecken. Wir haben ein paar Tipps für euch zusammengestellt.

Faustschlag ins Gesicht

Nackte Körper, sexuelle Gewalt und sterbende Menschen. Die Bilder der Schweizer Künstlerin Miriam Cahn treffen wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht. Die Ausstellung “MEINEJUDEN” im MGKSiegen erzählt von Flucht und Vertreibung, zeigt wie mutig und weitsichtig Cahns Kunst war und immer noch ist.

Im Dazwischen zuhause

Grau ist die Ausstellung im GOLD+BETON am Kölner Ebertplatz. Grau wie die Stadt, um die es geht: Troisdorf. Der Heimatort der Künstlerin Anna Ley liegt irgendwo dazwischen. Ähnlich der Ausstellung, die zwischen subjektiven Erinnerungen und objektiven Wahrzeichen changiert.