Alle Artikel von Julia Meyer-Brehm

gallerydogs.net

Wenn Hunde sprechen könnten, wären sie mit Sicherheit die besten Kunstkritiker. Denn wer regelmäßig in Berliner Galerien unterwegs ist, trifft nicht nur oft dieselben Leute, sondern auch immer mal wieder den ein oder anderen Vierbeiner. Wir zeigen Berlins charmanteste Gallery Dogs.

Gemuschelte Nuscheln

Wie vielschichtig kann ein Zungenbrecher sein? Die Soundinstallation “The Myths and Realities of Achieving Financial Independence” bei CCA Berlin zelebriert eine englische Wortfolge. Hanne Lippard widmet sich auf spielerisch-sezierende Weise der Geschichte einer Meeresmuschelsammlerin.

Selbsterfüllende Prophezeiung

Ein Zauberspruch, drei Designklassiker und eine mystische Prophezeiung erwarten die Besucher*innen im BPA// Raum. Helin Alas seziert mit ihrer Ausstellung „Prolog“ subtil die Machtstrukturen der Kunstwelt – und lässt sich geschickt selbst darin verorten.

Bis zur Unkenntlichkeit

Reptiloide Texturen, unscheinbare Kreaturen und fantastische Auswüchse: In der Efremidis Gallery verschmelzen Tierisches und Menschliches auf wundersame Weise. In ihrer Ausstellung „Apophany!“ ist Lindsay Lawson nicht nur gewohnt politisch, sondern spielt auch mit den Zufälligkeiten.

Symptomatisch auffällig

Mit „H. S. P. (or Promising Mid-Career Woman)“ zeigt die Galeria Plan B eine herrlich minimalistische Ausstellung von Becky Beasley. Die Künstlerin begibt sich auf Spurensuche in die eigene Vergangenheit. Zwischen Pastellfarben, Postern und Perücken ist eine ungewöhnlich leise und persönliche Annäherung entstanden, die bewegt.

Das Schlimmste aus zwei Welten

Der Schinkel Pavillon entführt uns mit „HR Giger & Mire Lee“ in ein dystopisches Ambiente zwischen kühlem Raumschiff und gruseligem Kellergeschoss. Die präsentierten Arbeiten sind biomorph, schleimig und aufregend ambivalent. Sollen wir die Ausstellung nun genießen oder uns ekeln?

Über den Rand pinkeln

Verrenkt, gespreizt und akrobatisch – in Elsa Sahals Einzelausstellung “Female Factory” bei SETAREH zeigt sich, was der menschliche Körper so alles kann. Die Skulpturen der Künstlerin sind nicht nur beeindruckend schön, sondern auch angenehm provokativ. Ein spannender Blick auf Weiblichkeit und Produktivität.

Amputiert und isoliert

In seiner Einzelausstellung „Ká Quills’ Room“ im EIGEN + ART Lab zeigt Igor Hosnedl ein Ensemble aus Malerei, Skulptur und der unmittelbaren Umgebung. Der Künstler konstruiert eine aufregend verworrene Fantasiewelt, in der nichts eindeutig zu sein scheint.

Von Bienchen und Blümchen

Tatiana Defraine zeigt in der Galerie Acappella in Neapel ihre Solo-Show „FAME IS A BEE“. Die kleinformatigen Nahaufnahmen zeigen Frauen mal rauchend, mal mit Gurkenmaske. Wir haben mit der Künstlerin über Ruhm, Vergänglichkeit und weibliche Repräsentation in der Kunstgeschichte gesprochen.

Produktive Parallelwelten

Sophie Erlunds Einzelausstellung „Destined to Protect the Productive“ thematisiert die Verflechtung biotischer und technologischer Systeme. Statt in ferner Zukunft scheinen diese Netzwerke schon jetzt, in einer Parallelwelt, ihr Unwesen zu treiben. In der Galerie PSM übernehmen sie nun auch den Ausstellungsraum.