Münchner Kunstgriff
27.03. – 10.04.19

27. März 2019 • Text von

Malerei, Fotografie, Installation, Skulptur. Alles zu erkunden in den nächsten Wochen in München. Zu sehen sind Aribert von Ostrowski bei Christine Mayer, Thomas Ruff bei Rüdiger Schöttle, Jan Kuck in der Kunsthalle München, der dritte Teil der Jubiläumsausstellung bei Barbara Gross und Johannes Felder im Eigenheim.

BETHAN HUWS Works on Paper, Installation view Barbara Gross Galerie, 2018, Photo: Wilfried Petzi.

Seit nunmehr 30 Jahren bereichert die Galerie Barbara Gross die Kunstlandschaft in München mit einem wegweisenden, avantgardistischen und durchaus politischen Programm. Bereits Ende der 1980er-Jahre stellte die Münchner Galeristin Künstlerinnen aus, deren spätere Karrieren für sich sprechen. Valie Export, Nancy Spero, Maria Lassnig, Katharina Sieverding wurden bei Barbara Gross gezeigt, teilweise erstmals. Anlässlich des Jubiläums präsentiert die Galerie nun drei Ausstellungen, die sich an einem subjektiven Zugang zur ästhetischen Orientierung des Galerieprogramms versuchen. Woher speist sich das Verständnis für die Ästhetik der Barbara Gross Galerie, die sich früh gesellschaftspolitisch mit der Frage der Frauenrechte befasste? Wie haben sich Thesen und Antithesen im Kontinuum des Ausstellungsmachens entwickelt, wie die Zusammenarbeit mit den Künstlerinnen? Der dritte Teil ist von der Künstlerin Bethan Huws und dem Kurator Christian Ganzenberg zusammengestellt.

WANN: Die Eröffnung des dritten Teils ist am Donnerstag, 28. März, zu sehen bis 11. Mai.
WO: BARBARA GROSS GALERIE, Theresienstrasse 56 Hof 1, 80333 München.

Johannes Felder: Insomnia, 2018 © the artist

Die Bilder von Johannes Felder erscheinen entrückt von unserer Welt und haben doch sehr viel mit ihr zu tun. Der Maler lädt nun ab dem 30. März zu einer malerischen Intervention im Eigenheim. Man kann sich auf eine visuelle „Tour de plaisir“  aus geölten Feuerwerkskörpern, Vexierbildern und glühenden Bildstreifen freuen. Einen Text über seine Ausstellung „DÜSE“ im letzten Jahr kann man zur Einstimmung hier lesen.

WANN: Ab 31. März, zu sehen bis 22. April.
WO: Besuchstermine auf Anfrage: www.johannesfelder.de / 0176/84565565

Jan Kuck, Courtesy of Bernheimer Contemporary – Photocredits: Jan Kuck

Mehrdimensionale Schönheit und präziser Humor. Die Kunsthalle München zeigt ab dem 3. April unter dem Titel “Time To Talk Now” drei Arbeiten des Berliner Konzeptkünstlers Jan Kuck. Präsentiert werden aus sich heraus leuchtende Glasfaserteppiche und eine zeitgenössische Lucas-Cranach-Installation. Die Arbeiten sollen sich dabei aktuellen gesellschaftspolitischen Fragen und dem Zusammenleben von Mann und Frau widmen.

WANN: Zu sehen sind die Arbeiten vom 3. April bis zum 12. April 2019.
WO: Im Erdgeschoss der Kunsthalle München, Theatinerstraße 11, 80333 München.

Thomas Ruff: Interieur 6A 1979, Chromogener Abzug 57 x 47 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn.

Am Anfang ist immer die Idee. Denn Thomas Ruff arbeitet seit jeher stark konzeptionell. Erst wird ein Gedanke gesponnen, dann entsteht die Foto-Serie. Unvergessen seine Innenansichten deutscher Wohnräume, unvergessen auch seine Aufnahmen des Sternenhimmels – um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. „Serien“ heißt Ruffs Ausstellung bei Rüdiger Schöttle. Und die zollt der Schaffensweise des Künstlers Tribut. Zu sehen sind ganz unterschiedliche Arbeiten von damals und heute. Was sie eint, ist Ruffs analytischer Blick und sein Talent zur Verfremdung. Ruffs neueste Serie ist eine Art posthume Zusammenarbeit mit dem Fotografen Linnaeus Tripe. Dessen Aufnahmen aus den 1850er Jahren haben es Ruff angetan. Tripe fotografierte damals Monumente in Indien und Burma. Ruff übersetzt die Artefakte ins Jetzt.

WANN: Eröffnung ist am Donnerstag, den 4. April, ab 19 Uhr, zu sehen bis 1. Juni.
WO: Galerie Rüdiger Schöttle Amalienstraße 41, Rgb. 80799 München.

Aribert von Ostrowski: Plein Air, Galerie Christine Mayer.

Hand aufs Herz: Wer liest schon den Börsenteil in der Zeitung? Dabei könnte man schon mal einen Blick drauf werfen. Aribert von Ostrowski lädt dazu ein und trotzdem muss niemand dabei was über Märkte lernen. Der Künstler druckt seine Motive gern auf Papier der „Neuen Züricher Zeitung“. Zahlenkolonnen und Aktienkurse im Hintergrund lässt von Ostrowski seine Bildwelten entstehen. Die sind manchmal etwas düster – man schlägt eben selten zum reinen Vergnügen eine Zeitung auf, oft aber auch mit genau der richtigen Prise Humor abgeschmeckt. Bereits zum vierten Mal zeigt Christine Mayer von Ostrowskis Arbeiten – nun unter dem Titel „Plein Air“. Zu sehen: Trauernde am Grab, ein rauchender Wald, was auch immer im Freien so vor sich geht. Nur banal darf’s nicht sein.

WANN: Eröffnung ist am Freitag, den 5. April, ab 19 Uhr, zu sehen bis 11. Mai.
WO: Galerie Christine Mayer, Liebigstraße 39, 80538 München.

Die Absätze zu den Ausstellungen in der Galerie Christine Mayer und der Galerie Rüdiger Schöttle wurden von Anna Meinecke verfasst und sind Teil der April-Ausgabe des Superpapers.

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