Münchner Kunstgriff
05.02. – 18.02.20

5. Februar 2020 • Text von

Wir erlauben uns kaum verstohlene Vergnügen bei Nir Altman, gehen in Anna McCarthys Adventure Room bei Sperling, sehen uns die Diplome in der Akademie an und freuen uns auf die Arbeiten von Hanna-Maria Hammari und Vera Palme bei Deborah Schamoni.

Double: Hanna-Maria Hammari und Vera Palme, Galerie Deborah Schamoni.

Punkt, Satz, Sieg für Deborah Schamoni. Denn sie hat Hanna-Maria Hammari und Vera Palme zum Doppel geladen. Die beiden stellen gemeinsam unter dem Titel „Double“ in der Münchner Galerie aus. Ihre Arbeiten? Eine Ansage. Wer den Ausstellungsraum betritt, wird um seine Füße fürchten. Hammaris Skulpturen sehen aus, als wollten sie Füchse fangen. Doch was anmutet wie fiese Metallfallen, ist in Wahrheit glasierte Keramik und bei näherer Betrachtung vielleicht eben doch nicht dazu bestimmt, sich in Fleisch zu beißen. Hammari und Palme machen Kunst, die erforscht werden will. Dem Unbekannten darf da gern mit ein wenig Unbehagen im Bauch begegnet werden. Bei Palmes Malerei etwa, weiß man oft gar nicht, wo man da hineinschaut – Landschaft oder Abgrund? Refugium oder Ursprung eines Übels? Geht hin und findet’s raus.

WANN: Eröffnung ist am Donnerstag, den 6. Februar von 19 bis 21 Uhr, zu sehen bis 7. März.
WO: Deborah Schamoni, Mauerkircherstr. 186, 81925 München.

Sopjia Mainka, Diplom 2020, AdBK München.

In so einem Kunststudium läuft sicher nicht immer alles nach Plan, aber auch die Zeit an der Akademie muss einmal enden und das oftmals famos. Und jetzt ist es wieder soweit. Die Diplomausstellung in der Akademie steht vor der Tür. Die Abschlussarbeiten der unterschiedlichen Klassen könnt ihr ab dem 5. Februar sehen, wenn feierlich ab 19 Uhr die Diplome verliehen werden. Besonders freuen wir uns auf die formell strengen und doch poetischen Arbeiten von Eunji Seo, die spezielle Materialität der Skulpturen von Patrick Ostrowsky und Mark Killians minimalistische Bilder. Die anderen frisch gebackenen Absolventen zeigen Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie, Video und Performances. Freut Euch auf ein erfahrungsgemäß volles Haus, viele Menschen und sehr sehr viel junge Kunst.

WANN: Die Diplome sind vom 6. bis zum 11. Februar zu sehen.
WO: Akademie der Bildenden Künste München, Akademiestraße 2-4, 80799 München.

Anna McCarthy: ADVENTUREROOM, 2020, SPERLING.

„Berge besteigt man, weil sie da sind“ geht ein altes Alpinisten-Bonmot. Und sie werden bestiegen, von vielen. Der Eskapismus lockt, das Abenteuer, die Ehrfurcht vor den Naturgewalten. Für Anna McCarthy ist die Landschaft auch politisches Terrain. Analysieren, sammeln, horten und schützen. Für ihre Ausstellung ADVENTURE ROOM in der Galerie Sperling präsentiert sie hinterlassene Gegenstände und Überreste, die sie beim Bergsteigen von Toten und Lebendigen gefunden hat. Ihre Sammlung umfasst Funde aus Montserrat, Ranthambore, vom Cerro Provincia, Arco, Chamonix, vom Uriellu, Chiavenna und aus der Laguna Capri. So entsteht ein visuelles und akustisches Logbuch aus Texten, Zeichnungen, Filmen, Field Recordings und Audioaufnahmen, welches sich mit dem Naturerleben auseinandersetzten soll. Wir freuen uns auf Ice, Anarchy and the Pursuit of Madness.

WANN: Die Eröffnung ist am 13. Februar, um 18.08 wird es ein Orgelkonzert von Antenne Danger von MOON NOT WAR geben um die Ausstellung zum Leben zu erwecken.
WO: Galerie Sperling,  Regerplatz 9, 81541 München.

Barely Furtive Pleasures, Nir Altman, 2020.

Gleichzeitig widersprüchliche Positionen, implizit und explizit, Subjekt und Objekt gleichermaßen. Unter dem Titel „Barely Furtive Pleasures“ präsentiert die Kuratorin Olivia Aherne eine Gruppenausstellung in der Galerie Nir Altman. Kaum verstohlene Vergnügen sollen als ein „psychologisches Theater“ erlebt werden, ein Stück, in dem jeder Akt  – von der Unterwerfung zur Kontrolle, von der Unsichtbarkeit zur (Über-)Sichtbarkeit und von der Begierde zur Abscheu verlagert wird. Zu sehen sein werden Arbeiten von Srijon Chowdhury, Inga Danysz, Eva Gold, Marie Matusz und Marina Sula.

WANN: Die Eröffnung ist am 13. Februar ab 18 Uhr, zu sehen bis 21. März.
WO: Nir Altman, Ringseisstraße 4 RGB, 80337 München.

Der Absatz zur Ausstellung bei Deborah Schamoni wurde von Anna Meinecke verfasst und ist Teil der Februar-Ausgabe des Superpapers.

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