Alle Artikel von Claire Koron Elat

Dekonstruierte Kleidung

Cudelice Brazelton IV geht in seiner Einzelausstellung „Starter Kit“ bei Barbara Weiss der Bedeutung von Kleidung nach, die alles andere als trivial ist. Er reißt Materialien aus ihren Kontexten und fügt sie in Neue hinein. Und zeigt damit indirekt auch, warum es nicht schick ist, wenn Givenchy eine Kette in Form von Henkersschlinge herausbringt.

Internet Explorer: Kunst online #6

Ein Projekt der Fondazione Prada erforscht die Möglichkeiten des „visual essays“, die Berlinische Galerie zeigt in ihrem virtuellen Videoraum einen höchstpolitischen Film von Igor Vidor, Wade Wallerstein bietet eine Anleitung für digitale Kuration und von Ed Atkins kann man sich jeden Morgen mit einer Zeichnung überraschen lassen.

Auf den Fährten Weißer Mythologen

Matthew Barneys erste Einzelausstellung bei Max Hetzler ist ein Gesamtkunstwerk. Mit dem dazugehörigen Film „Redoubt“ begibt er sich auf die Spuren rechtsextremer Separatisten in Idaho. Schlüsselarbeiten des Werkes sind aber eine Serie zarter und gleichzeitig martialischer Zeichnungen.

Minerva trägt Politcamouflage

Der Vertrag von Sèvres markierte die Auflösung des Osmanischen Reichs. Während der Vertragsunterzeichnung war auch Minerva, Göttin der Weisheit, vor Ort. Allzu viel Verstand brachte dies den Kolonialmächten aber nicht. Cemile Sahin erfindet bei Esther Schipper eine neue Minerva, die politische Geschichte und Popkultur vereint.

Im Zeitverzug

Oberflächlichkeit kann auch Tiefgang bedeuten oder dieser kann zumindest daraus erwachsen. Mit Los Angeles, scheinbares Epizentrum unserer unreflektierten materiellen Welt, beschäftigen sich die mehr als 20 Künstler*innen in der Gruppenausstellung „The Youngest Day“ bei carlier | gebauer.

Raus aus der Hauptstadt #2

Immer noch keinen Urlaub geplant, aber trotzdem Lust, mal kurz aus Berlin rauszukommen? Nach unserem ersten Teil der „Raus aus der Hauptstadt“-Tipps haben wir für alle, die es ins Grüne zieht, vier weitere Kunst-Ausflüge zusammengestellt. Idyllisch ländliche Orte um Berlin herum laden dazu ein, Kunst und Natur zu entdecken.

Gar nicht so störend

Covid-19, die wohl größte Krise seit Jahrzehnten, hat uns in eine unangenehme Pause versetzt. Eine erzwungene Unterbrechung, die zum Reflektieren genutzt werden kann. Dass Störungen auch Potenzial haben können, zeigt die Gruppenausstellung „Wild Frictions. Politische Poesien der Störung“ im Kunstraum Kreuzberg.