Münchner Kunstgriff
15.05. – 28.05.19

15. Mai 2019 • Text von

Das Museum Brandhorst feiert Geburtstag, die Galerie Britta von Rettberg zelebriert die Freude an der Kunst, Z COMMON GROUND widmet sich der Zerneuerung und das Lenbachhaus zeigt Martin Kippenberger und Maria Lassnig.

freude: Boban Andjelkovic und Gülbin Ünlü in der Galerie Britta von Rettberg.

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit.“ hat Karl Valentin angeblich einst festgestellt. Dass Kunst aber auch Freude bereiten kann, zeigt die Galerie Britta von Rettberg anhand Arbeiten von Gülbin Ünlü und Boban Andjelkovic. Im Zentrum steht die Begeisterung für den künstlerischen Prozess und das Experimentieren mit Material und Technik. Gülbin Ünlü zeigt neben Aquarellen mit Druckertinte zwei neue Serien, für die sie zwei völlig unterschiedliche Techniken entwickelt hat. Für Boban Andjelkovic ist die Malerei unkontrollierbar und fordert von ihm den vollen Körpereinsatz. In seiner neuen Serie „Süper Elixier“ wird Farbe sparsam oder pastos hingeworfen, gekratzt, gestrichen und mit zeichnerischen Momenten ergänzt.

WANN: Die Eröffnung ist am 16. Mai ab 18 Uhr, zu sehen bis 29. Juni.
WO: Galerie Britta von Rettberg, Gabelsbergerstr. 51, 80333 München.

Gülcan Turna & Mediendienst Leistungshölle, Photographie: Christian Boehm, z common ground.

Performances, Theater, Musik und Kunst. Auf 4000 qm mitten im Westen. Das Projekt Z COMMON GROUND bündelt die Kraft unterschiedlichster Akteure und schafft so ein kooperatives Experimentierfeld der Künste. Das Projekt aktiviert das ungenutzte Potenzial einer leerstehenden Gewerbeimmobilie, unter dem Motto »Zerneuerung« bietet das Gebäude als Material die Möglichkeit und Freiheit, den vorhandenen Freiraum neu zu denken, zu nutzen und zu gestalten. Seit Anfang März arbeiten alle Beteiligten auf dem temporären common ground. Das gesamte Gebäude kann als große Ausstellung besucht werden, es gibt auch Führungen. Die kulturelle Zwischennutzung ist bis in den Sommer geplant, es gibt Konzerte, Diskussionsabende und andere Events. Das Programm findet man online.

WANN: Bis zum 2. Juni, immer Donnerstag bis Sonntag.
WO: Zschokkestrasse 36, München U-Bahn Westendstraße.

Martin Kippenberger: Ohne Titel (aus der Serie „Das Floß der Medusa“), 1996 © Estate of Martin Kippenberger, Galerie Gisela Capitain, Cologne.

Verletzliche, fragile und fragmentierte Leiber. Im Spannungsfeld zwischen Humor und erbarmungsloser Ehrlichkeit. Die Ausstellung BODY CHECK. Martin Kippenberger – Maria Lassnig im Lenbachaus schafft die Voraussetzungen für einen zunächst überraschenden Dialog. Zum ersten Mal werden die Arbeiten dieser wichtigen Figuren der europäischen Malerei des 20. Jahrhunderts unmittelbar gegenübergestellt. Beide Künstler rückten ihre eigene Körperlichkeit ins Zentrum ihrer malerischen Praxis, Schmerz und Leid, Absurdes und Humor sind in ihren Körperwelten untrennbar miteinander verwoben. Lassnig und Kippenberger suchten der Misere des menschlichen Daseins eine Form zu geben. Das Ergebnis sind Inszenierung des weiblichen und des männlichen Körpers, brutal, ehrlich, nie fatalistisch oder heroisch. In der Ausstellung werden mehr als 60 aus internationalen Sammlungen zusammengetragene und selten gezeigte Werke miteinander sprechen.

WANN: Die Eröffnung ist am 20. Mai ab 19 Uhr, zu sehen bis 15. September.
WO: Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau, Luisenstraße 33, 80333 München.

Cy Twombly: Untitled (Roses), 2008 (Detail), Udo und Anette Brandhorst Sammlung, Foto: Nicole Wilhlems, Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München, © Cy Twombly Foundation.

Eine beeindruckende Jubiläumsausstellung, ein rauschendes Festwochenende und weiterhin große Pläne. Das Museum Brandhorst feiert unter dem Titel „Forever Young“ am 25. Und 26. Mai seinen 10. Geburtstag. Gebaut, um der Sammlung Udo und Anette Brandhorst für moderne und zeitgenössische Kunst ein repräsentatives Zuhause zu geben, hat sich seit der Eröffnung einiges getan. Mit zahlreichen Ausstellungen hat sich das Haus fest in der deutschen Museumslandschaft etabliert und Maßstäbe gesetzt. Der zehnte Geburtstag in diesem Mai ist nun der Anlass für eine große Werkschau aus den Sammlungsbeständen. 250 Arbeiten von 46 KünstlerInnen werden einen umfassenden Panoramablick ermöglichen, die Show ist dabei in drei Sektionen unterteilt: die dunkle Seite der Pop-Art, Subjektivität und Identität im Spätkapitalismus und der aktuelle Status von Malerei. Die Ausstellung wird vom 24. Mai 2019 bis April 2020 zu sehen sein und von einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen, Diskussionen und Performances begleitet. Für die ausufernden Feierlichkeiten sollte man sein ganzes Wochenende einplanen

WANN: Eröffnung: 23. Mai, 20 Uhr, Festwochenende: 25. Und 26. Mai, zu sehen bis April 2020.
WO: Museum Brandhorst, Theresienstraße 35, 80333 München.

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