Nürnberger Kunstgriff
02.03. – 08.03.18

2. März 2018 • Text von

Der frostige März beschert uns gleich zu Beginn einen bunten Reigen: Wir erkunden das Verhältnis von Kunst und Drogen, entdecken die Arbeiten zweier begabter Schwestern und lernen etwas über den Hashtag #BlackLivesMatter, der seine Ursprünge strenggenommen schon in den 1960ern ganz ohne Social Media hatte.

Cassils, „Fast Twitch// Slow Twitch“, 2011, 2-Kanal-Video, 12:00 Minuten, Courtesy the artist und Ronald Geldman Gallery, New York

Irgendwie haben wir ja schon immer geahnt, daß ein erweiterter, rauschhafter Bewusstseinszustand für künstlerisch-kreative Anliegen nicht gänzlich nachteilig sein muss. Aber auch der Umgang der Gesellschaft insgesamt mit psychoaktiven Substanzen, Dopingmitteln oder Hormonpräparaten ist Untersuchungsgegenstand der Kunst. Dies zeigt eindrücklich die Ausstellung „Altered States. Substanzen in der zeitgenössischen Kunst“.

WANN:  Am Samstag, 3. März, ab 19 Uhr geht es los und danach garantiert ohne Überdosis weiter vom 4. März bis 21. Mai 2018.
WO: Im Kunstpalais Erlangen am Marktplatz 1 sehen wir die Dinge mal ganz anders.

Links: Linda Männel, Horizont I (Tulum), 130 x 120 cm, Tusche/Garn auf Leinwand, 2017
Rechts: Meike Männel, Rocks #2, 48 x 32 cm, Fine Art Print

„The sun is the same in a relative way“ heißt die Ausstellung von Linda und Meike Männel. Es ist zwar nicht ganz klar, ob die Sonne immer die gleiche bleibt, in der Ferne oder zuhause, in der Fotografie oder der überstickten Tuschmalerei. Aber Schwestern sind eben Schwestern und so ist der Betrachter eingeladen bei doch sehr unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen subtile Gemeinsamkeiten zwischen zwei vielsprechenden Künstlerinnen zu entdecken – die eine noch im Studium als Meisterschülerin bei Juergen Teller an der AdBK Nürnberg, die andere bereits neun Jahre nach dem Studium erfolgreich tätig.

WANN: Familiär wird es am Sonntag, den 4. März 2018, ab 17.00 Uhr. Danach geht die Ausstellung bis zum 26. April 2018 und ist Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr geöffnet. Samstags und sonntags sowie in den Osterferien kann sie auf Anfrage besichtigt werden.
WO: Im Bernsteinzimmer in der Großweidenmühlstraße 11 in Nürnberg scheint die Sonne für alle gleich.

Joshua Rashaad McFadden, „Man and Young Man“, 2015, from „After Selma“

#BlackLivesMatter ist ein Hashtag, der für die afroamerikanische Bürgerrechtsbewegung der Gegenwart steht, einem Kampf gegen Polizeigewalt und rassistische Willkür. Der Fotograf Joshua Rashaad McFadden aus Nürnbergs Partnerstadt Atlanta zieht in seinen Bildern eine direkte Linie vom Jahr 1965, in dem die Bürgerrechtsbewegung unter Führung Martin Luther Kings für das Wahlrecht kämpfte, bis heute, da Farbige Menschen in den USA bei jeder Polizeikontrolle ein mulmiges Gefühl haben müssen. Die Ausstellung „After Selma“ verdeutlicht, daß der Protestmarsch von Selma nach Montgomery 1965 50 Jahre später aktuell ist wie nie und noch immer kein wirkliches Ende gefunden hat.

WANN: Eröffnet wird am Montag, den 5. März 2018, um 18.30 Uhr. Am 6. März, ebenfalls um 18.30 Uhr, hält Dr. Katharina Gerund einen Vortrag zum Thema.
WO: Im Zusammenarbeit des Amtes für Internationale Beziehungen mit dem Amerikahaus sind die eindrücklichen Fotografien im Caritas-Pirckheimer-Haus in der Königstraße 64 in Nürnberg zu entdecken .

Weitere Artikel aus Nürnberg