Nürnberger Kunstgriff
13.04. – 19.04.18

13. April 2018 • Text von

Fernweh? Dann ab in die Akademie Galerie gereist! Findet ihr unbewegte Bilder irgendwie so 1866? Dann schnell zum Wöhrder See, denn die Bilder lernen in dieser Woche auch laufen und sprechen: Erstmals unter neuer Leitung zeigt der Kunstverein eine internationale Auswahl verdienter Medienkünstler.

Ausstellungsansicht „Imagination of the Unknown“. Foto: René Radomsky

Dass Künstlern das Reisen seit jeher als Inspirationsquelle dient, ist allgemein bekannt. Schon Goethe ließ sich auf seiner Italienreise in einem bekannten Gemälde verewigen. Doch für einen Fotografen trägt das Fremde, noch nie Gesehene, vielleicht eine noch größere Faszination in sich. Die Studierenden der Fotografie an der AdBK Nürnberg, Anna Hofmann, Meike Männel, Rebecca Schwarzmeier und René Radomsky stellen sich in ihrer Ausstellung „Imagination of the Unkown“ die ambivalente Frage, was bei dieser Faszination überwiegt: die Neugierde gegenüber der Veränderung oder die Furcht vor dem Unbekannten.

WANN: Noch bis zum 29. April ist die Ausstellung zu sehen.
WO: Die Akademie Galerie befindet sich bei Halle 13, Auf AEG in der Muggenhofer Straße 135.

Cosey Fanni Tutti: Harmonic COUMaction, 2017 (Film Still) © the artist; Cabinet, London

Vier Protagonisten werden in der Ausstellung „Die Stelle des Schnitts“ versammelt, alle vier sind Medienkünstler, die jeweils verschiedene ästhetische Gattungen miteinander vermengen und daraus neue Erfahrungen schöpfen. Die genuine Musikerin Cosey Fanni Tutti erreicht diesen Effekt durch schnelle und stakkatohafte Filmsequenzen, überlagert von abstrakten Trancebeats; die Videokünstlerin Thuy-Han Nguyen-Chi verwendet dagegen sehr konkrete Erzählungen von teils wissenschaftlichen Vorgängen, die sie als Tonspur über ihre abstrakten Videogramme legt – man spürt den Geist von Nam June Paik hervortreten. Die Installationskünstlerin Renée Greens, die ganze Räume mit einer Melange aus Möbeln, Materialien und abstrakten Geometrien bespielt, arbeitet mit Aufzählungen klingender Wortreihen, was an die konkrete Dada-Poesie erinnert. James Richards, der unter anderem für seinen Film „Rosebud“ 2014 für den Turner Prize nominiert war, seziert mit seiner Kamera verschiedene optische Phänomene durch Vergrößerungen und Detailstudien, die das Geschehen zunehmend abstrahieren. Ohne nun genau zu wissen, welche Werke in der Ausstellung zu sehen sein werden, liegt „die Stelle des Schnitts“ aber offensichtlich nicht nur zwischen zwei Frames, sondern auch zwischen Figur und Abstraktion.

WANN: Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 19. April um 19 Uhr eröffnet und läuft bis zum Sonntag, den 24. Juni.
WO: Im Kunstverein Nürnberg – Albrecht Dürer Gesellschaft, Kressengartenstraße 2, 90402 Nürnberg.

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