Zehn Jahre Oechsner Galerie
Ein Special zum Jubiläum

19. November 2016 • Text von

Wir lassen die Korken knallen: Mit scheinbar unermüdlicher Energie, vollster Hingabe für Kunst und Künstler, bewundernswerter Offenheit, sowie ihrer überaus herzlichen Art ist Annette Oechsner mit ihrer Galerie eine echte Institution in Nürnberg. In diesem Jahr feiert die Oechsner Galerie ihr zehnjähriges Bestehen – wir haben ein paar Stimmen aus der Nürnberger Kunstszene eingefangen.

Ja, wir befinden uns mit Nürnberg nicht unbedingt an der Spitze der deutschen Galerienlandschaft. Vielleicht kennt man die großen Häuser der Stadt, Neues Museum oder Kunsthalle, oder den Kunstverein; aber Galerien? Es wäre an der Zeit, das schleunigst zu ändern, denn auch, wenn die Galeriendichte bei uns nicht sonderlich hoch ist, heißt das noch lange nicht, dass die Galerienqualität zu wünschen übrig lässt. Eine, die uns immer wieder vor Augen führt, dass Nürnberg auch in vorderen Ligen mitspielen kann, ist Annette Oechsner.

michael-schrattenthaler_2

Außenansicht der Oechsner Galerie mit Michael Schrattenthalers begehbarer Skulptur „Es gibt viel zu tun!“, 14. September 2013 bis 24. März 2014 © Oechsner Galerie

Die Oechsner Galerie führt ein Programm, das zwar auch regionale Künstler und Absolventen der Nürnberger Kunstakademie zeigt, aber darüber hinaus holt sie immer wieder aktuelle Positionen in die Stadt, die hier bis dato noch nicht zu sehen waren. Sie schaut weit über den fränkischen Tellerrand hinaus, ist offen für Experimente aller Art und leistet Galeriearbeit, die zwar in Nürnberg stattfindet, aber nie nur um Nürnberg kreist. Ihre Galerie ist eine Art Schnittstelle der Stadt an die Kunstszene „da draußen“; ihr Künstlerstamm beinhaltet mittlerweile viele Namen, die national, wenn nicht sogar international Erfolge feiern. Neben nur einer Handvoll Galeristenkollegen in der Region, die Vergleichbares zu leisten vermögen, kämpft die Galerie unermüdlich gegen die Tücken des Nürnberger Kulturlebens und steht dazu, hier zu bleiben und nicht wie viele andere nach Berlin, Hamburg oder Köln abzuwandern – auch, wenn sie sich dort sicherlich behaupten und mit größeren Namen mithalten könnte.

sebastiankuhn_delay_oechsner-galerie

Ausstellungsansicht in der Oechsner Galerie: Sebastian Kuhn „Delay“, 1. Oktober bis 22. November 2014 © Oechsner Galerie

Zum runden Geburtstag zieht die Oechsner Galerie am heutigen Samstag Abend mit der Jubiläumsausstellung „Statement X“ Bilanz und zeigt persönliche Wegmarken der Galeriekünstler Christian Faul, Ben Hübsch, Gisela Kleinlein, Sebastian Kuhn, Gerhard Mayer, Andreas Oehlert, Markus Putze, Susanne Roth, Dashdemed Sampil, Michael Schrattenthaler, Peter Senoner, Sebastian Tröger, Olaf Unverzart, Thilo Westermann und Ladislav Zajac.

Wir danken von Herzen für die Bereicherung, die die Oechsner Galerie nach Nürnberg bringt, gratulieren zum Jubiläum – und freuen uns schon sehr auf die kommenden zehn Jahre!

Künstler und Freunde der Galerie haben sich uns angeschlossen und übermitteln im Folgenden ihre Glückwünsche. Annette, here’s to you:

andreas-oehlert

Aufbau der Installation „Hit“, Neues Museum Nürnberg, 2016 © Andreas Oehlert

8.11.2016, fast fertig. In Gedanken reise ich 10 Jahre zurück: Annette, in Deiner Galerie konnte ich die Installation „Hit“ für Dein erstes Ausstellungsprojekt realisieren. Ich danke Dir für Dein damaliges und bis heute andauerndes Vertrauen von ganzem Herzen. Danke. Andreas
Andreas Oehlert, Künstler

Schon lange ist Deine Galerie die erste Adresse in Nürnberg. Niemand kann Dir als Kunstkennerin und Geschäftsfrau ein X für ein U vormachen. Mit Dir zusammenarbeiten zu dürfen, ist ein wahres Vergnügen, da Du stets mit Herz und Verstand bei der Sache bist. Wir gratulieren und kommen zum Feiern!
Angela Wenzel und Thomas Heyden, Neues Museum Nürnberg

gerhard_mayer_wandzeichnung17_2006

Gerhard Mayer: „1/600 Sekunde entfernt von Brüssel“, Ausstellungsansicht Oechsner Galerie, 6. Dezember 2006 bis 27. Januar 2007 © Gerhard Mayer / VG Bild-Kunst Bonn

Von allen Galeristen mit denen ich bisher zusammengearbeitet habe, ist Annette Oechsner die Einzige, die ausnahmslos alle der vielfältigen Wendungen und Erweiterungen in meinem Werk, mitgetragen hat. Ergebnisoffene kritische Diskurse schaffen bei allen Projekten die Basis der Zusammenarbeit. Ihre uneingeschränkte Förderungs-und Vermittlungstätigkeit verdient allerhöchsten Respekt.
Gerhard Mayer, Künstler

Liebe Annette, wow, schon zehn Jahre! Ich gratuliere Dir zu Deiner inspirierenden und die Stadt bereichernden Galeriearbeit und freue mich auf die nächste Dekade voll mit Entdeckungen, Überraschungen und guten Gesprächen. Mach weiter so!
Johannes Kersting, Künstler

Helmut Kirsch: Aufgenommen 1990, jeweils am 13. der Monate Mai bis November. Der erste Stein, den ich an diesem Tag bewusst wahrnahm, sollte dokumentiert werden. Der 13. in diesen Monaten fiel immer auf einen anderen Wochentag, so dass jeder Wochentag einen Stein bekam. Nur am 13. Juli, dem Geburtstag meiner Frau, vergaß ich den Steintag und somit ging Freitag, der 13. leer aus.

Liebe Annette, ich kann dir nur wünschen: WEITER SO (auch wenn der Weg oft steinig ist). Du bist ein Schatz, deine Galerie eine Schatztruhe. Liebe Grüsse, Dein Helmut
Helmut Kirsch, Künstler

Annette Oechsner ist in Nürnberg eine Institution – nicht nur als Galeristin, sondern auch als Vermittlerin, Gastgeberin und als stets neugierig, interessierte Kunstliebhaberin. Ich hoffe und wünsche ihr, dass sie von all jenen, die sie permanent unterstützt, ordentlich gefeiert wird und gratuliere auf diesem Wege von ganzem Herzen. Prost und Helau!
Kathleen Rahn, Direktorin Kunstverein Hannover (ehemalige Direktorin Kunstverein Nürnberg / Albrecht-Dürer-Gesellschaft)

gisela-kleinlein

Ausstellungsansicht Oechsner Galerie: Gisela Kleinlein „Herr Meier, Litfin und andere…“, 29. Februar bis 23. April 2016 © Gisela Kleinlein

Für mich ist die Oechsner Galerie ein wichtiger Ankerpunkt der Kunst in der Region Nürnberg und weit darüber hinaus. Viel Erfolg für die nächsten 10 Jahre!
Gisela Kleinlein, Künstlerin

„Morgen Abend bei der Annette!“ – das hat dasselbe Gewicht wie: Sehen wir uns in der Kunstvilla? Oder im Kunsthaus? Oder, oder, oder. Ein Platz, der zum halben Dutzend angesagter Plätze der Nürnberger Kunstszene gehört. Klar liegt das am Angebot, das Annette macht. Aber auch daran, dass sie jeden Gast begrüßt, als habe sie nur auf ihn gewartet. Sicher kann man das auf Seminaren lernen. Aber Annette konnte es immer schon. Stimmt schon, sie hat auch einen trainierten Blick. Es muss halt beides zusammenkommen. Und noch eine Tugend für eine Galeristin in Nürnberg bringt sie mit: Zähigkeit (manche nennen es theatralischer auch Leidenschaft).
Hans-Peter Miksch, Leiter kunst galerie fürth

unverzart_caduta-sassi_2

Ausstellungsansicht Oechsner Galerie: Olaf Unverzart „Caduta Sassi“, 4. Juli bis 8. August 2015 © Olaf Unverzart

Annettes Energie, Interesse und Begeisterung für die Kunst ist bemerkenswert – und beneidenswert. Dadurch hat sie auch mich und meine Arbeiten mehr beeinflusst als sie vielleicht glaubt. Es waren intensive und schöne zehn Jahre, in denen es um viel mehr ging als Kunst zu vermitteln. Ich freue mich auf mehr gemeinsame Visionen und Zeit.
Olaf Unverzart, Künstler

Annette ist… aufgeschlossen / gewissenhaft / mitfühlend / objektiv / zuverlässig / einfühlsam / anpackend / authentisch / humorvoll / ihr herzerfrischendes Lachen ist mitreißend. Danke für 10 Jahre Kennenlernen. Verena
Verena Waffek, Künstlerin

Ausstellungsansicht: Thilo Westermann "Stilblüten", im Rahmen der mit dem Künstler entwickelten Modekollektion "Escada meets Thilo Westermann", Institut für moderne Kunst in Kooperation mit der Oechsner Galerie, 23. April bis 9. Juni 2015 © Thilo Westermann / Oechsner Galerie

Ausstellungsansicht: Thilo Westermann „Stilblüten“, im Rahmen der mit dem Künstler entwickelten Modekollektion „Escada meets Thilo Westermann“, Institut für moderne Kunst in Kooperation mit der Oechsner Galerie, 23. April bis 9. Juni 2015 © Thilo Westermann / Oechsner Galerie

Mit großer Leidenschaftlichkeit und Beharrlichkeit hat Annette Oechsner in der überschaubaren Nürnberger Galerieszene Erstaunliches geleistet und Maßstäbe gesetzt. Im Namen des Instituts für moderne Kunst gratuliere ich zum zehnjährigen Jubiläum auf das herzlichste und wünsche weiter viel Kraft, Glück und einen langen Atem!
Manfred Rothenberger, Direktor Institut für moderne Kunst Nürnberg

troeger_der-urknall_-sebastian-troeger_100x80cm_oelundacryl-auf-leinwand_2016

Sebastian Tröger: Der Urknall, Öl/Acryl auf Leinwand, 100×80 cm, 2016. Foto: Tim Hufnagl © Sebastian Tröger

Besonders schätze ich an Annette, dass sie ihre Aufgabe als Galeristin nicht auf die kommerziellen Aspekte beschränkt, sondern immer die Kunst und die eigene Haltung im Vordergrund stehen. Das bedeutet natürlich auch, dass man als Künstler oder Künstlerin viele gestalterische Freiheiten innerhalb der Ausstellungskonzeption genießt und sie einem dabei hilft diese eigenen Ideen so weit es möglich ist zu realisieren. Das ist sehr angenehm, weil man dadurch als Künstler ernstgenommen wird. Dieses ernsthafte Interesse an der eigenen Person, der eigenen Haltung und Entwicklung zeigt sich auch in vielen Gesprächen außerhalb der beruflichen Zusammenarbeit. Annette beweist nun schon seit 10 Jahren, dass eine freundschaftliche Verbundenheit zu ihren Künstlern und Künstlerinnen und professionelle Galeriearbeit keinen Widerspruch darstellen. Ich freue mich auf viele weitere gemeinsame Ausstellungen, Diskussionen und Projekte auch außerhalb Nürnbergs und wünsche Annette alles Gute für die Zukunft!
Sebastian Tröger, Künstler

WANN: Eigentlich immer, denn die Oechsner Galerie ist stets einen Besuch wert. Ganz konkret eröffnet aber die Jubiläumsausstellung „Statement X“, die einen schönen Querschnitt durch die Arbeit der Galerie gibt, mit anschließender Party am heutigen Samstag Abend, den 19. November, um 19 Uhr.
WO: Ein wenig außerhalb, aber der etwas weitere Weg lohnt: Die Oechsner Galerie befindet sich im Atelier- und Galeriehaus Defet in der Gustav-Adolf-Straße 33.

Weitere Artikel aus Nürnberg