Wiener Kunstgriff
24.10. - 06.11.19

24. Oktober 2019 • Text von

Geschichte als Loop und als Konstrukt: Die Kunsthalle führt uns zurück in die Wiener Atmosphäre der 1990er Jahre, eine Bar im Brut erklärt uns, was wir trinken, und in der Angewandten werden kanonische Vereinbarungen aus feministischer Sicht be- und hinterfragt.

On Kawara, Sept. 19, 1992, Courtesy Friedrich Christian Flick Collection im Hamburger Bahnhof, Berlin, Foto: Christian Schwaber, Winterthur.

Die letzte von Luca Lo Pinto kuratierte Ausstellung „Time Is Thirsty“ geht zurück ins Gründungsjahr der Kunsthalle – also zurück ins Jahr 1992. Eine Zeitreise sozusagen – aber eine, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verschwimmen lässt. Eine Zeitreise, die uns als entwicklungslose Kreislaufbewegung, als Loop präsentiert wird. In einer immersiven Reise durch Raum und Zeit wird die Wiener Atmosphäre der 1990er Jahre durch Geruch, Sound, Fashion, Kunst und Tattoos reaktiviert. 

WANN: Die Eröffnung von „Time Is Thirsty“ findet am Donnerstag den 29. Oktober ab 19 Uhr statt. Die Ausstellung läuft bis zum 26. Januar 2020.
WO: Kunsthalle Wien Museumsquartier, Museumsplatz 1 1070 Wien.

Yasmina Haddad, Quodlibet, 2016, Courtesy die Künstlerin

Wie Feminismus nicht als Differenz zu etwas, nicht in Relation zu dem Anderen verstehen oder aus einem Mangel heraus erklären? Die von Melanie Ohnemus kuratierte Ausstellung „We need more than one term for these big things“ setzt sich mit künstlerischen Positionen auseinander, die eine emanzipierte und spekulative Perspektive auf Feminismus verhandeln und zeigt unter anderem Arbeiten von Miranda July, Yasmina Haddad, Trisha Donnelly und Andrea Fraser.

WANN: Die Ausstellung eröffnet am 29. Oktober um 18:00 und läuft bis zum 25. Januar 2020.
WO:
 Universitätsgalerie der Angewandten im Heiligenkreuzerhof, Eingang Grashofgasse 3 oder Schönlaterngasse 5, Stiege 8, 1. OG 1010 Wien.

Stefanie Sourial © esel

Was genau trinken wir da Tag ein Tag aus, bei Eröffnungen, in Bars, auf Premierenfeiern, auf Partys? Kaum etwas wissen wir über die kolonialgeschichtlichen Zusammenhänge von Gin, Gimlet oder Uhudler. Die Performancekünstlerin und Regisseurin Stefanie Sourial beschäftigt sich im Brut nach Aperitivos und Spirits im dritten Teil ihrer Serie mit den historischen Spuren von Digestivos und hat dafür die Tanz- und Performancekünstler*innen Bassano Bonelli und Mzamo Nondlwana eingeladen.

WANN: „Colonial Cocktail Volume 3: Digestivo mit Special Guests Bassano Bonelli und Mzamo Nondlwana“ läuft vom 23. bis 29. Oktober immer um 19 Uhr. Am 26. Oktober findet im Anschluss eine Verkostung, am 28. Oktober ein Publikumsgespräch statt.
WO: 
studio brut, Zieglergasse 25, 1070 Wien.

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