Wiener Kunstgriff
24.04.17 - 30.04.17

24. April 2017 • Text von

In Wien pilgern wir diese Woche zunächst in die Eschenbachgasse, um uns in der Galerie Martin Janda die zweite Einzelausstellung von Nilbar Grünes anzusehen. Dann geht es weiter ins Westlicht, wo Augmented und Virtual Reality am Programm stehen. 

Nilbar Güreş, Wildness, 2014, Copyright © Galerie Martin Janda, 2017.

Nilbar Güreş, Wildness, 2014, Copyright © Galerie Martin Janda, 2017.

Am Dienstag eröffnet in der Martin Janda Galerie die zweite Einzelausstellung der Künstlerin Nilbar Güres „Heartache Of A Stone“. Ausgehend von ihrem eigenen Hintergrund, der kurdisch-alevitischen Kultur, erforscht die Künstlerin indigen Volksgruppen wie etwa die Maori in Neuseeland oder die Aymara in Bolivien. Vor Ort arbeitet Grünes persönlich mit den Menschen zusammen, berichtet somit von deren Kultur und Lebensgeschichte aus erster Hand. Die bisherigen Begegnungen sind thematisch miteinander verbunden und zeigen auch Gemeinsamkeiten zwischen den einzelnen Völkern auf. In der Galerie Martin Janda werden Collagen aus der Serie „La Paz“ gezeigt, die anlässlich der 9. La Paz Biennale in Bolivien entstanden sind. Im Zusammenhang mit dieser Serie sind auch Güres neue Skulpturen ausgestellt, in der Themen wie die Liebe zwischen religiösen Menschen und Frauenpower in Form weiblicher Archetypen behandelt werden. Begleitend werden Güres durchdachte, konstruierte Fotografien gezeigt. Zu sehen sind Personen, die mit zahlreichen Requisten aus unterschiedlichen Kulturkreisen geschmückt sind, die, ebenso wie ihre Collagen, zu assoziationsstarken Stillleben avancieren.

WANN: Die Eröffnung findet am Dienstag, den 25.April ab 19:00 statt.
WO: Galerie Martin Janda, Eschenbachgasse 11, 1010 Wien.

Alfons Schilling The Falling Man, 1969 Linsenrasterfotografie, 4 Ansichten © Nachlass Alfons Schilling.

Alfons Schilling, The Falling Man, 1969 Linsenrasterfotografie, 4 Ansichten © Nachlass Alfons Schilling.

Am Mittwoch zahlt es sich aus dem Vortrag von Dr. Hannes Kaufmann im Westlicht zu lauschen, der sich mit Virtual und Augmented Reality im Ausstellungswesen beschäftigt. Der Vortrag findet im Zusammenhang mit der Ausstellung „Alfons Schilling. Beyond Photography“ statt. Schilling hat bereits in den frühen 70er Jahren die Fotografie von der Fläche in den virtuellen Raum erweitert. Damals waren für den Künstler die Möglichkeiten von heutigen VR-Systemen jedoch noch nicht vorstellbar, so rasant hat sich die Technologie in den letzten Jahren entwickelt. Kaufmann stellt gegenwärtige Verwendungen dieser Konzepte in Museen sowie aktuelle Forschungsprojekte vor. Ebenso stellt sich die Frage, welche Nebenwirkungen durch virtuelle Welten im Kunstsektor entstehen können. Hingehen, zuhören, nachfragen. 

WANN: Der Vortrag finden am Mittwoch, den 26.April ab 18:30 statt. 
WO: WestLicht. Schauplatz für Fotografie, Westbahnstraße 40, 1070 Wien.

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