Wiener Kunstgriff
12.09. - 25.09.19

12. September 2019 • Text von

Wer den Abgrund übersieht, zirkuliert im Paradis: der steirische herbst thematisiert genau diesen Abgrund, curated by die endlose Zirkulation von Bild und Medien und in den Projekträumen Pferd und Suzie Shride wird mit unserer Wahrnehmung gespielt.

© steirischer herbst ’19, Sujet, Grupa Ee

„Grand Hotel Abgrund“, so nannte der marxistische Philosoph Georg Lukács 1962 die bürgerlichen Intellektuellen der „Frankfurter Schule“. Das kuratorische Team des Festivals überträgt Lukács Metapher auf Graz, die Steiermark und ein von Widersprüchen zersetztes Europa – auf eine hedonistische Blase umgeben von Ungleichheiten. Das Programm aus Performances, Bühnenproduktionen, Installationen und Filmen startet mit einem Eröffnungswochenende und weitet sich den darauffolgenden Wochen auf viele Kulturinstitutionen der Steiermark und der Stadt Graz aus.

WANN: Der steirischer herbst’19 läuft vom 19. September bis 13. Oktober. Die Eröffnungstage finden vom 19. bis 22.September statt.
WO: Zahlreiche Veranstaltungsorte in Graz und in der Steiermark. Mehr Informationen finden sich hier.

© Moholy-Nagy Foundation and the the Natalia Hug Gallery, Cologne

Alles zirkuliert – Bilder, Geld, Daten und Bedeutungen rotieren in erhöhter Geschwindigkeit und Dichte und mit immer mehr Teilnehmer*innen. Alle appropriieren alles. In welchem Beziehungsgefüge aus Rekontextualisierungen und Übersetzungsprozessen navigiert heute Kunst? Unter dem Thema „Circulation“ kuratieren bei dem diesjährigen Galerienfestivals curated by nationale und internationale Kuratoren Ausstellungen in 22 Galerien.

WANN: Die Eröffnung von curated by ist am 12. September von 18 bis 21 Uhr. Die Ausstellungen können bis zum 12. Oktober besucht werden. 
WO: In 22 Wiener Galerien. Mehr Informationen hier.

© Joel Fletcher

Die Bildhauerin Céline Struger nimmt ihre Augenschwäche, die es ihr verhindert ihre Umgebung dreidimensional wahrzunehmen, zum Anlass, um Positionen unterschiedlicher Medien zusammenzubringen, die sich mit dem Wechselspiel zwischen Zwei- und Dreidimensionalität und Raumerfahrung auseinandersetzten. Die Ausstellung „Fixing my gaze“ spielt mit Illusion, Imitation und Irritation und hinterfragt so unsere gewohnte Wahrnehmung.

WANN: Die Ausstellung läuft vom 14. September bis zum 08. Oktober. Die Eröffnung findet am Samstag, den 14. September von 19 bis 22 Uhr statt. Außerdem gibt es Performances am 27. September und 08. Oktober.
WO: PFERD – Forum für zeitgenössische Kunst, Medwedweg 3, 1110 Wien.

© Claire Hentschker, Merch Mulch, 2017

Was ist real, was simuliert? Die zunehmende Verschmelzung von Fiktion und Realität wird in der von Martina Menegon und Shahab Nedaei kuratierten Ausstellung „Poetics of Uncertainty“ thematisiert. Die Künstlerin Claire Hentschker arbeitet unter anderem mit Photogrammetrie – einem Verfahren mit dem Fotografien in ihre räumliche und dreidimensionale Form übertragen werden kann –, um virtuelle Archive zu erschaffen, die Fragmente von Vergangenheit und Erinnerung neu zusammensetzten und simuliert so einen Ort, der nie gewesen ist, aber dennoch existiert.

WANN: Die Ausstellung eröffnet am 16. September von 19 bis 22 Uhr und kann bis zum 21. September täglich von 16 bis 19.30 besucht werden.
WO: Suzie Shride, Girardigasse 10, 1060 Wien.

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