Kunst & Kulinarik
Die besten Adressen in Berlin

10. Mai 2022 • Text von

Fantastisch speisen und dabei Kunst genießen, geht das überhaupt? Aber ganz gewiss! Wir zeigen euch die leckersten Adressen für Kunst und Kulinarik in Berlin: das Kin Dee mit Thai-Kochkunst, La Côte mit südeuropäischen Einflüssen, SodaZitron mit deftigen österreichischen Speisen und das Restaurant Richard mit delikaten 8-Gänge-Menüs – für das Genusserlebnis der besonderen Art gibt es in allen Lokalen auch zeitgenössische Kunst serviert!

Blick in das Restaurant Kin Dee, zu sehen sind vier kleine Tische und eine lange Sitzbank sowieso einzelne Holzstühle, im Hintergrund hängen Kunstwerke an der Wand
Blick ins Kin Dee mit Werken von Rirkrit Tiravanija, Foto: Daniel Faro.

Im Kin Dee in Berlin Tiergarten kann man wortwörtlich „gut essen“ – so der Name des Restaurants auf Thai. Mit seiner vielfältigen Geschmackspalette aus Bangkok wurde das Kin Dee bereits zum dritten Mal in Folge mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Schon die Gerichte allein kommen wie kleine Kunstwerke auf den Tellern daher! In den Räumlichkeiten in der Lützowstraße wird aber nicht nur wahre Kochkunst präsentiert, nein, auch an den Wänden gibt es Werke des thailändischen Künstlers Rirkrit Tiravanija, der das Restaurant gemeinsam mit Dalad Kambhu gegründet hat, beim Speisen zu bestaunen. Als kochender Künstler beschäftigt sich Rirkrit Tiravanija selbst intensiv mit der thailändischen Küche und wandelt Rezepte je nach Einfluss seiner Umgebung ab, um etwas Neues zu kreieren. Wer sich ausschließlich vegetarisch/vegan ernährt, wird im Kin Dee leider nicht fündig, da hier alle Gerichte traditionell mit Fischsauce zubereitet werden. Aber ein Blick ins Innere lohnt sich allemal!

WO: Kin Dee, Lützowstraße 81, 10785 Berlin.

Blick an eine Wand im La Côte Restaurant, zu sehen sind kleine gedeckte Tische über denen Lampen hängen, an der Wand hängen kleinformatige Kunstwerke
Blick ins Restaurant La Côte mit Werken von Sophie Erlund und Ellen Antico, Foto: Constantin Vider.

Das Restaurant La Côte im Schillerkiez bietet neben einer saisonalen Speise- und Weinkarte, inspiriert von der südeuropäischen Küche, einen Raum für Kunstwerke über zwei Etagen an. Angepasst an die wechselnden kulinarischen Angebote, wird auch die Kunst regelmäßig ausgetauscht. Die spielerische Zusammensetzung der surrealen Arbeiten in dem Lokal, zu denen dieses Mal auch einige Skulpturen gehören, hat die Kuratorin Billie Clarken übernommen. Die Idee, zeitgenössische Kunst und Speisen zusammenzubringen, ist aus dem Wunsch entstanden, einen Ort zu haben, an dem Personen aus der Kunstwelt zusammenkommen, Wein trinken und gutes Essen genießen können, berichtet die Kuratorin im Gespräch mit gallerytalk.net. Die Zusammenarbeit von Künstler*innen, Galerien, Kurator*innen und Restaurants hat das Potenzial, deutlich mehr Möglichkeiten und Räume für die Kunst zu schaffen – fernab der klassischen Ausstellungsräume. Billie Clarken berichtet außerdem: “Das Schönste an der Fortführung dieses kuratorischen Projekts ist der gemeinsame Enthusiasmus mit anderen Kreativen in einer unprätentiösen, aber genussvollen Umgebung.” Folgende Künstler*innen sind derzeit bei La Côte zu sehen: Ellen Antico, Sophie Erlund, Stephen Kent, Maximilian Kirmse, Selina Reiterer und Stephanie Elizabteh Third.

WO: Restaurant La Côte, Kienitzer Straße 95, 12049 Berlin.

Blick in das Restaurant SodaZitron, im Vordergrund erkennt man leicht unscharf Essensutensilien auf dem Tisch, im Hintergrund eine Sitzbank und viele Kunstwerke an den Wänden
Blick ins SodaZitron mit Werken von Otto Muehl, Michael Kruscha, Moussa Kone, Günter Brus und Bjørn Melhus, Foto: Pia Negri.

Das SodaZitron in der Kollwitzstraße in Prenzlauer Berg ist nach dem Kult-Erfrischungsgetränk der Alpen benannt: Sodawasser beziehungsweise Sprudelwasser gemischt mit frisch gepresstem Zitronensaft. In einer belebten Ecke Berlins erwartet euch hier anspruchsvolle österreichische Küche im Zusammenspiel mit einem Großteil österreichischer, aber auch internationaler, Kunst. Neben nationalen Klassikern wie dem Wiener Schnitzel, Knödeln und karamellisiertem Kaiserschmarrn gibt es zahlreiche Kunstwerke von folgenden Künstler*innen serviert, die den Genuss sowohl für Geschmacksnerven und als auch Augen abrunden: Siegfried Anzinger, Günter Brus, Clemens Krauss, Michael Kruscha, Cornelia Lochmann, Bjørn Melhus, Alois Mosbacher, dem kontroversen Otto Muehl, Walter Nidermayr, Hermann Nitsch, Volker Sieben und Yoko Ono. Traditionelle österreichische Küche mitten in der Hauptstadt – neu und frisch interpretiert.

WO: SodaZitron, Kollwitzstraße 87, 10435 Berlin.

Blick in das Restaurant Richard mit gedeckten Tischen, einer holzvertäfelten Decke, Kunstwerken und farbigen Glaslampen, die von der Decke hängen
© Restaurant Richard Berlin.

Im Restaurant Richard in einem historischen Gebäude mit Buntglasfenstern und detailreicher holzvertäfelter Decke in Kreuzberg kommen Feinschmecker*innen und Kunstliebhaber*innen gleichermaßen beim Verzehr von delikaten 8-Gänge-Menüs auf ihre Kosten. Der Schweizer Sternekoch und Besitzer des Restaurants, Hans Richard, der gleichzeitig auch ausgebildeter Künstler ist und in Basel studiert hat, bringt an diesem besonderen Ort die Liebe zur Kunst und zum Essen zusammen. Wie die kreativen Gerichte, ist auch die Einrichtung ein echter Blickfang. Blasenförmige, farbige Glaslichter, die Hans Richter selbst entworfen hat, hängen ausdrucksvoll von der Decke und weitere Kunstwerke von unter anderem Pierre Klossowski, Daniel Grüttner oder Kinga Kielczynska kann man bei einem exklusiven Dinner auf sich wirken lassen. Hier wirkt wirklich nichts dem Zufall überlassen, sondern bedacht und mit Blick für das Detail ausgewählt und zusammengestellt.

WO: Restaurant Richard, Köpenicker Straße 174, 10997 Berlin.

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