Bühne frei! – Performances zur Berlin Art Week
Diese Veranstaltungen solltet ihr nicht verpassen

8. September 2025 • Text von

Neben all den Ausstellungen bietet die Berlin Art Week ein umfangreiches Performance-Programm. Nicht verpassen solltet ihr die Veranstaltungen von Pickle Bar, Sophiensæle, Fortuna, HAU, Gropius Bau, Neue Nationalgalerie, Trauma & Texte zur Kunst, und Neun Kelche.

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Selin Davasse, Corpus Iuris Artis_ I. The Deposition, curated by soft power at Mouches Volantes, Cologne, 2025. Photo_ Dirk Rose.

Pickle Bar Off-Site: Selin Davasse

Selin Davasse ist Klägerin, Angeklagte und Richterin zugleich, wenn sie im Rahmen ihres dreiteiligen Ausstellungs- und Performance-Zyklus “Corpus Iuris Artis” die Kunstwelt auf den Prüfstand stellt. Passenderweise findet der dritte Teil “The Appeal”, präsentiert vom Ausstellungsraum Pickle Bar, auch in einem Gerichtsgebäude statt. Das Publikum ist eingeladen, auch die eigene Position innerhalb des Kunstbetriebs im Spannungsfeld von Macht und Mythos zu hinterfragen.

WANN: Die Performance “The Appeal” von Selin Davasse beginnt am Samstag, den 13. September, 19 Uhr sowie um 20 Uhr. Der Eintritt ist frei, aufgrund begrenzter Kapazität registriert euch bitte via Pickle Bar.
WO: Amtsgericht Mitte, Littenstraße 12-17, 10179 Berlin.

Update: Die Performance ist leider bereits ausgebucht, aber es gibt eine Warteliste und …

… der Ausstellungsraum Soft Power zeigt aktuell Davasses Ausstellung “Corpus Iuris Artis: II. The Hearing”, sie läuft bis Sonntag, den 14. September.

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Oliver Zahn: Crowd Control. © Gedvilė Tamošiūnaitė

Sophiensæle: Oliver Zahn

Polizist:innen in Uniform, Helm oder Sturmhaube werden von ihren Kolleg:innen beschimpft und angegriffen, reagieren mit Maßnahmen, die sie im Zweifel gegen Protestierende anwenden würden. So übt die Polizei den Einsatz auf Versammlungen mit Eskalationspotenzial. Oliver Zahn hat davon ausgehend eine Performance entwickelt. Seine Simulationsanordnung “Crowd Control” mit sieben Performer:innen zeigen die Sophiensæle.

WANN: Aufführungen von Oliver Zahns “Crowd Control” finden von Donnerstag, den 11. September, bis Sonntag, den 14. September, jeden Abend um 19 Uhr statt. Tickets gibt es online.
WO: Sophiensæle, Sophienstraße 18, 10178 Berlin.

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Camila Malenchini. Foto: @inmensidades.

Alte Feuerwache Tempelhof: “Physical Relics”

Fortuna war einst ein Off-Space in einem ehemaligen Neuköllner Wettbüro. Jetzt heißt das Ausstellungsformat “Fortuna on the road”. Für die Alten Feuerwache auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tempelhof haben Camila Malenchini und Layton Lachman ein interdisziplinäres Programm gestaltet: “Physical Relics” beginnt an zwei Abenden mit einem Film von Eszter Salamon, geht dann über in einen Performance-Teil, unter anderem mit Beiträgen von MINQ und Cavid Dhen, und endet mit unterschiedlichen DJ-Sets.

WANN: Das Performanceprogramm “Physical Relics” findet am Freitag, den 12. September, sowie am Samstag, den 13. September, von 17 bis 23 Uhr statt. Details zum Ablauf via Fortuna.
WO: Alte Feuerwache Tempelhof im Erdgeschoss des THF Tower, Eingang via Tempelhofer Damm 45, 12101 Berlin oder via Tempelhofer Feld.

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Jefta van Dinther: Unearth, Donaufestival. Foto: Daavid Visnjic.

HAU: Jefta van Dinther

Die sakrale Architektur der St. Elisabeth Kirche dient Jefta van Dinther als Kulisse für seine Performance “Unearth”, die das Hau bereits 2022 im Rahmen von “Tanz im August” gezeigt hat. Mit reduzierten Mitteln, nur mit Körper und Stimme, ergründet seine Choreografie für zehn Tänzer:innen das Verlangen, Vergangenes noch einmal zu erleben. Insgesamt 225 Minuten sind die Performenden in Bewegung. Zu verschiedenen Einlasszeiten kann sich das Publikum einfinden, frei durch den Raum bewegen, Platz nehmen und gehen, wenn es sich richtig anfühlt.

WANN: Die Performance “Unearth” von Jefta van Dinther findet am Samstag, den 13. September, sowie am Sonntag, den 14. September statt. Pro Tag gibt es drei Ticket-Slots, online buchbar.
WO: HAU Hebbel am Ufer, St. Elisabeth Kirche, Invalidenstraße 3, 10115 Berlin.

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Courtesy: CHEAP.

Gropius Bau: Cheap

Nebel, Musik, Wrestling, Poesie und Recht verschmelzen in der Performance “The Word Falls”. Das Berliner Kollektiv Cheap hat sie eigens für den Lichthof des Museums Gropius Bau entwickelt. Teil davon ist Vaginal Davis, deren Einzelausstellung noch bis zum Ende der Berlin Art Week läuft. Die Punk-Ästhetik der Gruppe erweitern auf Einladung unter anderem der Violinist Michael Barenboim mit dem Nasmé Ensemble und Bakr Khleifi.

WANN: Die Performance “The Word Falls” von Cheap beginnt am Donnerstag, den 11. September, um 20 Uhr. Die Performance ist ohne Ticket fürs Museum zugänglich.
WO: Gropius Bau, Lichthof, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin.

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Isaac Chong Wai, Falling Reversely (2021/2024), Foto: Atsushi Kakefuda. // vAL, Foto: Luis Alberto Rodriguez.

Neue Nationalgalerie: “Perform!”-Festival

Die Terrasse der Neuen Nationalgalerie gehört auch in diesem Jahr den Performances. Im Rahmen der Festivalreihe “Perform!” führt Isaac Chong Wai “Falling Reversely” auf – eine Arbeit, die einigen von der letzten Venedig-Biennale bekannt sein könnte. Die Performenden stemmen sich gegen die Bewegung des Fallens. vAL aka Corey Scott-Gilbert hat eine neue Arbeit produziert, außerdem wird mit “Mirror Piece I & II” von Joan Jonas auch eine historisch wichtige Performance aufgeführt.

WANN: Das Programm der Veranstaltungsreihe “Perform!” geht von Mittwoch, den 10. September, bis Sonntag, den 14. September. Die Performances sind ohne Ticket fürs Museum zugänglich.
WO: Neue Nationalgalerie, Terrasse, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin.

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© Cem A.

Trauma x Texte zur Kunst: “Crit Club Berlin”

Dass sich bei einer Podiumsdiskussion mal wieder alle Panelist:innen ein bisschen zu einig sind, weiß Cem A. zu verhindern. Der Künstler hinter dem beliebten Meme-Account @freeze_magazine hat mit “Crit Club” ein Format geschaffen, bei dem die Teilnehmenden gezwungen sind, einander zu widersprechen. Pro Veranstaltung steht eine Frage im Raum. Die Debattierenden bilden Lager, wobei sie nicht zwingend ihren eigenen Standpunkt verteidigen – nach der Hälfe der Zeit wird getauscht. Während der Berlin Art Week veranstalten Trauma und Texte zur Kunst in der St. Elisabeth Kirche in Mitte einen “Crit Club” zur Frage: “Sollte Kunst wettbewerbsorientiert sein?” Es debattieren der Künstler Abbas Zahedi, die Künstlerin Flaka Haliti, der Journalist Kabir Jhala sowie die Kuratorin Lisa Long. Die Moderation übernimmt die Kritikerin Kate Brown.

WANN: “Crit Club Berlin” startet am Mittwoch, den 10. September, um 19 Uhr. Einlass ist ab 18.30, der Eintritt ist frei.
WO: St. Elisabeth Kirche, Invalidenstraße 3, 10115 Berlin.

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Luiza Prado, „Bedrotting (The Fall of Cyrene)“, Detail, Textildruck, 2025. © Luiza Prado.

Neun Kelche: Luiza Prado

Das erotische Potenzial von Cloud-Speicher ist womöglich ein verkanntes. Luiza Prado jedenfalls lädt mit “Cloud Erotics (Between the oracle of sweltering Jupiter and the sacred tomb of old Battus)” bei Neun Kelche ein, dem Begehren im digitalen Datenraum nachzuspüren. Die Performance findet im Rahmen ihrer Ausstellung “Send Nudes (The Fall of Cyrene)” statt.

WANN: Die Performance “Cloud Erotics (Between the oracle of sweltering Jupiter and the sacred tomb of old Battus)” beginnt am Freitag, den 12. September um 19 Uhr.
WO: Neun Kelche, Pasedagplatz 3-4, 13088 Berlin.

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