Nürnberger Kunstgriff
23.02. – 01.03.18

23. Februar 2018 • Text von

Die Woche bringt drei gänzlich unterschiedliche Ausstellungshighlights – Marco Stanke zeigt in Zirndorf seine ‚Kollektive‘, die letzte Bundestagswahl wird fotografisch revue passiert und in der Oechsner-Galerie wird malerisch-installativ ein chinesisches Überwachungsszenario karikiert.

© Marco Stanke

© Marco Stanke

Immer ein bisschen kunterbunt und manchmal auch irgendwie ein wenig alleine – Marco Stanke’s ‚Teile‘, Ableitungen und Variationen des Rechtecks, schräge Leinwandgebilde irgendwo zwischen Malerei und Objekt, scheuen häufig die Einsamkeit und schließen sich oft und gerne zu variablen ‚Kollektiven‘ zusammen. Seine Wandarbeiten sind feine Gespinste, in ihren Zusammenstellungen oft flüchtig und nur für diesen Moment, bevor sie wieder gut verpackt und wohlbehütet auf ihren nächsten Einsatz warten.

WANN: ‚Pluriball‘ meint einfach ‚Luftpolsterfolie‘ und wird heute Abend, am Freitag, den 23. Februar, um 19 Uhr eröffnet. Die Ausstellung läuft bis zum 23. März.
WO: Zirndorf liegt unweit westlich von Nürnberg; die Gesellschaft für Museum und Kunst ist Im Pinderpark 5.

Ausschnitt aus einem überdimensionalen Wahlplakat der Ausstellung "Wahltag"

Ausschnitt aus einem überdimensionalen Wahlplakat der Ausstellung „Wahltag“

Am morgigen Eröffnungstag ist die letzte Bundestagswahl exakt fünf Monate her und angesichts der derzeitigen Lage in Berlin offenbar immer noch hochaktuell. 13 Mitglieder der hiesigen Fotoszene haben den 24. September des letzten Jahres intensiv fotografisch begleitet; passend irgendwie, dass die Ausstellung der an diesem Tag entstandenen Arbeiten erst jetzt und mit einiger zeitlicher Verzögerung zur Wahl eröffnet wird.

WANN: Am morgigen Samstag, den 24. Februar, ist ab 18 Uhr geöffnet.
WO: Die Fotoszene hat ihren Projektraum im Erdgeschoss des Atelier- und Galeriehaus Defet, Gustav-Adolf-Straße 33.

Detail aus der Rauminstallation "WeChat", Verena Issel, 2018

Detail aus der Rauminstallation „WeChat“, Verena Issel, 2018

Verena Issel, die in Hamburg unter anderem bei Pia Stadtbäumer und Franz Erhard Walther studierte, zeigt ihre Arbeit zum ersten Mal in der Oechsner Galerie. In einer eigens für die Galerie entwickelten Rauminstallation schafft Issel ein geschlossenes System aus Bildern, Wandmalereien, Plastikrohren und Chatsymbolen, das den Ausstellungsraum selbst zum Bildraum macht. ‚WeChat‘, der chinesische Nachrichtendienst für Smartphones, auf den sich Issel bezieht und der inzwischen um viele weitere Funktionen erweitert wurde, mündet in eine beinahe gänzliche Überwachung und Kontrolle des Nutzers. Der scheinbar naive Zugriff auf und durch die App wird nun durch Issels Arbeit karikiert und persifliert. Befremdlich – aber sehenswert!
Parallel eröffnet nebenan im Institut für moderne Kunst die Ausstellung ‚High Res Low Brow‘ mit Gört Gramlich, Florian Kuhlmann und Timothy Shearer.

WANN: Wie immer zeitgleich mit dem Institut (und diese Woche auch mit der Fotoszene) eröffnet auch die Oechsner Galerie am morgigen Samstag, den 24. Februar, um 19 Uhr.
WO: Die Oechsner Galerie ist im Obergeschoss des Atelier- und Galeriehaus Defet in der Gustav-Adolf-Straße 33.

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