Nürnberger Kunstgriff
20.01. – 26.01.17

20. Januar 2017 • Text von

Nürnberg hat Fernweh: Juergen Teller nimmt uns mit nach Bubenreuth. Mit „Travelogue“ kommt ihr von Berlin nach Northampton. Kurze Pause bei den„Debutanten“. Via Fotografien zu Flüchtlingscamps. Am Ende die Reise ausklingen lassen bei melancholischen Zeichnungen. Straffes Programm.

Juergen Teller, Suppenteller, Bubenreuth 2016, Copyright and courtesy the artist

Juergen Teller, Suppenteller, Bubenreuth 2016, Copyright and courtesy the artist

Zugegeben, unser erster Halt klingt nicht sehr exotisch, denn Bubenreuth liegt hinter Erlangen und dort möchte man als Nürnberger nicht mal tot über dem Zaun hängen. Für Juergen Teller hat dieser Ort große Bedeutung. Hier steht sein Elternhaus, sein Jugendzimmer gibt es auch noch und er, der sich rund um den Globus fotografiert hat, macht sich auf Spurensuche in Franken. Die Ausstellung ist trotzdem im Kunstpalais. Wir sind gespannt.

WANN: Am Samstag, den 21. Januar, öffnen sich die Pforten um 19 Uhr zu „Juergen Teller. Return to the Galaxy (Erlangen)“.
WO: Vom Bahnhof lauft ihr in wenigen Minuten zum Kunstpalais, am Marktplatz 1, in Erlangen.

Heike Gallmeier "Tavelogue" in der Galerie Sima © Heike Gallmeier

Heike Gallmeier „Travelogue“ in der Galerie Sima © Heike Gallmeier

Mit der Reise im Zwiegespräch, so könnte man den Ausstellungstitel von Heike Gallmeier übersetzen. Der Blick in die geöffnete Rückansicht eines Kleinbusses erinnert entfernt an Beuys „Rudel“. Für „Travelogue“ hat die Künstlerin den Transporter zu einem mobilen Wohnatelier umgebaut, in dem sie gefundene Materialien zu Installationen zusammensetzt. Eher intuitiv als intentional gelangte sie durch Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich und  Großbritannien. In der Ausstellung treten die „Trouvaillen“, die bearbeiteten Fundstücke und Fotografien in Dialog zu den temporären Installationen.

WANN: Von Berlin nach Northampton reist ihr am Dienstag, den 24. Januar, ab 19 Uhr.
WO: Für die Anreise in die Galerie Sima, in der Hochstraße 33, empfehlen wir die öffentlichen Verkehrsmittel mangels Parkplätzen.

Isabelle Enders: Pfeffermühlen „Kolibri“ © Foto Isabelle Enders

Isabelle Enders: Pfeffermühlen „Kolibri“ © Foto Isabelle Enders

Zur Erfrischung werden „Debutanten“ gereicht: In diesem Jahr haben die Professorinnen und Professoren der AdBK Nürnberg Karina Kueffner und Isabelle Enders für die Debutantenförderung des Freistaats Bayern ausgewählt. Während die Malerin Kueffner mit Bildreduktion und zeitlich begrenztem Malprozess Gemäldelimbo tanzt, reizt Enders die Grenzen von Funktionalität und Formgebung ihrer angewandten Arbeiten aus.

WANN: Freut euch auf die belebende Wirkung von „Debutanten“ am Mittwoch, den 25. Januar, um 19 Uhr.
WO: In der Ausstellungshalle der Akademie der Bildenden Künste in der Bingstr. 60, also fast im Wald, dürft ihr tief Luft holen.

Aus der Ausstellung "Inshallah / Patatas" © Jonas Höschl / Röszke (Hungary), September 2015

Aus der Ausstellung „Inshallah / Patatas“ © Jonas Höschl / Röszke (Hungary), September 2015

„Inshallah / Patatas“, Segen und Kartoffeln, das klingt in fränkischen Ohren nach gemütlichem Sonntagmittag. Dieser Ausstellungstitel ist keineswegs gemütlich gemeint. Er wirkt noch ungemütlicher, wenn man weiß, dass Jonas Höschl und Alfred Rohn während ihrer Helfertätigkeit in Flüchtlingscamps, beispielsweise in Idomeni oder auf Lesbos, das Leben der Menschen dokumentiert haben. „Ihre Bilder zeugen von der Anteilnahme an einem virulenten und gesellschaftlich drängenden Thema und stellen zugleich den Versuch dar, das vor Ort Erlebte in Bildern zu beschreiben,“ so Johannes Kersting über die Werke.

WANN: So Gott will eröffnet die Ausstellung am Mittwoch, den 25. Januar, um 19 Uhr.
WO: Ziemlich genau in der Mitte zwischen Gostenhof und Bärenschanze residiert das Edel Extra in der Müllnerstraße 22.

Aus der Ausstellung „Zwischen Raum und Zeit – Fiktion und Realität“ © Marie Gerstner

Aus der Ausstellung „Zwischen Raum und Zeit – Fiktion und Realität“ © Marie Gerstner

Am Ende jeder Reise befällt den Reisenden leise Wehmut und er fühlt sich ein wenig verloren. Mit Bleistift, Aquarellpinsel und fotografischen Eindrücken aus dem täglichen Leben setzt Marie Gerstner ihre Motive um. „Ihre Bilder vermitteln stets etwas Melancholisches. […] Schwarz, Weiß und, wenn überhaupt nur ein Hauch von Farbe auf dem Papier.“ Die Lieblingsmotive der Kinderbuchillustratorin sind Menschen „Zwischen Raum und Zeit – Fiktion und Realität“.

WANN: Die Vernissage am Donnerstag, den 26. Januar, um 20 Uhr ist eine prima Gelegenheit um das Glas auf die Kunstreise der letzten Woche erheben.
WO: Zur Weinerei gelangt ihr über die Ostermayr Passage in der Königstraße 33-37.

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