Nürnberger Kunstgriff
04.11. – 10.11.16

4. November 2016 • Text von

Eine Preisvergabe und eine Enthüllung könnten Anlass sein mal wieder eine Krawatte umzulegen. Aber keine Panik, es wird nicht nur offiziell, auch für den Cap- und Sneakers-Typ wird sich Gelegenheit bieten sich wohlzufühlen.

Die Stadt Nürnberg lädt zur Verleihung der Preise für Kunst und Wissenschaft ein. Schon im Juli wurde beraten und entschieden, wer die unterschiedlichen Preise 2016 erhalten wird und nun wartet die offizielle Vergabe. Den höchstdotierten Preis wird der bildende Künstler Professor Peter Angermann in Empfang nehmen dürfen. Der Künstler studierte an der Akademie in Nürnberg und in Düsseldorf als Schüler von Joseph Beuys. Zwar arbeitet er hauptsächlich als Maler, ist jedoch durch die Gestaltung des U-Bahnhofs „Hohe Marter“ in Nürnberg im öffentlichen Stadtbild vertreten und somit im alltäglichen Leben so mancher Nürnberger präsent. Wer gerne mehr Arbeiten von Angermann sehen möchte, dem empfiehlt sich die aktuelle Ausstellung „Trampolin“ in der Galerie Sima. Weitere Preisträger sind der Karikaturist Gerd Bauer, der Verein „Fotoszene e.V.“, die Band „The Golden Keys“, die Autoren- und Theatergruppe „Poetisches Theater des Projekts Muse(en)-Lesungen“ und die Künstler Franz Janetzko und Sebastian Tröger. In der aktuellen Ausgabe des Stadtmagazin Curt können wir ein Interview mit Sebastian Tröger über sein künstlerisches und musikalisches Arbeiten lesen. Und auch wir von gallerytalk haben ihn schon zum Gespräch getroffen. Außerdem wurde er kürzlich mit dem Volker-Hinniger-Preis 2017 der Stadt Bamberg ausgezeichnet.

WANN: Die Preisverleihung findet am 7. November statt.
WO: In der Tafelhalle in der Äußeren Sulzbacher Straße 62 werden die Preise in Empfang genommen.

Sebastian Kuhn, Rorschachtelephone, 2015, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016 für Sebastian Kuhn, Foto: Christian Klugmann

Andreas Oehlert, Hit, 2006, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016 für Andreas Oehlert, Foto: Jürgen Schabel

Unter dem Titel „Bei Anruf – Hit!“ präsentiert das Neue Museum zwei neue Errungenschaften für die Sammlung. Es handelt sich um die Arbeiten „Rohrschachtelephone“ von Sebastian Kuhn und „Hit“ von Andreas Ohlert. Sebastian Kuhn stellt im Sinne der Spiegelbilder eines Rohrschachtests zwei Telefonzellen mit dem Rücken zueinander, die so in Kommunikation zueinander treten. Oder eben nicht, denn aufgelöst wird dieses in Kontakttreten durch ein weiteres Objekt, welches sich zwischen den beiden Zellen befindet und das ein überdimensionales Stahlkissen darstellt. Die Funktionalität der Telefonzellen ist zudem aufgelöst, da gar keine Telefone im Inneren zu finden sind, sondern bunte Leuchtröhren und Spiegel. Die Skulptur „Hit“ von Andreas Ohlert bedient sich ebenfalls alltäglichen Materialien und bringt diese in skurrile Komposition. Verschiedenfarbige Fäden sind durch eine Konstruktion von hängenden Ringen gefädelt, so dass ein Gebilde entsteht, welches sich von der Decke zum Fußboden erstreckt. In Form von immer kleiner werdenden Kreisen mutet es wie aufeinandergestapelte Hutschachteln an oder ein ausgefahrenes Teleskop. Die formale Stricktheit, der Formen und Farben wird auf der anderen Seite der Skulptur aufgelöst, auf der sich alle Farbfäden in einer chaotischen Säule zum Boden hin vereinen.

WANN: Die Eröffnung der Präsentation ist am 10. November um 18 Uhr.
WO: Im Neuen Museum über den Eingang am Klarissenplatz.

 

Titelbild zur Ausstellung "Super Cock", Philipp Eyrich & Mateusz von Motz,

Titelbild zur Ausstellung „Super Cock“, Philipp Eyrich & Mateusz von Motz

Und ich möchte schon fast sagen „zum Glück“ ist diese Woche auch noch ein weniger förmliches und mehr experimentelles Event dabei: das Austellungslabor #18 in der Akademie, dieses Mal von Philipp Eyrich und Mateusz von Motz. Zu Beginn jedes Semesters findet eine Eröffnung des Ausstellunslabors statt, die gleichzeitig Anlass für die Bewerbungen für das kommende Semester ist. Alle Besucher dürfen ihre Wahlstimme abgeben, wer im darauf folgenden Semester das Ausstellungslabor bespielen darf. „Super Cock“ ist der plakative Name der Ausstellung, die sich mit Raum, Architektur, Landschaft und Kunstrezeption beschäftigt. Ganz schön allumfassend diese Beschreibung, deshalb am besten selbst anschauen, wer Interesse hat oder wer gerne skatet. Es wird nämlich eingeladen die Ausstellungslandschaft als Treffpunkt und Skatepark zu nutzen.

WANN: Was sich wirklich hinter dem Super Cock verbirgt, könnt ihr am 10. November um 19 Uhr herausfinden. Die Ausstellung wird bis zum 17. November jeweils Dienstag bis Samstag von 13-18 Uhr geöffnet sein.
WO: In der Ausstellungshalle der Akademie in der Bingstraße 60.

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