Münchner Kunstgriff
20.05. – 02.06.20

20. Mai 2020 • Text von

Auch in München strecken sich die Galerien nach der Frühlingssonne. Gemeinsam haben Nir Altman, Jahn und Jahn, JO VAN DE LOO, Christine Mayer, Deborah Schamoni und SPERLING abgestimmte Sonderöffnungszeiten vereinbart. Nach den Corona-bedingten Schließungen der Galerien soll dieser Zusammenschluss als Zeichen der Solidarität gesehen werden.

Susi Gelb: USER-DEFINED LANDSCAPE, Galerie Nir Altman.

Galeriebesuche sind wieder möglich und auch neue Ausstellungen werden gezeigt. Statt der aktuell nicht möglichen Eröffnungen besteht am 28. und 29. Mai von 12 bis 21 Uhr und am 30. Mai von 12 bis 17 Uhr die Möglichkeit, die Ausstellungen gemeinsam mit den Galerist*innen und ausstellenden Künstler*innen zu erleben.

Neue Ausstellung in neuen Räumen. Nir Altman hat die letzten Wochen genutzt und ist mit seiner Galerie nach Giesing umgezogen. Seine neuen Räume eröffnet er nun mit einer Einzelausstellung von Susi Gelb. Unter dem Titel „user-defined landscape“ zeigt die Künstlerin Objekte und Videos, die sich mit der Modifizierung und Veränderung der Umwelt durch den Menschen beschäftigen. In ihrer künstlerischen Praxis widmet sich Susi Gelb der fließenden Grenze zwischen Natur und Technologie, in der Galerie Nir Altman inszeniert sie eine Landschaft, die über sich hinausweist.

WANN: Zu sehen ab Donnertag, den 28. Mai, bis Samstag, den 01. August 2020.
WO: Nir Altman Galerie, Alpenstraße 12, 81541 München.

Navid Nuur: Untitled, 2015 Stretched canvas, Gesso, Jahn und Jahn.

Wir hatten schon im letzten Kunstgriff vor der „aktuellen Situation“ auf diese beiden Ausstellungen in der Galerie Jahn und Jahn hingewiesen. Wer sie noch nicht gesehen hat, kann ja nun die Sonderöffnungszeiten nutzen, um sich die Ausstellung „Noailles“ von Sebastian Dacey und die Präsentation „What is lost in time Will be found by time“ von Navid Nuur in den Räumen im Glockenbachviertel ansehen. Aber schnell, die Ausstellungen enden am 30. Mai.

WANN: Noch zu sehnen bis zum 30. Mai.
WO: Galerie Jahn und Jahn, Baaderstraße 56 B und C, 80469 München.

Andreas Chwatal: Homme Fatal, Galerie Jo Van De Loo.

Der Mensch übt nicht nur anderen Menschen gegenüber mitunter zu unrecht Macht aus, auch in der Beziehung zur Natur verhält sich die Menschheit durchaus rücksichtslos. So bezieht sich der Titel der Einzelausstellung „Homme Fatal“ von Andreas Chwatal in der Galerie Jo Van De Loo auf die gesamte Menschheit (homme = Mann, Menschheit) und in diesem Kontext konkret auf den Umgang der Menschheit mit der Natur. Die nur auf den ersten Blick nostalgische Perspektive des Künstlers lenkt den Fokus auf aktuelle Fragen nach Unterdrückung, Machtmissbrauch und Anmaßung.

WANN: Zu sehen ab Donnertag, den 28. Mai, bis zum 25. Juli 2020.
WO: Galerie Jo Van De Loo, Theresienstraße 48, 80333 München.

Kristina Schmidt: Schmidti City, 2020, Galerie Christine Mayer.

Der Frühling kippt schon leicht in den Frühsommer, die Blüten der Pflanzen blitzen in der immer wärmer werdenden Sonne. Die Galerie Christine Mayer feiert den Frühling: Unter dem Titel „Wenn die Kastanien blühen“ zeigt sie eine umfassende Gruppenausstellung mit mehr als 20 Positionen.

WANN: Zu sehen von Freitag, 22. Mai bis zum 20. Juni 2020.
WO: Galerie Christine Mayer, Liebigstraße 39, 80538 München.

Amalia Ulman: Excellences & Perfections (Instagram Update, 6th July 2014), 2015, Courtesy: the Artist and Deborah Schamoni.

Zwischen Stillstand und Handlungsfähigkeit. Die Galerie Deborah Schamoni präsentiert unter dem Titel „Fables of Resurrection“ eine Gruppenausstellung, die eine Momentaufnahme zersplitterter zeit-räumlicher Erfahrungen sein soll. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten vermitteln traumähnliche Zustände und verweben unterschiedliche Formen der Geschichtenerzählung um neuartige Beziehungen zwischen dem individuellen und sozialen Körper zu hinterfragen. Gezeigt werden Arbeiten von Judith Hopf, Maryam Hoseini, Yong Xiang Li, Aileen Murphy, Eric Sidner und Amalia Ulman.

WANN: Zu sehen ab Donnertag, den 28. Mai, bis zum 8. August 2020.
WO: Galerie Deborah Schamoni, Mauerkircherstraße 186, 81925 München.

Malte Zensen: Untitled, 2020, Ausstellung: Im Regio 3, totale Verwirrung, Galerie Sperling.

Malte Zenses‘ Inspiration beginnt oft mit einer Erinnerung, einem Ort oder einer Momentaufnahme. Mit ironischer Nonchalance nutzt und erweitert er das Vokabular der abstrakten Malerei und des neuen Realismus und integriert autobiografische Fragmente. Unter dem Titel „Im Regio 3, totale Verwirrung“ zeigt die Galerie Sperling neue Arbeiten, die bereits im Winter 2019/20 entstanden sind, aber treffend die aktuelle Situation reflektieren; sie setzen sich mit theoretischen und romantischen Dimensionen einer möglichen Apokalypse auseinander.

WANN: Zu sehen ab Donnertag, den 28. Mai, bis zum 25. Juli 2020.
WO: Galerie Sperling, Regerplatz 9, 81541 München.

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