Münchner Kunstgriff
22.01. – 04.02.20

22. Januar 2020 • Text von

Viele Variablen in München: Jeden Tag eine Vernissage und eine Finissage in der AkademieGalerie, eine dreiteilige Oper von Sophie Schmidt im fructa space, Sung Tieu und Monira Al Qadiri in den Kapseln des Haus der Kunst und Iza Tarasewicz‘ „Variables“ in der Loggia.

Iza Tarasewicz – Variables, Loggia München.

Irgendwo zwischen Ähnlichkeit und Unterschied bewegt sie sich, die Ambivalenz. Iza Tarasewicz‘ Arbeiten wirken nie unpräzise, werden wohl aber nie eindeutig lesbar sein. Wie auch? Die Künstlerin gibt dem Besucher ihrer Ausstellung „Variables“ bei Loggia nur Verwirrung mit auf dem Weg. Modelle ihrer großen Kunstinstallationen sowie Zeichnungen stellt Tarasewicz ein Zitat aus „The Birth of Physics“ von Michel Serres zur Seite. Serres denkt darin nach über die Komplexität des Seins. Wer ihm gedanklich folgt, dem explodiert über kurz oder lang der Kopf – nicht im wahrsten Sinne des Wortes, versteht sich, aber eben doch so viel, dass der Knoten im Hirn komplett ist. Das alles könnte abschrecken, wäre es nicht so wahnsinnig vielversprechend.

WANN: Die Eröffnung ist am Mittwoch, den 29. Januar ab 19 Uhr, die Ausstellung läuft noch bis Sonntag, den 15. März.
WO: Loggia München, Gabelsbergerstraße 26, 80333 München.

Kapsel 11: Sung Tieu. Zugzwang, Haus der Kunst.

Neues Jahr, neue Präsentationen in den „Kapseln“ des Haus der Kunst. Die psychologischen Auswirkungen von Verwaltungsapparaten und die Politik der daraus resultierenden Design-Ästhetiken untersucht die deutsch-vietnamesische Künstlerin Sung Tieu in einer umfangreichen Neuproduktion. Unter dem Titel „Zugzwang“ unterzieht Tieu die modernen Formen bürokratischer Zirkulation und Regulation einer kritischen akustischen und visuellen Untersuchung. Unter dem Titel „Holy Quarter“ zeigt das Haus der Kunst in der Kapsel 12 in der Südgalerie neue Arbeiten von Monira Al Qadiri, einer der bedeutendsten Künstlerinnen der Golfregion. Sie produziert für die Ausstellung neun Skulpturen sowie einen neuen virtuosen Film, „Holy Quarter“, gedreht in der weltweit größten Wüstenregion „Empty Quarter“ zwischen Saudi-Arabien, Oman und Jemen. Am 30. Januar gibt es READY FOR 2020 – Exhibition Opening, Concert und Party. Geboten werden ein Round Table mit den KünstlerInnen und KuratorInnen der Kapsel-Ausstellungen, Live Performances mit psychedelischer Shaabi Musik des libanesischen Duos PRAED, Pop-up-Talks, Listening Session, DJ Line-up by CHARLIE und mehr.

WANN: Beide Kapseln sind ab dem 31. Januar geöffnet und deren Inhalt bis zum 26. Juni zu sehen.
WO: Haus der Kunst, Prinzregentenstraße 1, 80538 München.

Sophie Schmidt: Da warf sie ihre Zunge raus, es gab keinen schöneren Vorhang, fructa space.

Von Köpern, Insekten und Stimmen. Die Münchner Künstlerin Sophie Schmidt verkörperlicht In ihren Bildern, Skulpturen und Performances Werdungs- und Transformationsprozesse, organische wie mechanische. Dabei schöpft sie in ihrer künstlerischen Praxis aus einem individuellen Kosmos aus Formen, Farben und Begriffen. Sie spielt mit organischen Motiven, bricht diese auf, verfremdet und verformt sie. Im fructa space präsentiert sie diesen Januar unter dem Titel „Da warf sie ihre Zunge raus, es gab keinen schöneren Vorhang“ eine Oper über die Tragik des menschlichen Körpers in drei Teilen. Nach dem Vorgesang am 9. Januar wird am Donnertag, den 30. Januar ein inszeniertes Rezitativ mit Texten der Künstlerin und von Sophia Mainka, Christina Madenach und Lilian Robl stattfinden.

WANN: Das Rezitativ findet am Donnerstag, den 30. Januar ab 18 Uhr statt, die Premiere des ersten Aktes folgt am 14. Februar.
WO: fructa space, Leonrodstrasse 89, 80636 München.

AkademieGalerie, Projektklasse Cordula Ditz, You’re not [ ] , but I am.

Vernissage mit Finissage, jeden Tag, das ist mal eine Ansage. Die AkademieGalerie im Zwischengeschoss der U-Bahn-Station Universität soll ein Fenster in die Akademie hinein sein und präsentiert das ganze Spektrum an künstlerischen Positionen, die an der Akademie vertreten sind. Dieses Fenster nutzt zwischen dem 25. Januar und dem 9. Februar nun die Projektklasse Cordula Ditz für einen Marathon. In täglich wechselnden Ausstellungen werden unter dem Titel „You’re not [ ] , but I am“ Arbeiten von Studenten gezeigt.

WANN: Vom 25. Januar bis zum 9. Februar.
WO: AkademieGalerie, U-Bahnhaltestelle Universität – Ausgang Akademiestraße, 80799 München.

 

Der Absatz zur Ausstellung in der Loggia wurde von Anna Meinecke verfasst und ist Teil der Februar-Ausgabe des Superpapers.

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