Münchner Kunstgriff
16.06. – 30.06.20

16. Juni 2020 • Text von

In München ist es im Juni kollaborativ und dialogisch. Wir empfehlen euch Anicka Yi und Trisha Donnelly im Espace Louis Vuitton, die Klasse Peter Kogler in der AkademieGalerie und im Internet, Constantin Luser und James Brown an beiden Standorten der Galerie Klüser und die initiative “K” in der Lothringer13.

Dieses Bild ist ein Filmstill der Arbeit The Flavor Genome von Anicka Yi. Zu sehen ist ein wissenschaftlicher Aufbau mit Reagenzgläsern und eine blühende Topfpflanze im Hintergrund

Anicka Yi: The Flavor Genome (2016). © Anicka Yi. Courtesy of the Fondation Louis Vuitton. Work presented in partnership with Solomon R. Guggenheim Museum, New York.

Wie können Sinneseindrücke und -wahrnehmungen unser Verhalten beeinflussen? Welche Gemeinsamkeiten haben visuelle Montage, Aromen-Analyse und eine “Biopolitik der Sinne”? Diesen Fragen stellen sich die Künstlerinnen Anicka Yi und Trisha Donnelly. Unter dem Titel “The Flavor Genome” werden ab dem 26. Juni einander ergänzende Werke der beiden im Espace Louis Vuitton München präsentiert. Die Schau würdigt Yi als diesjährige Preisträgerin des „Award for the Filmic Oeuvre“, einer von Louis Vuitton gestifteten Auszeichnung, die jeweils anlässlich des Münchner Festivals KINO DER KUNST verliehen wird. Yis 3D-Projektion wird mit einem Werk der US-amerikanischen Künstlerin Trisha Donnelly konfrontiert, ein fruchtbarer Dialog soll eingeleitet werden.

WANN: Die Ausstellung ist von Freitag, dem 26. Juni 2020 bis zum 10. Januar 2021 zu sehen.
WO: Espace Louis Vuitton, Maximilianstraße 2a, 80539 München.

Dies ist ein Screenshot eines Zoom-Meetings. Zu sehen sind, in kleinen Kacheln, Kunststudenten der Akademie in München und ihr Professor, Peter Kogler.

akademiegaleriehomeoffice.de, Klasse Kogler der AdBK München.

Auch Kunststudenten waren in letzter Zeit öfters in digitalen Meetings und Calls. Und wie es Kunststudenten so machen, integrieren sie diese Erfahrung nun einfach in ihre Kunst. Unter dem Titel und auf der Domain “akademiegaleriehomeoffice.de” ist so ein Projekt der Akademie der Bildenden Künste München und der Klasse Peter Kogler entstanden. Bis zum 31. Juli sind in der U-Bahn-Galerie im Bahnhof Universität künstlerische Beiträge in Form von aufgezeichnetem Material und Live-Projekten zu sehen. Das Ausstellungsformat will die Bedingungen reflektieren, unter denen aktuell produziert und ausgestellt wird, und existiert parallel in der realen Welt und im Internet.

WANN: Das Projekt läuft noch bis zum 31. Juni.
WO: U-Bahn-Haltestelle Universität (U3/U6), Ausgang Nord sowie hier und hier.

Die ist die Abbildung einer Skulptur des Künstlers Constantin Luser. Der Titel der Arbeit ist N9 (2017) und sie stellt einen abstrakten Kopf dar, der aus einzelnen Linien geschaffen ist.

Constantin Luser: N9 (2017), Galerie Klüser.

Die Galerie Klüser eröffnet im Juni zwei Ausstellungen: In der Galerie Klüser 2 sind neue kinetische Skulpturen und Spiegelglasbilder von Constantin Luser zu sehen. In seiner künstlerischen Praxis widmet sich der Österreicher dem Umgang mit Linien, Raum und Volumen. Linien verlassen die Zweidimensionalität, sie werden räumlich. Mit der Ausstellung “In Memoriam JAMES BROWN 1951-2020″ will die Galerie mit Respekt und Dankbarkeit an den kürzlich verstorbenen James Brown erinnern. Sein Werk zeichnet sich durch den Einsatz von ungewöhnlichen Materialien wie besondere Papierarten, Stoffe, Fotos, diverse gefundene Objekte und antike Rahmen aus, die er in seinen Papierarbeiten mit traditionellen Techniken wie Pastellkreide, Tusche und Ölmalerei kombiniert.

WANN: Beide Ausstellungen sind bis zum 1. August zu sehen.
WO: GALERIE KLÜSER, Georgenstrasse 15 und GALERIE KLÜSER 2 Türkenstrasse 23, 80799 München.

Das K 2020 Signet von Anna Lena von Helldorff zeigt ein Diagramm. Blaue und Rote Pfeile und Kurven verweisen aufeinander und schaffen ein dynamisches Bild.

K 2020 Signet, © Anna Lena von Helldorff.

Auch die Lothringer 13 startet wieder, nun unter neuer Leitung. Für das erste, kollaborative Projekt lädt die transdisziplinäre Initiative „K“ im Sommer 2020 unter dem Titel “This house is not a home” mehr als 40 Akteure aus unterschiedlichen Bereichen ein, in der Ausstellungshalle in Haidhausen eine ebenso simulierte wie nutzbare Wohnsituation einzurichten. So sollen Modelle, Formate und Praktiken des Zusammenlebens erfahren, erprobt und reflektiert werden. Nach einer kollektiven Erfahrung der Einsamkeit sind die Themenkomplexe, die in diesem Projekt verhandelt werden sollen, hochaktuell: Wie lassen sich jetzt, da intime sowie offene Zusammenkünfte nicht mehr selbstverständlich realisiert werden können, neue Politiken des Miteinander-Seins und -Arbeitens entwickeln?

WANN: Das Projekt findet zwischen dem 25. Juni und dem 20. September statt.
WO: Lothringer 13 Halle, Lothringer Straße 13, 81667 München.

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