Hamburger Kunstgriff
12.05. – 19.05.16

12. Mai 2016 • Text von

Der Hamburger Kunstgriff hat auch diese Woche allerlei Spannendes für euch im Gepäck: Freuen dürft ihr euch zum Beispiel auf Japan zu Gast im Gängeviertel, eine Armada von Dixi-Klos in den Deichtorhallen, naturwissenschaftlich-performative Videoinstallationen bei Frappant e.V. sowie prominent kuratierte Haustierkunst in der Galerie Kai Erdmann.

Am Donnerstag, den 12. Mai, lohnt sich ein Besuch im Gängeviertel. Dort gastiert das Künstlerkollektiv C.A.P. aus Kobe in Japan und präsentiert in der neu eröffneten Fabrique einen Einblick in seine Arbeiten. C.A.P. – kurz steht das für „the conference on art and art projects“ – wurde 1994 von 12 Künstlern gegründet – zwei von ihnen zeigen nun im Rahmen des internationalen Projekts „See, Saw, Seeds“ ihr Schaffen im Gängeviertel: Yuki Asano kreiert filigrane, raumumspannende Installationen aus Gegenständen des Alltags, während sich Satoko Fujikawa gekonnt und poetisch zwischen den Gattungen Illustration, Textil und Bildhauerei bewegt.

WANN: Los geht es am 12. Mai ab 19 Uhr. Die Ausstellung endet am 26. Mai mit einer Finissage, ebenfalls um 19 Uhr.
WO: MOM Art Space – Fabrique im Gängeviertel, Valentinskamp 34, 20355 Hamburg

Andreas Slominski, The O of the Door, 2015. Courtesy the artist

Andreas Slominski, The O of the Door, 2015. Courtesy the artist

Am Freitag schicken wir euch dann in die Deichtorhallen. In der Halle für zeitgenössische Kunst eröffnet Andreas Slominskis „Das Ü des Türhüters“. Dabei handelt es sich nicht um eine klassische Werkschau des seit den 1980ern aktiven Künstlers, sondern um eine extra für die Deichtorhallen konzipierte Großinstallation. Dreh und Angelpunkt der Arbeit sind öffentliche Toilettenhäuschen, wie man sie von Baustellen, aber auch so ziemlich jedem Festivalbesuch kennt. Für Slominski repräsentierten die mobilen Kunststoffhäuschen den Umbruchcharakter unserer modernen Städte – Hunderte von ihnen hat er für die Ausstellung zusammengetragen und sie dekoriert, verfremdet oder gänzlich dekonstruiert. Definitiv kein Griff ins Klo, wovon ihr euch am Freitag den 13. überzeugen könnt.

WANN: Zur Eröffnung könnt ihr euch am 13. Mai ab 19 Uhr einfinden. Danach läuft die Ausstellung noch bis 21. August
WO: Haus für aktuelle Kunst, Deichtorstraße 1, 20095 Hamburg

IRIS-A-MAZ, Videostill aus "ES IST NICHT ALLES GRÜN DAS WÄCHST" (2013/2016)

IRIS-A-MAZ, Videostill aus „ES IST NICHT ALLES GRÜN DAS WÄCHST“ (2013/2016)

Wem am Freitag der Sinn mehr nach bewegten Bilder steht, kann bei Frappant e.V. einen Blick riskieren. Dort werden unter dem mysteriösen Titel „Es ist nicht alles grün, das wächst“ drei Videoarbeiten des Künstlerduos IRIS-A-MAZ vorgestellt. Was genau man sich darunter vorzustellen hat? Naturwissenschaftliche Forschung meets künstlerische Performance. Einen ersten Teaser gibt es hier – alles andere findet ihr am besten selbst in der Viktoria-Kaserne heraus.

WANN: Das Event beginnt am Freitag, den 13. Mai, um 19 Uhr. Die Videos starten um 19:30 Uhr. Danach ist die Ausstellung noch bis 22. Mai zu sehen.
WO: Frappant e.V. Zeiseweg 9, Viktoria-Kaserne, 22765 Hamburg

Kris Lemsalu, Treasure box violence, Dimension variabel, Keramik, Textilien, Metall, Stühle, 2016, Courtesy Temnikova & Kasela Gallery, Tallin & Galerie Kai Erdmann, Hamburg

Kris Lemsalu, Treasure box violence, Dimension variabel, Keramik, Textilien, Metall, Stühle, 2016, Courtesy Temnikova & Kasela Gallery, Tallin & Galerie Kai Erdmann, Hamburg

Und zum Schloss noch ganz frech ein Ausblick auf die nächste Woche. Am 20. Mai eröffnet nämlich bei Kai Erdmann am Klosterwall „Yoga Dogs“. In der Gruppenausstellung geht es um Tierdarstellungen – mit Referenzpunkten, die vom schnöden Werwolf über die kreatürlichen Monster des Unterbewusstseins bis zu Aby Warburgs Schlangenritual der Pueblo-Indianer reichen. Andrew Gilbert, Dino Gonza, Okka-Esther Hungerbühler, Kris Lemsalu, Thomas Palme, Mary-Audrey Ramirez und Alexander Wolf haben sich mit dem Thema des domestizierten Tiers auseinandergesetzt, kuratiert hat Veit Loers, der unter anderen am Fridericianum in Kassel und als Bundeskurator der Sammlung Zeitgenössischer Kunst Deutschlands tätig war. Und laut Pressetext werden auf der Vernissage sogar noch kulinarische Köstlichkeiten gereicht: Echte italienische Strangolapreti und Malbec-Wein. Also nichts wie hin!

WANN: Eröffnet wird die Ausstellung am 20. Mai ab 20 Uhr. Bis 1. Juli habt ihr dann Gelegenheit, die Gruppenshow in Augenschein zu nehmen.
WO: Galerie Kai Erdmann, Klosterwall 4, 20095 Hamburg

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