Hamburger Kunstgriff
17.10. – 30.10.19

17. Oktober 2019 • Text von

Geklebt, gebaut und zugenäht! Natürlich wird auch im Oktober in den hanseatischen Galerien eher geklotzt als gekleckert. Dabei geht es nicht nur ums Handwerk, sondern ganz unterschiedliche Künstler*innen beleuchten Fragen der Identität, Perspektive, Authentizität und, ganz allgemein, die Frage: Wie wollen wir leben?

Luzia Simons: Jardim 7, 2014, scanogram, pigment print auf Mitsuma Awagami Papier, 127 x 90 cm © Luzia Simons VG Bild-Kunst, Bonn

„Natürlich!“ So selbstverständlich preist die Circle Culture ihre hochkarätig besetzte Gruppenausstellung an. Aber was steckt eigentlich hinter diesem Schlagwort? Fiete Stolte, Hermann Nitsch, Luzia Simons, Julian Schnabel, Kevin Earl Taylor, Konrad Wyrebek, Inna Levinson, Lennart Grau und Marco Reichert steuern Arbeiten bei, die den Begriff kritisch hinterfragen. Es geht um Natur, Originalität, Authentizität und Nachhaltigkeit in der Kunst.

WANN: Eröffnet wird am Freitag, den 25. Oktober, ab 14 Uhr.
WO: Circle Culture, Bismarckstraße 98, 20253 Hamburg.

Simone Fezer: In with in

Um ähnliche Fragen der Nachhaltigkeit, Wahrnehmung und Konstruiertheit geht es auch im Nachtspeicher23. Fragile, organisch wirkende Plastiken winden sich durch den Ausstellungsraum, verschiedene Materialien schmiegen sich sinnlich aneinander und evozieren so einerseits architektonische Zusammenhänge als auch Körperlichkeiten. Unter dem Titel „Within limits and spheres“ zeigen Simone Fezer, Bianca Müllner & Helge Emmaneel sowie Hanna Woll Plastiken, Installationen, Zeichnungen und Malerei.

WANN: Sie Ausstellung startet am Freitag, den 18. Oktober, ab 19 Uhr.
WO: nachtspeicher23 e.V., Lindenstr. 23, 20099 Hamburg.

Carmen Winant

Bei Carmen Winant geht es ebenfalls um Körper, genauer ihren eigenen und den ihres kleinen Sohnes. Sie sitzt in ihrem Atelier, wählt Bilder aus, schneidet, arrangiert und klebt unerlässlich ihre Collagen. Im Raum 14a zeigt sie unter dem Titel „A history of my pleasure“ die Ergebnisse dieser fast schon automatisch – unbewusst – ablaufenden Gestaltungsgeste. Die US-amerikanische Künstlerin ordnet vorgefundene Bildwelten dem eigenen Körpergedächtnis unter, verleibt sie der Perspektive der Künstlerin ein, andererseits beobachtet sie ihren Sohn genau, untersucht dessen Körpergrenzen und fertigt Zeichnungen.

WANN: Los geht’s am Donnerstag, den 17. Oktober, ab 19 Uhr.
WO: 14a, Elligersweg 14a, 22307 Hamburg.

Detailaufnahme von Sarah Naqvi: Shrine of Memories

Um die spezifisch weibliche Perspektive geht es auch der indischstämmigen Künstlerin Sarah Naqvi bei Âme Nue. Dabei bedient sie sich der traditionellen Stick- und Textil-Techniken Indiens um die gesellschaftliche Rolle der Frau zu hinterfragen.

WANN: Die Ausstellung läuft noch bis Montag, den 28. Oktober.
WO: Âme Nue, Schaarsteinwegsbrücke 2, 20459 Hamburg.

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