Hamburger Kunstgriff
15.2. – 21.2.17

14. Februar 2018 • Text von

Das Hamburger Kunstwochenende wartet mit gleich drei Eröffnungshighlights an einem Abend auf: “Working with the List of Deaths” in der Affenfaust, die „Westwerk.Schau“ mit fünf Performancekünstlerinnen im Westwerk und “Proof” mit Goya, Eisenstein und Longo in den Deichtorhallen. 

Janina Luckow: Working with the List of Deaths, Affenfaust Galerie

Janina Luckow: Working with the List of Deaths, Affenfaust Galerie

Wir starten unsere Kunstgriff-Runde auf St. Pauli in der Affenfaust.”Working with the List of Deaths” heißt das Projekt von Janina Luckow, das heute in der Paul-Roosen-Straße gezeigt wird. Bei der titelgebenden Todesliste handelt es sich um die vom europäischen Netzwerk UNITED zusammengetragenen Namen der Menschen, die an den Grenzen der “Festung Europa” ihr Leben lassen mussten.

Der Pressetext fasst es eindrücklich zusammen: 33.305 Menschen sind es, die durch die Folgen des europäischen Systems der Migrationskontrolle sowie durch Abschiebeprozeduren, Unterbringungs- und Haftbedingungen oder Unzulänglichkeiten während des Asylbewerbungsprozesses gestorben sind. Die Installation in de Affenfaust versucht diese bedrückende Zahl begreifbar zu machen und regt zu Fragestellungen an: Was für Ursachen und Gründe stecken hinter Flucht und Migration?

WANN: Los geht es am Freitag, den 16. Februar, ab 19 Uhr, danach ist “Working with the List of Deaths” am Sonnabend und Sonntag jeweils von 14 bis 18 Uhr zu sehen.
WO: Affenfaust Galerie, Paul-Roosen-Straße 43, 22767 Hamburg.

Thordis-Meyer. Claudia-Lomoschitz: Induzierte-Laktation. 2016. Georg-Oberweger

Thordis-Meyer. Claudia-Lomoschitz: Induzierte-Laktation. 2016. Georg-Oberweger

Weiter in Richtung Innenstadt lädt das Westwerk zur Performance-Schau. “Westwerk.Schau” nennt sich der Abend, an dem fünf junge Hamburger Künstlerinnen – Nathalie Dickscheid, Insa Griesing, Thordis Meyer, Juliana Oliveira und Ann-Kathrin Quednau – ihre aktuellen Arbeiten präsentieren.

Das Spektrum der Perfomances reicht dabei von “Küchengeräten mit Stimmklang und Wellenlängen voller Spannkraft bis zu Studien über hölzerne Handlungsfreiheit und einem experimentellen Live-Konzert.” Man darf gespannt sein! Wer nach den Darbietungen noch Lust auf einen Schnack mit den Künstlerinnen hat, hat kann die Gelegenheit beim Schopf ergreifen und im Zuge von Workshops und Gesprächen den Austausch suchen.

WANN: Die Westwerk.Schau startet Freitagnachmittag um 15 Uhr. Am Sonnabend, den 17. Februar, läuft der zweite Teil von 14 bis 23 Uhr mit anschließender Party.
WO: Westwerk, Admiralitätstr. 74, 20459 Hamburg

Sergei Eisenstein: Battleship Potemkin, USSR, 1925 (Still). Gosfilmofond of Russia, Moscow

Sergei Eisenstein: Battleship Potemkin, USSR, 1925 (Still). Gosfilmofond of Russia, Moscow

Und schließlich präsentieren uns die Deichtorhallen unter dem Titel “Proof” ein auf den ersten Blick ziemlich ungewöhnliches Künstler-Dreigestirn: Francisco Goya, Sergei Eisenstein und Robert Longo. Drei Länder – Spanien, die Sowjetunion und die USA – drei Jahrhunderte – und trotzdem diverse Gemeinsamkeiten: Sowohl Goya als auch Eisenstein und Longo erlebten einen Jahrhundertwechsel und dokumentierten in ihren Arbeiten die Auswirkungen von Revolutionen, aufkommenden Bürgerrechtsbewegungen und kriegerischen Auseinandersetzungen.

Wie die ursprünglich vom Garage Museum of Contemporary Art in Moskau konzipierte Ausstellung funktionieren soll – davon könnt ihr euch im Haus für aktuelle Kunst selbst ein Bild machen.

WANN: “Proof” eröffnet am Freitagabend ab 19 Uhr und läuft danach noch bis zum 27. Mai.
WO: Deichtorhallen Hamburg, Haus für aktuelle Kunst, Deichtorstraße 1-2, 20095 Hamburg.

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