Hamburger Kunstgriff
05.09. – 11.09.19

5. September 2019 • Text von

Der Saisonstart zeigt sich in der Hansestadt auch neben den gemeinsamen Eröffnungsabenden im Kontorhausviertel und auf der Fleetinsel pickepackevoll mit Kunst. Dabei geht es zum Teil recht kurios zu, etwa bei Gudberg Nerger, in der Altstadt und der Galerie der Villa.

Svenja Maaß

Wo verläuft eigentlich die Grenze zwischen Mensch und Tier? Gibt es überhaupt eine? Über diese Fragen ist sich die Wissenschaft nie einig geworden, nun nehmen sich bei Gudberg Nerger acht Künstler und Künstlerinnen dieser Frage an. Die Gruppenausstellung kommt dabei zu komischen bis grotesken Ergebnissen, die die Frage ganz neu aufrollen.

WANN: Eröffnet wird am Donnerstag, den 05. September, ab 19 Uhr.
WO: Gudberg Nerger, Poolstraße 8, 20355 Hamburg.

Ausstellungsansicht: Bellealliance#3 SHE, mit Arbeiten von Hans Hübener und Anik Lazar Foto: Fred Dott / GaleriederVilla

Anik Lazar und Hans Hübener zeigen in der Galerie der Villa unter dem Titel „She“ mit Arbeiten zu den Themen Bewegung, Tanz, Mensch und Technik. Sie ist zugleich die Abschiedsausstellung der Reihe Bellealliance und die letzte Gelegenheit, die Galerie der Villa in der Bellealliancestrasse zu besuchen. Eines der Highlights der Eröffnung wird sicherlich die Performance von Anik Lazar mit einem Poledance der Mutter der Künstlerin sein.

WANN: Los geht‘s am Donnerstag, den 05. September, ab 18 Uhr.
WO: Galerie der Villa, Bellealliancestr. 35, 20259 Hamburg.

Arne Lösekann [besetzen] Animation einer Station der Installation bei Nacht ©Arne Lösekann

Kurios wird es teilweise auch an zehn Orten in der Hamburger Altstadt. Der Künstler Arne Lösekann und die Kunsthistorikerin Anne Simone Krüger haben sich zusammengetan, um auf halbvergessene Geschichten und Hintergründe aufmerksam zu machen. Die interaktive Installation besteht aus ehemaligen Kirchstühlen aus St. Katharinen, Fundstücken und Hintergrundtexten. Sie ist Teil des Projektes Altstadt_neudenken und offizieller Bestandteil des Tags des offenen Denkmals.

WANN: Die Installation ist ab Freitag, den 06. September bis zum 24 September täglich rund um die Uhr zugänglich.
WO: Hamburger Altstadt. Als Startpunkt bietet sich die Kreuzung von Rathausstraße und Kleiner Johannisstraße an.

Sophia Schama: A 2419, Acryl auf Leinwand, 60 x 50 cm, 2019

Die Galerie Evelyn Drewes zeigt mit der Ausstellung „Spoiler 2“, wie unterschiedlich Malerei sein kann. Der äußerlich reduzierte, abstrakte Stil von Sophie Schama steht dabei nicht nur im Kontrast zu der inhaltlichen Aussagekraft ihrer Arbeiten, die sich mit dem Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur befassen. Er bildet auch einen aufschlussreichen Gegenpart zu Tobias Köbsch, dem es mit seinen realistischen Arbeiten nicht um reine Abbildung, sondern um eine kritische Reflexion des Verhältnisses von „Bild- und Welt-Bewusstsein“ geht. Mit dem Verhältnis von Realität und Illusion befasst sich auch die zeitgleich laufende Ausstellung „Watchlist II/2019“: In seiner Fotografieserie „Nature“ inszeniert sich Stefan Krauth in wechselnden Kostümen und wechselnder Umgebung selbst und spürt, immer wieder im bewussten Spiel mit dem Klischee, den Sehnsuchtsbildern unserer Zeit und ihrer kommerziellen Ausbeutung nach.

WANN: Eröffnet wird im Rahmen der gemeinsamen Saisoneröffnung der Galerien im Kontorhausviertel am Freitag, den 06. September um 18 Uhr. Die Ausstellungen laufen dann noch bis zum 18. Oktober.
WO: Galerie Evelyn Drewes, Burchardstr. 14, 20095 Hamburg.

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