Hamburger Kunstgriff
04.06. – 17.06.20

4. Juni 2020 • Text von

Die Nick and Vera Munro Foundation konstatiert kunsthistorischen Anspruch. Die Affenfaust Galerie fordert zur kritischen Prüfung von Denkmustern auf. Bei Melike Bilir wird eine Gruppenausstellung buchstabiert und das Ernst Barlach Haus lädt zum Ausflug in den „Kosmos Ost“. 

Installationsansicht aus der Ausstellung “A Gift of My Parents” von Rosemarie Trockel. © Nick and Vera Munro Foundation, VG Bild Kunst, Bonn 2020, Sprüth Magers.

Installationsansicht aus der Ausstellung “A Gift of My Parents” von Rosemarie Trockel. © Nick and Vera Munro Foundation, VG Bild Kunst, Bonn 2020, Sprüth Magers.

„A Gift of My Parents“ ist der Titel der Eröffnungsausstellung mit neuen Arbeiten von Rosemarie Trockel, mit der die Nick and Vera Munro Foundation eine ebenfalls neue Projektreihe ins Leben ruft. Das Format, mit dem die renommierte Galeristin Vera Munro den letzten Willen von Songwriter und Producer Nick Munro umsetzt, konzentriert sich klar auf etablierte Künstler*innen: Kunsthistorische Relevanz in Abgrenzung zu kurzlebigen Trends. Rosemarie Trockel, eine der relevantesten zeitgenössischen deutschen Künstler*innen, ist für die Eröffnungsschau also geradezu prädestiniert.

WANN: Die Ausstellung läuft bereits und ist bis Januar 2021 zu sehen. Informationen zu den Öffnungszeiten und Hygiene- und Abstandsregelungen findet ihr auf der Homepage.
WO: Nick und Vera Munro Foundation, Galerie Vera Munro, Heilwigstraße 64, 20249 Hamburg.

"Justiz" (Seitenansicht), Acryl und Lack auf Holz, 49,5x38x18 cm, 2020.

Doppeldenk: „Justiz“ (Seitenansicht), Acryl und Lack auf Holz, 49,5x38x18 cm, 2020.

Keine Lust auf Dystopien in Krisenzeiten? So einfach macht es sich die Affenfaust Galerie nicht. Für das Leipziger Künstlerduo „Doppeldenk“ ist sein aus George Orwells Roman „1984“ entlehnter Name Programm: Mit der Ausstellung „100 + 1 Jahre Bauhaus“ widmet sich das Duo gegenwärtigen Formen der Gedankenmanipulation und des Zwiedenkens, die in ihren Arbeiten neonfarbene Gestalt annehmen. Ist das Doppeldenk so omnipräsent wie das Bauhaus im vergangenen Jubiläumsjahr oder ist am Ende gar nicht überall, wo Bauhaus draufsteht, auch Bauhaus drin? 

WANN: Die Ausstellung „100 + 1 Jahre Bauhaus“ läuft von Samstag, den 06. Juni bis zum 08. August. Geöffnet ist von Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr.
WO: Affenfaust Galerie, Paul-Roosen-Straße 43, 22767 Hamburg.

Gruppenausstellung in der Galerie Melike Bilir. Foto: nasa-unsplash.

Gruppenausstellung in der Galerie Melike Bilir. Foto: nasa-unsplash.

„Die Welt ist ganz“, auch heute noch: Melike Bilirs gleichnamige, enzyklopädische Groupshow geht nach fünf Jahren in die zweite Runde. Das Alphabet („Von A bis Z“) als Symbol des Ganzheitlichen und als kleinster gemeinsamer Nenner der Sprache und damit der Kommunikation dient der Ausstellung als Gerüst. 26 Zeichen, die sich wiederfinden wollen und das Ins-Gespräch-Kommen intendieren. 

WANN: „Die Welt ist Ganz: Von A bis Z (Teil 2)“ läuft ebenfalls ab Samstag, den 06. Juni und dauert bis zum 31. Juli. Aktuelle Öffnungszeiten findet ihr auf der Homepage der Galerie. 
WO: Galerie Melike Bilir, Admiralitätstraße 71, 20459 Hamburg.

Willy Wolff: Henri Toulouse-Lautrec, 1969, Albertinum / Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Elke Estel / Hans-Peter Klut

Willy Wolff: Henri Toulouse-Lautrec, 1969, Albertinum / Galerie Neue Meister, Staatliche Kunstsammlungen Dresden © VG Bild-Kunst, Bonn 2020, Foto: Elke Estel / Hans-Peter Klut.

Ostdeutsche Kunstgeschichte in Hamburgs Westen: Das Ernst Barlach Haus zeigt Arbeiten von 52 Künstler*innen aus der ehemaligen DDR. Die in Gattung, Stilrichtung, Sujet und Aussagegehalt betont heterogenen Exponate sollen dazu beitragen, die im Westen Deutschlands in ihrer Vielschichtigkeit häufig noch immer unterschätzte ostdeutsche Kunst der Jahre 1949 bis 1989 in den Fokus zu rücken. Zwecks Zusammenwachsen von Ost und West auch auf kunsthistorischer Ebene. Die Arbeiten sind Bestandteil der Sammlung des Dresdner Albertinums, das im Gegenzug anlässlich des 150. Geburtstags von Ernst Barlach Sammlungsstücke aus dem Barlach Haus zeigt.

WANN: Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. September und kann von Montag bis Sonntag zwischen 11 und 18 Uhr besucht werden. 
WO: Ernst Barlach Haus, Baron-Voght-Straße 50 a, Jenischpark, 22609 Hamburg.

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