Hamburger Kunstgriff
04.02. - 10.02.2016

4. Februar 2016 • Text von

Gut und Böse sind im wahren Leben nicht so leicht trennbar, wie im Disney-Film. Echt komplex. Was ganz sicher ist: Cola trinken hat mehr Spaß gemacht, als es noch verboten war. Sich im Schattenreich der Dunkelheit umherzutreiben ist manchmal eben einfach spannender, als auf der Sunny Side of Life. Und dunkles Schwarz ist außerdem generell eine äußerst vorteilhafte Farbe.

Um die Farbwahl geht es jedoch bei Feinkunst Krüger gar nicht unbedingt. Bei „Your Light is my Darkness (part 2)“ handelt es sich um eine Malereiausstellung von 9 internationalen Künstlern. Wem die Ausstellung „Malerei, böse“ im Hamburger Kunstverein gefallen hat, kann hier vermutlich großen Gefallen finden. Das „Böse“ lockt und man munkelt, es soll  gar sexuell anzüglich werden. Gib doch zu, dass das zieht.

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Die von der Berliner Kunsthistorikerin Ann-Kathrin Wegener und der Journalistin Michaela Kühn konzipierte Ausstellung wurde bereits mit Erfolg in Berlin gezeigt und wandert weiter nach Amsterdam. Die Ausstellungen variieren dabei leicht in Besetzung und Bildmaterial.

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Der Kunst und besonders der Malerei mangelt es heutzutage an Ironie, Sinnlichkeit und Frechheit. Das Zusammenspiel der gezeigten Arbeiten soll einen Widerhall hervorrufen, der den Betrachter berauscht, amüsiert, abstößt und jungen Künstlern Mut macht, sich nicht von einem kunstfeindlichen System bestimmen zu lassen. Zu sehen sind Werke von Fritz Hornstück, Sebastian Vögel, Philip Grözinger, Nampo Harnkawa, Julius Hofmann, Stilart Isaak, Michael Kirkham, Henning Klee und Stu Mead

WANN: Vernissage ist am Samstag, den 6. Februar ab 20.00 Uhr. Die Ausstellung ist dann bis zum 27. Februar zu sehen.
WO: Feinkunst Krüger, Kohlhöfen 8, 20355 Hamburg

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Und dann doch ein fröhlicher Lichtblick, denn es wird Geburtstag gefeiert – und das den ganzen Februar über. Unter dem Motto „Solange wir hier sind“ beginnt am 4. Februar ein Festmonat voller Veranstaltungen im Westwerk, der den Blick auf 30 Jahre eigensinnige Kulturarbeit richtet. In den vergangenen 30 Jahren hat die kollektive Kulturarbeit des Westwerks die gesamte „Fleetinsel“ als kulturellen Schwerpunkt der Stadt geprägt.

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 Für das Programm 2016 sind Künstlerhäuser aus Hamburg, aus anderen Städten und Ländern ins Westwerk eingeladen, die Perspektiven und Bedingungen ihrer eigenen Arbeit und Kontexte in den Räumlichkeiten zu zeigen und sich zu vernetzen. Im Rahmen der Veranstaltungen werden Fragen aufgeworfen, die Relevanz für ganz Hamburg mitbringen, denn beim bedrohlich schrumpfenden Kulturetat der Stadt ist die Schaffung und Behauptung eines selbst verwalteten künstlerischen Freiraums so nah an das Zentrum „eigentlich“ eine Unmöglichkeit.

WANN: Eröffnet wird am 4. Februar um 19 Uhr. Zum Programm geht’s hier.
WO: Westwerk e.V., Admiralitaetstrasse 74, 20459 Hamburg.

Und dann lockt uns noch ein wissenschaftlich-künstlerisches Symposium im Rahmen des Graduiertenkollegs „Ästhetiken des Virtuellen“ an der HfbK: „Visualität und Abstraktion. Über die Effekte von Abstraktionen im Feld des Sichtbaren“. Im Fokus des Symposiums steht die künstlerische und wissenschaftliche Befragung von Blick- und Sichtbarkeitsregimen, wie von nicht-menschlichem Sehen im Verhältnis zu Abstraktion, zu Subjekten und Körpern. Die Beiträge des Symposiums umfassen drei sich überschneidende Themenkomplexe: Unter „Daten sehen“ werden optische Apparate als Prozessoren von »Gesichtetem« untersucht, „Karten schreiben“ richtet die Aufmerksamkeit auf die Normierung von Körpern wie auf die Kolonialisierung von Territorien, und unter „Muster lesen“ wird Identifizieren als Form der Abstraktion problematisiert. Mehr nehmen wir nicht vorweg.

WANN: Am 5. und 6. Februar findet das Symposium statt.
WO: HFBK Hamburg, Lerchenfeld 2, Aula.

 

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