Die größte Show
Internationales Sommerfest auf Kampnagel

9. August 2016 • Text von

Betitelt mit dem griffigen Versprechen, auf die Hamburger Instanz der Pop-Avantgarde zu treffen, begrüßen wir mit sommerlichem Lächeln im Gesicht das internationale Sommerfest auf Kampnagel. Drei Wochen lang zeigen über 70 Künstlerinnen und Künstler ihre Arbeiten in einer interdisziplinären Schau. 

©ReinoutHiel

©Reinout Hiel

Wir werden in den kommenden drei Wochen über den Tellerrand unseres kleinen deutschen Dorfes blicken und künstlerische Zukunftsentwürfe aus aller Welt, außerhalb unseres kleinen deutschen Dorfs, erleben. Theater, Tanz, Musik, Film, Performance und natürlich die bildende Kunst erwarten uns auf dem Gelände der ehemaligen Maschinenfabrik Kampnagel. Einblicke in das gesamte Programm können wir erfreulicherweise nicht geben, denn es ist so maßlos bunt und komplex wie der Zirkusbesuch damals als man noch klein war– „Denn nichts macht Appetit wie ein Abend im Zirkus“, das hat Walter Benjamin so schön gesagt.

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Foto: Nicolas Ritter

Wie passend, dass eines der Highlights des Festivals, „The greatest show on earth“, die Crème de la Crème der internationalen Performance-Avantgarde in eine Manege zaubert! Hereinspaziert, wenn 14 Künstlerinnen und Künstler sich in einer Zirkus-Show den Herausforderungen an den Menschen im 21. Jahrhundert stellen und das Risiko der Body Art mit dem Spektakel körperlicher Leistungsfähigkeit verbinden.

Die Belgierin Miet Warlop macht Bildende Kunst mit den Mitteln des Theaters. Mit „Frusts of Labour“ knüpft sie an ihren Festival-Erfolg mit dem Disneyland-auf-Acid-Stück „Mystery Magnet“ aus 2013 an und zeigt einen Mezzomix aus Performance, Konzert und Bildender Kunst. Eine Installation aus Objekten und Musikern erwacht zum irren Bühnen-Leben und bringt so eine durchgedrehte Konterparade gegen Kontrolle und Restriktionen unserer aus den Fugen geratenen Welt auf’s Parkett.

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Foto: Frederik Röh

Und da sind wir auch beim Schwerpunktthema des Festivals angelangt: Kunst und digitaler Aktivismus. Zu Beginn der Digitalisierung war mit ihr die utopische Hoffnung verknüpft, aus der Welt einen besseren, friedlicheren Ort zu machen. Mittlerweile ist daraus ein Kontrollraum entstanden, ein Filter unserer Welt aufgelegt, durch den wir sehen was wir möchten – oder sollen, wer hat da noch den Überblick?! Um die Auseinandersetzung damit voranzutreiben, Blicke zu schärfen und Reaktionen abzubilden, wird auf Kampnagel in Zusammenarbeit mit der Körper-Stiftung ein Programm an Workshops und Lectures von Künstlern, Hackern und Aktivisten stattfinden, die ihre diversen Strategien die den digitalen wieder zu einem selbstbestimmten Raum machen können, vermitteln und in Bildern zusammenzufassen versuchen werden. 

WANN: Vom 10. bis zum 28. August wird die Kunst gefeiert. Programm und Tickets findet ihr hier.
WO: Kampnagel Internationale Kulturfabrik, Jarrestraße 20, 22303 Hamburg.

 

 

 

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