Best of DC Open Düsseldorf 2025 Diese Ausstellungen solltet ihr nicht verpassen
2. September 2025 • Text von Anna Meinecke
Wohin in Düsseldorf? Am DC-Open-Wochenende eröffnet gleich ein ganzer Schwung neuer Ausstellungen in Galerien und Off-Spaces. Unbedingt los also gen Petrine, Linienstraße, b41, Rinde am Rhein, Ruttkowski;68, ThisThat Gallery und Caprii.

Petrine: Pierre Allain
Amateur:innen müssen vielleicht zweimal hingucken, Gastro-Erfahrene erkennen direkt, was auf den Zeichnungen von Pierre Allain abgebildet ist: Küchenmobiliar. Als Vorlage für seine Serie “Self-Diagnosis” dienen dem Künstler Fotos aus Pariser Restaurants, in denen er gearbeitet hat. Zeichnend reflektiert und verdichtet er Erfahrungen während der Schichtarbeit, übersetzt er Hektik, Anspannung oder Erschöpfung in nüchterne Bilder. Die Galerie Petrine hat einige Arbeiten aus der Serie bereits auf der Art Basel Paris im vergangenen Jahr gezeigt. An ihrem Düsseldorfer Standort sind nun neue Werke zu sehen.
WANN: Die Ausstellung von Pierre Allain eröffnet am Freitag, den 5. September. Sie läuft bis zum 25. Oktober.
WO: Petrine, Suitbertusstraße 123a, 40223 Düsseldorf.

Linienstraße
Mit roten Flecken auf der Haut, einer Rechnung für Wartungsarbeiten am Auto und Gedanken zu Nostalgie beginnt eine Kurzgeschichte von Haris Giannouras, auf der wiederum die Ausstellung im Kunstraum Linienstraße basiert. Deren Titel “There is a guy standing in front of a fan on a hot summer’s night reminiscing about the past.” verrät, in welche Richtung Giannouras’ Erzählung sich entfaltet. Darauf setzen Rosa Aiello, The Artist’s Reserved Rights Transfer And Sale Agreement, The Hun, Swan Lee, Suzan Pitt, Ian Waelder und Quay Quinn Wolf mit ihren Arbeiten auf.
WANN: Die Ausstellung “There is a guy standing in front of a fan on a hot summer’s night reminiscing about the past.” eröffnet am Freitag, den 5. September. Sie läuft bis Samstag, den 20. September.
WO: Linienstraße, Linienstraße 28, 40227 Düsseldorf.
b41: Gamze Palabiyik
Wer wiederholt eine bestimmte Bewegung ausführt, wird sich nicht nur gedanklich daran erinnern. Auch der Körper kann Bewegungen abspeichern. “Muscle Memory” nennt man das, Muskelgedächtnis. So lautet auch der Titel der Ausstellung von Gamze Palabiyik im Kunstraum b41 von Baustelle Schaustelle. Gespannte Geigenbögen und lose Haarstähnen erinnern an Training und Disziplin, Fragilität und Strenge, Spannung und Choreografie.
WANN: Die Ausstellung “Muscle Memory” von Gamze Palabiyik eröffnet am Dienstag, den 2. September. Sie läuft bis Dienstag, den 30. September.
WO: b41, Baustelle Schaustelle, Brehmstraße 41 40239 Düsseldorf.

Rinde am Rhein: Dan Vogt
Keine unverbindliche Runde Wahrheit oder Pflicht, sondern Wahrheit oder Konsequenzen verspricht Dan Vogt mit seiner entsprechend titulierten Ausstellung “Truth or Consequences” im Ausstellungsraum Rinde am Rhein. Der Künstler weist in diesem Rahmen auf Parallelen häuslicher und militärischer Strukturen hin. Macht es einen Unterschied, ob Strategie und Spiel auf Befehl oder in gegenseitigem Respekt praktiziert werden? Ob Disziplin und Verantwortung erlernt oder antrainiert sind? Vermutlich schon. Oder? Die Annahme, familiäre Strukturen fußten auf Fürsorge und Freiwilligkeit anstatt auf Autorität und Zwang, dürfte sich in diesem Kontext hier als wenig haltbar erweisen.
WANN: Die Ausstellung “Truth or Consequences” von Dan Vogt eröffnet am Freitag, den 5. September. Sie läuft bis zum 5. Oktober.
WO: Rinde am Rhein, Kreuzstraße 49, 40210 Düsseldorf.

Ruttkowski;68: Philip Emde & Stefan Marx
Seit fünf Jahren treffen sich Philip Emde und Stefan Marx jeden Sommer im rheinland-pfälzischen Neustadt an der Weinstraße. Dort hat Emde ein Atelier und dort wiederum steht ein großer alter Siebdrucktisch. An dem haben die Künstler gemeinsam mit weiteren Freunden herumexperimentiert. Das Ergebnis dieser Sessions zeigt nun die Galerie Ruttkowski;68 unter dem Titel “5 Jahre Arbeit”: eine Serie von Monotypien auf Leinwand in Schwarz, Weiß und Rot. In der Gemeinschaftsarbeit verschmelzen Marx’ Schrift und Motive aus Emdes Steiftier-bevölkerten “Emdiland” sowie geteilte Erfahrungen während der Coronapandemie oder in der lokalen Eisdiele.
WANN: Die Ausstellung “5 Jahre Arbeit” von Philip Emde und Stefan Marx eröffnet am Sonntag, den 7. September, von 15 bis 18 Uhr. Sie läuft bis zum 19. Oktober.
WO: Ruttkowski;68, Grabbeplatz 2, 40213 Düsseldorf.
ThisThat Gallery: “The Breathing Corridor”
Einatmen, ausatmen, scrollen, wischen. Achtsamkeitspraktiken des Zen-Buddhismus und Social-Media-indizierter Dopaminausstoß erscheinen als gegensätzliche Modelle der Gedankenzirkulation. Die Gruppenausstellung “The Breathing Corridor” in der ThisThat Gallery denkt sie dennoch zusammen. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Paul Galas und Li Shurui. Wäre ja schön, wenn gelegentlich ein kurzes Innehalten beim Öffnen der App der Wahl gedankenlosen Content-Konsum steuern würde.
WANN: Die Ausstellung “The Breathing Corridor” eröffnet am Freitag, den 5. September.
WO: ThisThat Gallery, Hansaallee 22, 40547 Düsseldorf.

Caprii, Sies + Höke: Özlem Altın und Ali Altın
Allein, zu zweit oder auch mal zu mehreren haben Özlem Altın und Ali Altın ihre Figuren auf Bildträger geschickt. Dort interagieren sie vor Lattenzaun oder floaten im Unbestimmten. Unter dem Titel “We sing with our light” sind die Arbeiten der Geschwister im Ausstellungsraum Caprii der Galerie Sies + Höke zu sehen. Özlem Altın tritt in dem Kontext auch als Bewahrerin des künstlerischen Nachlasses ihres früh verstorbenen Bruders auf. Sie zeigt nur wenige Arbeiten und lässt sie schützend wachen über Ali Altıns Bildwelten.
WANN: Die Ausstellung “We sing with our light” von Özlem Altin und Ali Altin eröffnet am Freitag, den 5. September. Sie läuft bis Donnerstag, den 2. Oktober.
WO: Caprii by Sies + Höke, Orangeriestraße 6, 40213 Düsseldorf.
Das gesamte Programm zu DC Open gibt’s online. Nicht alle unsere Empfehlungen sind Teil der offiziellen Veranstaltung, aber eben mindestens genauso empfehlenswert.
Hierlang zu unseren DC-Open-Tipps für Köln.