Berliner Kunstgriff
8.10. – 14.10.19

8. Oktober 2019 • Text von

Wer ein Faible für Keramik hat, kann sich in dieser Woche glücklich schätzen. Grzegorzki Shows Berlin zeigt Arbeiten von Tjorg Douglas Beer, bei SOX eröffnen zwei der spannendsten Keramik-Künstler Berlins, Monika Grabuschnigg und Jake Kent. Wer sich hingegen für virtuelle Realität begeistert, sollte zur Julia Stoschek Collection.

Tjorg Douglas Beer, Group of Small, Medium, Large, 2019; ceramics, stamped, glazed, variable dimensions.
© VG Bildkunst; Courtesy Galerie Mikael Andersen Copenhagen.

„Some people write songs. I make things.“ Und Tjorg Douglas Beer macht allerhand Dinge. Der 1973 in Lübeck geborene Künstler arbeitet mit Leinwänden, mischt in seinen Malereien Tinte, Lack, Acryl- und Ölfarben und wird in der Ausstellung „Under The Octopus Tree“, die am Dienstag, den 8. Oktober, im Projektraum von Gregor Hildebrandt Grzegorzki Shows Berlin eröffnet, nun auch Keramiken zeigen. Letztere sind jüngst in Griechenland in Zusammenarbeit mit einem dort ansässigen Keramiker entstanden. Überhaupt spiegeln die Werke in „Under The Octopus Tree“ den Einfluss Beers Zeit in diesem südlichen Land sowie sein Interesse am Eskapismus, dem sich in der Fremde der griechischen Landschaft Verlieren.

WANN: Die Ausstellung „Under The Octopus Tree“ eröffnet am Dienstag, den 8. Oktober, um 18 Uhr.
WO: Grzegorzki Shows Berlin, Prinzenallee 78-79, 13357 Berlin.

Monika Grabuschnigg und Jake Kent „deep storage“, Detailansicht. Foto: Monika Grabuschnigg.

Die Reste der Irrelevanz beweinen. Romantischen Gedanken ein Grab bauen. Das hat Martin Maeller so schön geschrieben. Und er schrieb es über „deep storage“ oder jedenfalls anlässlich Ausstellung von Monika Grabuschnigg und Jake Kent bei SOX. Allein Maellers Worte könnten einen zur Eröffnung tragen, doch es sind auch große Erwartungen, die in den kleinen Kunstraum treiben. Grabuschnigg und Kent sind zwei der spannendsten Keramik-Künstler Berlins, sicher könnte man den Radius noch weiter ziehen. Die beiden arbeiten ganz unterschiedlich – er schnell, sie detailverloren. Gemeinsam sind sie angetreten, die Arbeitsroutine des jeweils anderen aufzubrechen. Und um einfach mal ein bisschen mehr Zeit miteinander zu verbringen. Grabuschnigg und Kent haben sich 2018 bei HORSEANDPONY kennengelernt. Beide waren Teil der Gruppenausstellung „Haptic House“. Sie wurden Freunde und wollten seitdem immer mal wieder was zusammen auf die Beine stellen. Jetzt war es so weit. „deep storage“ sieht anders aus als eine typische Grabuschnigg Arbeit und auch nicht wie eine von Kent. Auf 210 cm x 123 cm Keramik verschwindet die Autoren*innenschaft der Berliner Künstler*innen hinter einem gemeinsamen Rhythmus.

WANN: Eröffnung ist am Freitag, den 11. Oktober, ab 18 Uhr. Die Ausstellung läuft bis Freitag, den 15. November.
WO: SOX, Oranienstraße 175, 10999 Berlin.

Unser Interview mit Monika Grabuschnigg findet ihr hier.

Bjarne Melgaard, My Trip, 2019, Virtual Reality-Installation, 15′. Filmstill. Courtesy of the artist and Acute Art, London.

Das neue Medium der virtuellen Realität begeistert. Umso mehr kann man sich auf die Virtual-Reality-Präsentation in der Julia Stoschek Collection Berlin freuen. Letztere ermöglicht es in Kollaboration mit Acute Art London, einer Plattform, die unter der Leitung Daniel Birnbaums Gegenwartskünstlern und -künstlerinnen Zugang zu innovativen Technologien bietet, ab Samstag, den 12. Oktober, in „eine Art Kosmologie virtueller Realität“ einzutauchen. Ausgestellt werden neben der 2019 entstandenen Virtual-Reality-Produktion „My Trip“ des norwegischen Künstlers Bjarne Melgaard auch die Augmented-Reality-Werke der koreanischen Künstlerin Koo Jeong A, die bereits auf der 58. Biennale von Venedig zu sehen waren.

WANN: Die Ausstellung eröffnet am Freitag, den 11. Oktober, von 19 bis 22 Uhr.
WO: Julia Stoschek Collection Berlin, Leipziger Straße 60, 10117 Berlin

Der Absatz zur Ausstellung bei SOX stammt von Anna Meinecke.

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