Berliner Kunstgriff
30.07. – 05.08.19

30. Juli 2019 • Text von

Die Galerie EIGEN+ART Berlin bringt chinesische und deutsche Kunst in einen Dialog, das Künstlerhaus Bethanien bietet eine Reise zur Milchstraße sowie zu spannenden jungen Künstlern und im Kunstverein KunstHaus Potsdam geht man den Gedanken Gilles Deleuzes’ nach. Eine spannende Portion Kunst für heiße Sommerabende.

David Schnell, Mong Kok, 2018, courtesy Galerie EIGEN + ART Leipzig/Berlin, Foto: Uwe Walter, Berlin.

Für den Kunstmarkt ist China schon lange ein Markt mit hohem Potential – nicht nur eine wachsende Käuferschicht mit viel Kapital ist vorhanden, sondern auch eine gesteigerte Prominenz chinesischer Künstler in Ausstellungen weltweit. So überrascht nicht, dass die Galerie EIGEN+ART Berlin für ihre diesjährige Sommerausstellung fünf Professoren der China Academy of Art in Hangzhou eingeladen hat. Diese werden in der Ausstellung „West Lake: Breaking Open“ mit Werken dreier deutscher Künstler – Tim Eitel, Kai Schiemenz und David Schnell – ab Donnerstagabend präsentiert. Der Ausstellungstitel, eine Anspielung auf den West Lake Hangzhou, eine beliebte Touristenattraktion Chinas, gibt ebenso Aufschluss über die behandelten Sujets der ausstellenden Künstler – die Auseinandersetzung mit sozio-politischen Themen genauso wie Raum, Umwelt und Ökologie.

WANN: Die Eröffnung der Ausstellung West Lake: Breaking Open findet am Donnerstag, den 1. August, von 17 bis 20 Uhr statt.
WO: Galerie EIGEN+ART Berlin, Auguststraße 26, 10117 Berlin.

 

Jared Theis, Alle Arbeiten aus der Serie Cuties for Space Invaders, Installationsansicht „Wet Dreams“, Kunsthall Stavanger, Norwegen.

Für den Menschen ist es seit Jahrzehnten ein Faszinosum – die Weiten des Weltraums, die Unergründbarkeit des Universums. Am 21. Juli jährte sich die Mondlandung zum 50. Mal und scheint der Begeisterung für All, Planeten und Sterne keinen Abbruch zu tun. Im Gegenteil. Und so hat sich auch die am Donnerstagabend eröffnende Ausstellung „Milchstraßenverkehrsordnung“ im Künstlerhaus Bethanien den Traum einer möglichen Kolonisierung des Weltraums zum Thema gemacht. Kritisch stehen dabei die ausstellenden Künstler, darunter namhafte Positionen wie Gregor Hildebrandt, Gerd Rohling oder Bettina Scholz der „New-Space-Ära“ gegenüber und setzen sich dabei mit den Vorstellungen der literarischen Fiktionen auseinander, inwieweit die Möglichkeit tatsächlich für den Menschen besteht seinen Lebensraum auf Mars, Pluto oder Venus einzunehmen.

WANN: Die Ausstellung „Milchstraßenverkehrsordnung“ eröffnet am Donnerstag, den 1. August um 19 Uhr. Nicht verpassen sollte man an diesem Abend auch die OPEN STUDIOS der internationalen Atelierprogramme, das spannende KünstlerInnen vereint wie Irina Ojovan, Aline Bouvy oder Mikael Christian Strøbek.
WO: Künstlerhaus Bethanien, Kottbusser Straße 10, 10999 Berlin. Die OPEN STUDIOS befinden sich in den Atelier-Räumen in der Kohlfurter Straße 41 – 43.

Frank Höhle, Zwei junge Frauen IV, 2010, Farbfotografie, courtesy Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V..

Der Betrachter sehe nicht nur Fotografien, sondern stattdessen zwinge ihm die Fotografie das Klischee des repräsentativen Gedankenbildes auf, so formulierte es der französische Philosoph Gilles Deleuze. Die Ausstellung Image Of Thought, die am Sonntag, den 4. August im Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V. eröffnet, hat sich Deleuzes’ Diskurs zum Gedankenbild und zum Denkbild zum Thema gemacht. Vor diesem philosophischen Hintergrund haben sich die sieben ausstellenden Fotografen teils auf humorvolle Weise mit inhaltlichen Fragen zu Identität und Repräsentation auseinandergesetzt und das Medium Fotografie als Projektionsfläche untersucht.

WANN: Die Ausstellung „Image Of Thought“ eröffnet am Sonntag, den 4. August, um 17 Uhr.
WO: Kunstverein KunstHaus Potsdam e.V., Ulanenweg 9, 14469 Potsdam.

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