Berliner Kunstgriff
24.01. - 30.01.17

24. Januar 2017 • Text von

Diese Woche werden große Töne gespuckt, denn das CTM Festival zelebriert seine Eröffnung. Wer es lieber mucksmäuschenstill und besonnen mag, der darf sich alternativ so manche lohnenswerte Ausstellung zu Gemüte führen.

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Schall & Schnabel / Lucas Gutierrez „I Need A Break From Shining“

Bevor am Freitag der offizielle Startschuss für das CTM Festival fällt, darf am Donnerstag im Ritter Butzke schon mal vorgeschmeckt werden: Das Multimedia-Duo Schall & Schnabel (großes Kino!) hat mit dem argentinischen Künstler Lucas Gutierrez die Videoinstallation „I Need A Break From Shining” realisiert, die sich mit den postmodernen Tendenzen narzisstischer Lebensgestaltung auseinandersetzt. In der audiovisuellen Inszenierung des Tänzers und Models Darwin Stapel wird die Thematik im Kontext sozialer Medien, Kreativmilieus und urbaner Lebenskultur verhandelt. Die Veranstaltung ist Teil des Vorprogramms des CTM Festivals und ist vom 26. bis 29. Januar im ASUC, dem Projektraum des Ritter Butzke, zu sehen.

WANN: Die Vernissage samt Live-Performance findet am Donnerstag, den 26. Januar, von 19 bis 24 Uhr statt. Für Info’s hier entlang.
WO: A Space Under Construction (ASUC), 1. OG über dem Ritter Butzke, Ritterstraße 26, 10969 Berlin.

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Mike Q, CTM Festival Berlin.

Am Freitag ist dann auch endlich soweit und das CTM Festival zelebriert seine Eröffnung. Vom 27. Januar bis zum 5. Februar dreht sich alles um Musik, Musik, Musik. Und zwar vor allem um elektronische, digitale und experimentelle Klangkunstwerke sowie Kunst in der Sound- und Clubkultur. Das Festival lockt mit einem prall gefüllten Programm aus Vorträgen, Konzerten, Ausstellungen und Performances, bei dem kein Sinn unbeansprucht bleibt. Der Titel lautet dieses Jahr „Fear Anger Love“, wobei der Fokus auf verschiedenen Formen und Strategien von Emotionen in und durch Musik liegt. Bevor sich diesem allerdings ausgiebig gewidmet wird, knallen erstmal die Korken: Am Freitag findet in der Panoramabar die Opening Club Night und damit die offizielle Eröffnung des CTM Festivals statt.

WANN: Das CTM findet vom 27. Januar bis 5. Februar statt. Die Eröffnungssause steigt am Freitag, den 27. Januar. Einen Überblick über das gesamte Programm gibt es hier.
WO: Verschiedene Spielstätten, das Opening findet im Berghain statt.

2016 Navid Nuur Untitled (what is lost in time will be found by time) (triptych) (photo_ def image)

Navid Nuur „Untitled (what is lost in time will be found by time)“, Foto: def-image.com. Courtesy: the artist and Galerie Max Hetzler, Berlin | Paris.

Wer statt der Öhrchen lieber nur die Äuglein beanspruchen möchte, kann sich am Freitag alternativ in die Galerie Max Hetzler begeben, wo die Ausstellung „A&N&D“ des Künstlers Navid Nuur eröffnet. In seiner Schau setzt dieser sich mit der Dehnung menschlicher Wahrnehmung auseinander: Wie gehen Auge und Verstand mit Verschiebungen und Umkehrungen um? Wie reagiert man auf Objekte, die deplatziert oder vom falschen Blickwinkel aus betrachtet scheinen? Hinter dem Titel der Ausstellung verbirgt sich zugleich auch eine Art Leitfaden: Ein Modell visueller und mentaler Prozesse, in dem aus Verbindungen neue Verbindungen entstehen und sich interpretative Zusammenhänge in konzentrischen Kreisen entfalten. Abseits dessen muss man den Künstler nur einmal googlen, um festzustellen, dass seine Arbeiten nicht nur auf materieller und technischer Ebene versiert, sondern vor allem auch äußerst rästelhaft und poetisch sind. Deshalb: Anschauen.

WANN: Die Ausstellung eröffnet am Freitag, den 27. Januar, von 18 bis 21 Uhr. Nachgelesen werden darf hier.
WO: Galerie Max Hetzler, Bleibtreustraße 45, 10623 Berlin.

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Seth Pick „Mnemosyne/ A Room (in lieu of S.F)“, 2016. Courtesy: Gerhardsen Gerner, Berlin / Oslo. Foto credit: Matthias Kolb, Berlin.

Einen letzten Tipp drücken wir euch für den Freitag noch auf: Bei Gerhardsen Gerner eröffnet die Ausstellung „Velvet Breath“ des britischen Künstlers Seth Pick. Aus dessen geisterhaft wabernden Malereien schälen sich schemenhafte Figuren und Objekte; ein vollständiges Durchdringen ist unmöglich, das Uneindeutige siegt. Eine besondere Rolle im Arbeitsprozess des Künstlers spielt hierbei die Materialität der Farbe selbst: Die Gestalten formen sich aus ihr, sodass die Offenlegung des Entstehungsprozesses als integraler Bestandteil der Arbeiten verstanden werden kann. Verschlingend!

WANN: Die Eröffnung findet am Freitag, den 27. Januar, von 19 bis 21 Uhr, statt. Info’s findet ihr hier.
WO: Gerhardsen Gerner, Linienstraße 85, 10119 Berlin.

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