Berliner Kunstgriff
23.07. - 29.07.19

23. Juli 2019 • Text von

Der Garten der Lüste, das Paradies, Autonomie und mystisch durchmischte Klangwelten – das verspricht die Veranstaltungsauswahl dieser Woche: Im Gropius Bau eröffnet eine Gruppenausstellung, silent green und Klosterkirche werden zu musikalischen Experimentierorten und bei Tropez tanzt Young Boy Dancing Group.

Pipilotti Rist, Homo sapiens sapiens, 2005. Audio-Video-Installation (Videostill) © Pipilotti Rist, Courtesy: Pipilotti Rist, Hauser & Wirth und Luhring Augustine

Mit über 20 internationalen Künstler*innen eröffnet am Mittwoch im Gropius Bau die von Stephanie Rosenthal und Claudia Meister kuratierte Gruppenausstellung „Garten der irdischen Freuden“. Wie schon zur letztjährigen Manifesta in Palermo wird der Garten Ausgangspunkt und Verhandlungsort der Überlegungen, Erfahrungen und Handlungen: Der Garten als Metapher des komplexen Zustands der Welt, in der wir leben; als historischer geprägter Kreuzungspunkt und Ort von Migration und Vermischung einerseits und andererseits als Raum der Poesie und Natur, und Sinnbild des Paradies auf Erden. Zwischen diesen Polen kündigt die Ausstellung an, „soziale, politische und ökologische Phänomene wie Migration, Klimawandel, Kolonialisierung, Globalisierung, Kapitalismus sowie Gentrifizierung“ zu verhandeln und „Strategien [zu zeigen], die den Garten subversiv instrumentalisieren und so zum politischen Nährboden formen.“ 

WANN: Die Ausstellung eröffnet am Mittwoch, den 24. Juli um 19 Uhr und ist bis zum 1. Dezember zu sehen. Mehr Infos zu Öffnungszeiten und Preisen gibt es hier.
WO: Gropius Bau, Niederkirchnerstr. 7, 10963 Berlin.

Creamcake: Paradise Found. Identity and image by Sybil Montet.

In der Klosterruine findet am Samstag der zweite von insgesamt drei Abenden der Musik- und Performance-Reihe „Paradise Found“ statt. Als offene und queere Plattform arbeiten Creamcake an der Schnittstelle von Musik, Kunst und Technologie und untersuchen dabei insbesondere den Einfluss des Internets auf Musik. Mit dem experimentell-progressiven Programm „Paradise Found“ reagieren sie auf eine immer schneller werdende Gegenwart und stellen dieser das Machen und Erleben von Musik in ihrer eigenen Zeitlichkeit entgegen. Die Ruine der ehemaligen Franziskaner-Klosterkirche in der Klosterstraße in Mitte bietet dafür ein ähnlich interessantes Setting wie es sonst nur das Kraftwerk mit Formaten wie „The Long Now“ verspricht. Mit Bendik Giske, Nile Koetting, Cucina Povera und Michelle Woods.

WANN: Am Samstag, den 27. Juli von 18 bis 23 Uhr findet der zweite Abend der Paradise Found-Serie statt. Tickets sind über Residentadvisor zu haben und kosten 7 Euro. Der nächste Creamcake-Abend ist am 17. August.
WORuine der Franziskaner Klosterkirche , Klosterstr. 73a, 10179 Berlin.

Young Boy Dancing Group, Creepy Teepee Festival 2018 @ YBDG.

Dieser Berliner Sommer bietet immer wieder Young Boy Dancing Group. Zuerst, Anfang Juni bei Disappearing Berlin auf einer Baustelle, nun bei Tropez in einem Baum und gegen Herbst in der Klosterkirche. Das Tanzkollektiv lernte sich ursprünglich in einem Martha Graham Sommer-Workshop kennen und arbeitet seit 2014 international mit wechselnder Besetzung. Mit ihren teils improvisierten, teils aus vergangenen Choreographien zusammengesetzten, modulartig aufgebauten Performances hinterfragen sie gesellschaftliche Konventionen und heteronormative Vorstellungen von Sexualität.  

WANN: Die Performance findet am Samstag, den 27. Juli um 15 Uhr statt.
WO: Tropez, Im Sommerbad Humboldthain, Wiesenstrasse 1 (Zugang nur über den Schwimmbadeingang), 13357 Berlin. Eintritt 5,50€ / 3,50€ (reduziert)

AFAC-Sommerfestival, 23.-26. Juli @ AFAC Summer Festival.

Am Freitagabend endet das diesjährige Sommerfestival des Arab Fund for Arts and Culture (AFAC). Den Abschluss bildet ein Besuch im erstaunlichen Land N3rdistan: Geleitet von mystischen Melodien, beunruhigenden Texten und fesselnden Reimen und angeführt vom charismatischen Walead Ben Selim, erarbeitet N3rdistan eine entschieden mutige und ungewöhnliche Fusion zwischen Rock, Trip-Hop, Electro, Oriental-Beat und World influences. Mühelos verbindet das Quartett (Mahmoud Darwish, Kahlil Gibran, Nizar Qabbani, Nazek El Malaeka) digitale Technik, traditionelle arabische Dichtkunst, Qanun-Melodien und afrikanische Musik und stellt Fragen nach dem Sinn des Lebens und dem Leben im digitalen Exil.

WANN:  Der Abend beginnt mit der Performance „LOVE & REVENGE“ um 19.30 Uhr, ab 21 Uhr findet as Konzert mit N3RDISTAN bis ca. 22 Uhr statt. Tickets gibt es täglich ab 19 Uhr an der Abendkasse, Reservierungen unter AFACSummerFestival2019@gmail.com.
WO: Kuppelhalle im silent green Kulturquartier, Gerichtstraße 35, 13347 Berlin.

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