Berliner Kunstgriff
23.06. – 29.06.20

23. Juni 2020 • Text von

In der Hauptstadt sind diese Woche neben der Eröffnung eines neues Projektraumes, vor allem zahlreiche spannende Positionen junger Künstler und Künstlerinnen zu entdecken. Monochrome Porträts von Cornelius Quabeck bei Grzegorzki Shows, im Anschluss lässt sich das Opening des neuen Projektraums „OPEN.Berlin“ von Amélie Esterházy besuchen, das Nagel Draxler Kabinett zeigt die Malerin Hell Gette und in der Zilberman Gallery geht es um die Rückbesinnung auf Natur und das 19. Jahrhundert. 

Mann, der verbissen auf Gitarre spielt.

Cornelius Quabeck, Guitarhero, Courtesy the artist.

Die Zeit zu Hause während des Lockdowns, die auferlegte Ruhe, das verstärkte Auseinandersetzen mit sich selbst haben viele nach dem Sinn der Tätigkeiten fragen lassen, mit denen wir uns tagein tagaus beschäftigen. So stellt sich auch der Künstler Cornelius Quabeck die Frage, was für ihn der Ausgangspunkt für die Malerei war. Die Reihe monochromer Porträts von Freunden und Bekannten, die im Laufe der letzten fünf Jahre entstanden ist, und die er ab diesen Donnerstag in der Ausstellung „Know thyself“ bei Grzegorzki Shows zeigen wird, sieht er als „Reset“ seiner Tätigkeit als Maler. Grund für die Malerei waren für ihn Menschen, das Erzählerische, Gespräche, die gemeinsame Nähe. Die Porträts, gedankliche Basis seines malerischen Werkes, zeigt er nun zum ersten Mal im Rahmen einer Einzelausstellung.

WANN: Die Ausstellung „Know thyself“ eröffnet am Donnerstag, den 25. Juni 2020, ab 18 Uhr.
WO: Gregorzki Shows, Prinzenallee 78–79, 13357 Berlin. Gleichzeitig ist die Ausstellung „Cornelius Quabeck – Dunno“ in „Die Botschaft“, Uferhallen, Uferstraße 8, 13357 Berlin zu sehen.

Weiße Plakatwand auf grauer Hauswand.

Projektraum Open-Berlin, Plakatwand, Courtesy Open-Berlin und Amélie Esterházy.

Künstlerische Freiheit – unter diesem Motto eröffnet die Künstlerin und Kuratorin Amélie Esterházy in Berlin-Wedding diesen Donnerstag ihren neuen Projektraum „OPEN.Berlin“. In wechselnden Ausstellungen werden nicht nur die Räume in der Prinzenallee bespielt, sondern auch die Plakatwand auf der gegenüberliegenden Straßenseite inkludiert. Neben Gregor Hildebrandt, der ab Donnerstag die Plakatfläche gestalten wird, werden Arbeiten renommierter Künstler und Künstlerinnen wie Hannah Hallermann, Manfred Peckl sowie Alicja Kwade zu sehen sein. Wer das Opening der Ausstellung bei Grzegorzki Shows besucht, kann sich im Anschluss in das direkt nebenan gelegene Opening von „OPEN“ stürzen.

WANN: „OPEN.Berlin“ eröffnet am Donnerstag, den 25.06. von 18 bis 21 Uhr.
WO: Projektraum OPEN.Berlin, Prinzenallee 35, 13359 Berlin.

Sonnenaufgang vor rotem Hintergrund mit bösartigen Emojis am Horizont

Hell Gette, (#Aftershowparty), 2k20, Courtesy Hell Gette and Galerie Nagel Draxler Köln/Berlin/München

Es sind farbenfrohe Fantasiewelten, in denen sich allerhand Skurriles, Absurditäten und zahlreiche Emojis, die wir täglich auf WhatsApp nutzen, mischen. Die Malerin Hell Gette schafft Bildwelten, in denen man sich regelrecht verlieren kann. Ab diesem Freitag stellt sie eine Reihe neuer Arbeiten, allesamt Landschaftsräume angelehnt an das, aus dem Barock stammende, „Capriccio“ – landschaftliche und architektonische Fantasien, in denen die Künstler spielerisch Grenzen austesteten – im Nagel Draxler Kabinett aus. Gettes Malerei, zeitgenössische „Capriccios“ eröffnen einen spannenden Dialog aus zeitgenössischer Populärkultur und traditioneller Ölmalerei – mehr als ein Besuch im Kabinett wert.

WANN: Die Ausstellung „#UnzUnzUnz“ eröffnet am Freitag, den 26. Juni, von 18 bis 21 Uhr.
WO: Nagel Draxler Kabinett, Rosa-Luxemburg-Straße 33, 10178 Berlin.

Zwei nebeneinander angeordnete blaue Leinwände

On the Left, Isaac Chong Wai, 114 lines in blue, 2020, acrylic on canvas; On the Right, Isaac Chong Wai, 112 lines in blue, 2020, acrylic on canvas, Courtesy of the artist and Zilberman Gallery, Istanbul/Berlin.

Haben die Pandemie und die eingreifenden Gegenmaßnahmen unseren Blick auf die Natur verändert? Bekam unsere Gesellschaft durch häufigeres Spaziergehen und die gesteigerte Aufmerksamkeit für die direkte Umgebung wieder ein engeres Verhältnis zur Natur? Für die Romantiker im 19. Jahrhundert bedeutete die Natur in einer Zeit von industriellem und technischen Fortschritt einen Ort der Sehnsucht, Ruhe und Andacht. Die Zilberman Gallery zeigt in ihrer Ausstellung, die am Samstag eröffnet, Arbeiten der Künstler Isaac Chong Wai, Elmas Deniz und Simon Wachsmuth, die allesamt Bezug nehmen auf die tiefgreifenden Veränderungen im 19. Jahrhundert sowie auf die Wiederkehr des immer Gleichen in unserer heutigen Zeit.

WANN: Die Ausstellung „Recurrence“, kuratiert von Lotte Laub eröffnet am Samstag, den 27. Juni, von 11 bis 18 Uhr.
WO: Zilberman Gallery, Goethestraße 82, 10623 Berlin.

Weitere Artikel aus Berlin