Berliner Kunstgriff
22.10. - 29.10.19

22. Oktober 2019 • Text von

Diese Woche rennen wir einmal durch die Zeitgeschichte. Mit Nicholas Warburg frönen wir den Anfängen der „BRDigung“, im Maxim Gorki Theater wird dann die Heimat ganz allgemein im hier und jetzt untersucht und mit Samantha Bohatsch fliegen wir ins mystische Griechenland zu Zeiten des Olymps.

Nicholas Warburg Die Arbeit. photo by Bela Feldberg

Die Anfänge des vereinigten Deutschlands, wie wir es heute kennen, werden in der Ausstellung „BRDigung“ bei Künstler Nicholas Warburg aufgearbeitet. Konzipiert aus detailgetreuem Nachbau oder Arrangement von Artefakten lösen die Arbeiten als assoziativer Ausdruck, Faszination und Befremden hervor. Als Linie zwischen dem Deutschland der Gegenwart und dem Vergangenen, findet sich hier der perfekte Ort, um endlich mit den verhassten Tellerborden der Oma ins Reine zu kommen oder politisch rechte Strömungen unserer heutigen Zeit zu verstehen.

WANN: Die Eröffnung ist Freitag, den 25. Oktober und die Ausstellung kann bis zum 12. November besichtigt werden.
WO: Galerie Anton Janizewski, Goethestraße 69, 10625 Berlin.

(c) Samantha Bohatsch

Inspiriert durch die schicksalhafte Beziehung der beiden griechischen Göttinnen Pallas und Athena, verwandelt Samantha Bohatsch den Projektraum Flamingo für seine zweite Ausstellung in einen Raum bühnenhafter (Re-)Inszenierung. Durch multimedia Installationen kreiert die Ausstellung “Pallas” damit einen offenen Kontext, in welchem diversen Identitäten ein Raum für Identifikation zugesprochen wird. Hier treffen eigene und gefundene, subjektive und kollektive sowie zeitgenössische und historische Narrationen zusammen, deren Erzählstränge Bohatsch zwischen Verschmelzung und Eigenständigkeit oszillieren lässt. Die spannende Verknüpfung vom heutigen Europa und dem damaligen sollte man auf keinen Fall verpassen.

WANN: Die Eröffnung ist Freitag, den 25. Oktober. Die Ausstellung läuft bis zum 17. November.
WO: Flamingo, Goebenstrasse 22, 10783 Berlin.

© Maxim Gorki Theater

Unter dem Titel „DE-HEIMATIZE IT!“ versammelt der 4. Berliner Herbstsalon eine Werkschau bildender Künstler*innen mit einem umfangreichen Theater- und Performanceprogramm, einer Konferenz und einer Young Curators Academy, um aus intersektional feministischer Perspektive über Konstruktionen von Identität, Nation und Zugehörigkeit zu diskutieren. Der aktuelle Diskurs zu rechten Strömungen legt den Grundstein für das Gorki, koloniale, faschistische und patriarchale Gewaltpotentiale offenzulegen und sie im Kontext von „Heimat“ zu bearbeiten. Ganz im Stile vom großen Gorki Roman „Die Mutter“ wird des „Vaterlands“ patriarchale Vorherrschaft nun endlich in Frage gestellt.

WANN: Die Veranstaltungen laufen von Samstag, den 26. Oktober bis zum 17. November.
WO: Maxim Gorki Theater, Am Festungsgraben 2, 10117 Berlin.

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