Berliner Kunstgriff
02.10. - 08.10.18

2. Oktober 2018 • Text von

Kunst kann besonders in grauen Tagen einen Lichtblick bieten. Diese Woche wird die Redewendung wörtlich genommen und nicht nur Museen und Kulturbauten, sondern regelrecht die ganze Stadt in neuem Licht erstrahlen. 

Im September bespielte Nik Nowak den IBB-Videoraum. Vorführung der Mangyongdae-Schule aka Children`s Palace in Pjöngjang © Nik Nowak.

Das Format „12 x 12“ hat sich der Auseinandersetzung mit einzelnen Positionen aus Film und Video verschrieben. Jeweils über den Zeitraum von einem Monat werden die Künstler*innen im IBB-Videoraum in der Berlinischen Galerie gezeigt. Im Oktober präsentiert Adnan Softić seinen 30-minütigen Film „Bigger Than Life“, in dem er sich dem Stadtentwicklungsprojekt „Skopje 2014“ widmet. 2018 hatte die Regierung in Mazedonien beschlossen, das Zentrum der Hauptstadt in antikem Kitsch neu entstehen zu lassen. Softić reagiert auf diesen Repräsentationsanspruch in Form einer dynamischen Vergangenheitsgestaltung mit einem Musikvideo. Zum Film ist die Publikation „A Better History. Eine bessere Geschichte“ erschienen, die im Museumsshop erhältlich ist. 

WANN: Das Video ist ab Mittwoch, den 3. Oktober, in der Berlinischen Galerie zu sehen. Am 10. Oktober findet um 18 Uhr eine Lesung mit dem Künstler statt.
WO: Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124–128, 10969 Berlin.

Hotel de Rome während des Festivals of Light, Foto: Sergey Galyonkin

Zwar werden die Tage langsam grauer, doch bietet das Festival of Lights ab kommendem Freitag wortwörtlich den willkommenen Lichtblick: Neun Tage lang lässt es bedeutende Bauwerke, Wahrzeichen und Plätze der Stadt anhand monumentaler Lichtbilder und Videoprojektionen in neuem Licht erstrahlen, die von internationalen Künstlern eigens entworfen und auf deren Fassade projiziert werden. Das Spektrum der zu inszenierenden Orte reicht von geschichtsträchtigen Bauten wie dem Bode Museum, dem Brandenburger Tor oder der St. Hedwigs Kathedrale über diverse Botschaften, dem Bundesfinanzministerium, wie auch dem Rathaus Lichtenberg oder der Marzahner Mühle. Die einzigartigen Lichtbilder sind nicht nur aus künstlerischer Sicht interessant, sondern werfen auch einen Blick auf für das städtische Leben in Berlin elementare Einrichtungen und Architekturen und präsentieren die Hauptstadt trotz der Divergenz zwischen ihrer einzelnen Bezirke als vereinigtes Gefüge. Der offizielle Start des Festivals wird mit einer Zeremonie am Neptunbrunnen auf dem Alexanderplatz befeiert, welche am Freitag, den 5. Oktober, um 19:20 Uhr beginnt. Auch werden Walking Tours angeboten, bei denen möglichst viele der insgesamt 60 Schauplätze besichtigt werden können. Das vollständige Programm ist auf der Website aufzurufen.

WANN: Das Festival läuft ab Freitag, den 5. Oktober, bis zum 14. Oktober.
WO: An diversen Schauplätzen innerhalb Berlins. Hier sind sie aufgelistet.

Pieter Henket, Die Zwillinge, 2017/18, courtesy the artist.

Mündliche Überlieferung von Geschichten und kulturellen Praktiken ist die Grundlage kultureller Gemeinschaft. Geschichten, Märchen und Mythen sind Ausdruck kollektiver Identitäten. Steve-Régis „Kovo“ N’Sondé hat die seit Generationen im kongolesischen Mbomo tradierten Geschichten gesammelt und in den „Congo Tales“ aufgeschrieben. Mit seinem Bruder Wilfried N’Sondé, Autor des Romans „Das Herz der Leopardenkinder, spricht er über Oral Culture im europäischen und afrikanischen Kontext. Das von Stefanie Plattner und Eva Vonk initiierte, über mehrere Jahre angelegte Projekt visualisiert Fabeln und Erzählungen aus der Region Mbomo im Odzala-Kokoua-Nationalpark in der Republik Kongo mit Photographien des New Yorker Photographen Pieter Henket. 

WANN: Das Gespräch (in englischer Sprache) findet am Montag, den 8. Oktober, um 19 Uhr statt. Mit der Eintrittskarte kann die Präsentation „Congo Tales“ eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn besucht werden.
WOMuseum Barberini, Alter Markt, Humboldtstr. 5–6, 14467 Potsdam.

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