Berliner Kunstgriff
18.09. – 24.09.18

18. September 2018 • Text von

Ästhetische Aquarelle mit politischem Inhalt, unwirkliche Räume und Naturphänomene und ein berauschendes Projekt zur Unterstützung weiblicher Positionen im Kunstmarkt. Ein Artist Talk im Rahmen der Videokunstreihe AUF ZEIT und die Eröffnungen bei Robert Grunenberg Berlin und des Künstlerinnenprojekts Goldrausch sind eine passende Einstimmung zur Berlin Art Week und machen Lust auf mehr.

Heike Baranowsky, Wosa (Coyote’s Burden Basket), 2018, Filmstill, Courtesy the artist.

Heiß, trocken und unwirklich. Im Death Valley herrschen extreme Naturgesetze. Trockenheit und Dürre machen ein Überleben für den Menschen fast unmöglich. Verdeutlicht wird das in der faszinierenden Zweikanal-Videoinstallation der deutschen Künstlerin Heike Baranowksy, die Freie Kunst an der Akademie in Nürnberg lehrt. 2017 reiste Baranowsky ins Death Valley und umkreiste mit zwei sich gegenüberstehenden Kameras den Ubehebe Krater. Entstanden sind gekonnt inszenierte Aufnahmen eines unwirklichen Raumes und großartigen Naturphänomens. Die Installation wird im Rahmen der Videokunstreihe „Auf Zeit“ gezeigt, zu der diesen Donnerstag ein Artist Talk mit der Künstlerin stattfindet.

WANN: Der Artist Talk findet am Donnerstag, den 20. September, um 18.30 Uhr statt. Der Film ist bis 18. Oktober zu sehen.
WO: Foyer der Anwaltskanzlei White & Case, John F. Kennedy-Haus, Rahel Hirsch-Straße 10, 10557 Berlin.

Barthélémy Toguo, Déluge VII, 2016, Credits by Barthélémy Toguo, Courtesy Galerie Lelong and Bandjoun Station.

Anmutend sinnliche und betörende Kunst. In unserem Nachbarland Frankreich ist er bereits ein Star der internationalen Kunstszene. Es wurde längst Zeit, dass Barthélémy Toguo nun erstmals eine Einzelausstellung in einer Galerie in Deutschland gewidmet wird. Bei Robert Grunenberg Berlin sind nun dessen Aquarelle und Malereien, sowie Installationen zu sehen. Toguo, 1967 in Kamerun geboren, setzt sich in seinem Oeuvre mit der Wechselbeziehung aus globalisierter Welt und Entwicklungsländern, soziokulturellen Fragen sowie der psychischen Verfassung der conditio humana auseinander. Pünktlich zur Berlin Art Week wird nun Toguos nicht nur ästhetisches Werk, sondern auch eines das politkritische Fragen stellt, in Berlin gezeigt.

WANN: Die Einzelausstellung „Secret Evicence“ von Barthélémy Toguo eröffnet am Freitag, den 21. September.
WO: Robert Grunenberg Berlin, Marburgerstraße 3, 10789 Berlin.

Alma Alloro, Electric Garden hand sewn cotton quilt (Detail), 2015-2016, Credits Alma Alloro.

Schon seit beinahe zwanzig Jahren sind sie bemüht, herausragenden künstlerischen Positionen von Frauen in dem immer noch von Männern dominierten Kunstmarkt eine Stimme zu verschaffen. Mit „Archipelago“ eröffnet das Goldrausch Künstlerinnenprojekt am 22. September eine neue Ausstellung mit fünfzehn aufstrebenden Künstlerinnen. „Archipelago“ greift das Motiv des Archipels, einer sich ständig transformierenden Inselgruppe auf und spiegelt sich wider in den aus verschiedenen Kontinenten stammenden, von einer Fachjury ausgewählten, Künstlerinnen mit diversen Hintergründen. Das Spektrum der gezeigten Arbeiten reicht von figurativer zu abstrakter Malerei, von Gipsskulptur zu subtilen Interventionen, von großflächiger Fotografie hin zu digitalisierten Textilarbeiten, von Sound- und Videoarbeiten bis zu musikalischen Performances.

WANN: Die Ausstellung „Archipelago“ eröffnet am Samstag, den 22. September, ab 18 Uhr. Am Alexanderplatz wird es einen Shuttle zur Fabrik an der Spree geben. Hier geht es zu weiteren Infos.
WO: Reinbeckhallen, Reinbeckstraße 17, 12459 Berlin.

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