Berliner Kunstgriff
17.12. – 31.12.19

17. Dezember 2019 • Text von

„Etwas aus der Zeit greifen“ – ganz aktiv und poetisch gemeint. Hicham Berrada eröffnet bei Wentrup, Malte Zenses stellt bei Achenbach Hagemeier aus, Robert M. Schernikaus „legende“ läuft an der Volksbühne, wo auch Peaches mit einem musikalischen Crescendo das Jahr beendet.

Hicham Berrada, „Présage“, 2007 ongoing, Photo: Wolfgang Günzel, ©VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Courtesy: the artist, WENTRUP, Berlin & kamel mennour Paris/New York.

Natürliche Prozesse verlangsamen und zu poetischer Schönheit verdichten – Hicham Berrada spielt mit naturwissenschaftlichen Begebenheiten. Ausgehend von physischen, chemischen und biologischen Abläufen, welche die Grundlagen unseres Lebens bilden, verschiebt er unsere Wahrnehmung und lässt Selbstverständliches in veränderter Form aufscheinen. Die Galerie Wentrup zeigt Arbeiten aus den Serien „Présage“ und „Mancies“ sowie eine 3D-Skulptur aus der Serie „Augures Mathématiques“.

WANN: Am Mittwoch, den 18. Dezember eröffnet die Ausstellung.
WO: WENTRUP, Knesebeckstraße 95, 10623 Berlin.

MALTE ZENSES, „PANKOW 2050 – THIS IS ALL WRONG“, 8.11.2019 – 4.1.2020, ACHENBACH HAGEMEIER.

Mit „This is all wrong. Pankow 2050“ beschreibt der in Berlin lebenden Maler Malte Zenses, was uns in Berlin in den kommenden 20 Jahren erwarten könnte. Wie wird unser Leben aussehen? In den minimalistisch gehaltenen Bildern finden sich figürlich Bezüge von der Antike bis ins Jetzt – das lässt Raum für Interpretation und Imagination einer Zukunft, deren Ende noch nicht geschrieben wurde. Es ist die erste Einzelausstellung des Künstlers bei Achenbach Hagemeier. 

WANN: Die Ausstellung ist noch bis zum 4. Januar 2020 zu sehen.
WO: Achenbach Hagemeier, Chausseestr. 1, 10115 Berlin.

Volksbühne, Berlin, „legende“ von Ronald M. Schernikau, Foto: Thomas Aurin.

Um Zukunft – Kraft, Optimismus und Handlungsfähigkeit – geht es auch in Ronald M. Schernikaus poetischen Roman „legende“. Nach Jahren des Vergriffenseins erscheint der Text nun im Berliner Verbrecherverlag neu;  die Volksbühne bringt den selbigen mit einer Inszenierung von Stefan Pucher auf die Bühne. Der 1999 posthum veröffentlichte Roman  „legende“ ist Schernikaus Lebenswerk.

WANN: Dieses Jahr ist das Stück noch am 20. Dezember zu sehen. Weiter Vorstellungen gibt es am 12. und 25. Januar 2020.
WO: Volksbühne, Linienstraße 227, 10178 Berlin.

Peaches, „There’s only one Peach with the Hole in the Middle“, Volksbühne, Foto: Magda Wosinska.

Die Musikerin und Künstlerin Peaches hat in den vergangenen 20 Jahren ein umfassendes Werk entworfen, in dessen Zentrum Musik, Performance und ein multimediales Zeichenspiel stehen. Mit THERE’S ONLY ONE PEACH WITH THE HOLE IN THE MIDDLE schafft sie ein futuristisches Bühnenhappening mit fast 40 Musiker*innen und Performer*innen. Inspiriert von den Varieté-Shows der 70er-LGBTIQ*-Ikonen wie Bette Midler und Liza Minelli und mit Kostümen des Avantgarde-Hair- und Fashion-Designers Charlie Le Mindu, katapultiert Peaches ihre Vision von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Queerfeminismus auf die große Bühne.

WANN: Das Stück ist von 28. bis 31. Dezember zu sehen.
WO: Volksbühne, Großes Haus, Linienstraße 227, 10178 Berlin.

 

 

 

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