Berliner Kunstgriff
15.05. – 21.05.18

15. Mai 2018 • Text von

Die Ruhe der Feiertage ist vorbei. Die KW Institute for Contemporary Art eröffnen mit Lynn Hershman Leeson mal woanders, eine Dialogführung im Hamburger Bahnhof handelt von Macht, Rassismus und Widerstand, und die aktuelle Performance von Mario García Torres ist bei neugerriemschneider zu sehen. 

Lynn Hershman Leeson, First Person Plural, The Electronic Diaries of Lynn Hershman (1984–96), Courtesy die Künstlerin.

Wie kann künstliche Intelligenz zu einer Form des Widerstands werden? Welche Begrenzungen und Möglichkeiten bringen die Auslassung von Identität und Geschlechtskonstruktionen mit sich? Lynn Hershman Leesons künstlerische Praxis eröffnet dieses Spannungsfeld aus wissenschaftlichen Fortschritt und Gefahren eines möglichen Kontrollverlust als Strategie des Widerstands. Mit „First Person Plural“ verlagern die KW erstmals eine Ausstellung in den öffentlichen Raum und bespielen eine leerstehende Lagerhalle in Kreuzberg.

WANN: Eröffnung ist am Freitag, den 18. Mai, um 19 Uhr. Mehr Infos auf der Website der KW.
WO: The Shelf, Prinzenstraße 34, 10969 Berlin-Kreuzberg.

 

© IDB | Institut für diskriminierungsfreie Bildung

Mit der Ausstellung „Hello World. Revision einer Sammlung“ untersucht der Hamburger Bahnhof – längst überfällig – seine vorwiegend westlich ausgerichtete Sammlung. Dabei stehen nicht nur (kunst-)historisch konstruierte Kanonfragen zur Disposition, sondern auch das Konstrukt der Museumsammlung als solches, ihre Geschichte wie auch Zukunft. Die Afrikawissenschaftlerin Josephine Apraku, Leiterin des Instituts für diskriminierungsfreie Bildung in Berlin, und die Kuratorin Lena Fließbach führen dialogisch durch die in dreizehn Narrative gegliederte Ausstellung.

WANN: Die Führung findet am Donnerstag, den 17. Mai von 18 Uhr bis 19:30 Uhr statt. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Führung ist kostenfrei zzgl. Eintritt.
WO: Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin. Treffpunkt ist im Glossarrraum.

Installationsansicht, Mario García Torres, Not to Belong to Themselves, neugerriemschneider, Berlin. April 28 – June 23, 2018 © Mario García Torres. Courtesy of the artist and neugerriemschneider, Berlin. Photo: Jens Ziehe

Wie der Titel impliziert, nimmt es Mario García Torres in seiner Performance „The Cordiality Paradox“ mit einem zweifachen Widerspruch auf. Genauer gesagt, einem der Mathematik und der Philosophie. Der Protagonist Achilles Blumenkranz und seine Schildkröte. Ersterer verkörpert durch den Schauspieler Helmut Berger, letztere nicht lebendig, sondern ein animatronisches Schalentier. Der Zufall und die Schönheit individueller Erfahrungen treffen auf nüchterne, mathematische Wahrscheinlichkeitslehre. Die narrative Performance ist Teil der zweiten Einzelausstellung des Künstlers in der Galerie.

WANN: Die Performance findet diese Woche an folgenden Tagen statt: Dienstag, 15. Mai und Donnerstag, 17. Mai, je um 16 Uhr, Freitag, 18. Mai um 14 Uhr und 16 Uhr, und Samstag, 19. Mai um 12 Uhr, 14 Uhr und 16 Uhr.
WO: neugerriemschneider, Linienstr. 155, 10115 Berlin.

Weitere Artikel aus Berlin