Berliner Kunstgriff
14.06. - 20.06.16

14. Juni 2016 • Text von

Die Art Basel lockt derzeit halb Berlin zum Kunst-Gucken und Kunst-Kaufen in die Schweiz. Alle Daheimgebliebenen müssen allerdings nicht neidisch sein, denn wir haben ein Alternativprogramm aufgestellt, mit dem sich das Hier-Bleiben fast schon mehr lohnt als das Wegfahren.

Am Freitag, den 17. Juni, geht’s los bei Magic Beans. „Power Flower“ lautet der Titel der Gruppenausstellung, die dort um 18 Uhr eröffnet und die Arbeiten der KünstlerInnen Abetz & Drescher, Claudia Chaseling, Winston Chmielinski, Neal Fox, Jenna Gribbon, Maxine Puorro und Xevi Sola präsentiert. Thematisch wird sich in psychedelische Gefilde begeben: Die unterschiedlichen Positionen lassen sich als Reflexionen auf unsere Vorstellung von Illusion und Repräsentation lesen. Elemente aus dem Fundus der Pop Kultur werden hierbei mit Natursymbolen zu knalligen Gemälden und subtilen Skulpturen verwerkelt, die mal mystische, mal ephemere Züge in sich tragen.

WANN: Die Eröffnung findet am Freitag, den 17. Juni, von 18 bis 21 Uhr statt. Anschließend ist die Ausstellung bis 15. Juli zu sehen. Infos gibt’s hier.
WO: Magic Beans, Auguststr. 86, 10117 Berlin.

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Abetz & Drescher, Courtesy: Artist, Magic Beans.

Wem das dann doch zu viel des Psychedelischen ist, um entspannt ins Wochenende zu starten, der kann alternativ den neuen, temporären Kunstraum des Ritter Butzke auskundschaften. Um 19 Uhr eröffnet dort die Schau „Zwischen Gestern und Morgen“, welche zugleich die Abschlussausstellung des Fotodesign Jahrgangs 2016 vom Lette-Verein Berlin ist. Zu sehen gibt es 23 Positionen talentierter Nachwüchsler aus solch unterschiedlichen Bereichen wie Mode-, Reportagen-, Architektur oder Porträt-Fotografie, wobei der Titel der Schau zugleich auch als thematischer Aufhänger dient. Da es sich bei der Ausstellung um ein selbstfinanziertes Projekt handelt, darf, wer einen Groschen übrig hat, diesen gerne in den Crowdfunding-Topf werfen. Jaja, die netten Menschen vom Butzke können eben mehr als nur klasse Partys schmeißen.

WANN: Die Vernissage findet am Freitag, den 17. Juni, um 19 Uhr statt. Hinterher ist die Ausstellung noch bis zum 24. Juni zu sehen. Nachlesen dürft ihr hier.
WO: Kunstraum des Ritter Butzke, Ritterstr. 26, 10969 Berlin.

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Nathalie Mba Bikoro und Anaïs Héraud-Louisadat: Squat Monument 2016, Foto: Squat Monument.

Es wäre ja gelacht, wenn nicht auch die Musikfans unter euch an diesem Freitag auf ihre Kosten kämen. Ab 20 Uhr lädt Spektrum zu einer elektroakustischen Session mit Nicola Ratti und Mads Emil Nielsen ein. Nicola Rattis experimentelle, minimalistische Kompositionen rufen dasselbe Gefühl hervor wie Nieselregen: Alle Härchen stehen, es kribbelt und krabbelt und elektrisiert ganz fantastisch. Mads Emil Nielsen dagegen lockt in elementare, düstere Klanghöhlen, in denen statt Stalagmiten komplexe Geräusche von der Decke wachsen und einen sanften, berauschenden Trip kreieren. Hin da, wir kriegen jetzt schon nicht genug!

WANN: Das Konzert findet ebenfalls am Freitag, den 17. Juni, statt. Einlass startet ab 20 Uhr, Musik ab 20.30 Uhr. Infos? Voilá.
WO: Spektrum Berlin, Bürknerstr. 12, 12047 Berlin.

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Nathalie Mba Bikoro und Anaïs Héraud-Louisadat: Performance-Intervention an der Berliner Siegessäule mit originalgetreuer Nachbildung der Kilimanjaro-Kulisse aus dem Film Carl Peters, 2015, Foto: Squat Monument.

 Am Samstag, den 18. Juni, schicken wir euch dann ins Tempelhof Museum. „Squat Monument“ lautet der Titel des künstlerischen Forschungsprojektes, in dessen Rahmen Nathalie Anguezomo Mba Bikoro und Anaïs Héraud die Spuren der deutschen kolonialen und postkolonialen Geschichte in Berlin Tempelhof untersuchen. Die beiden Künstlerinnen haben das langfristig angelegte Projekt im Rahmen ihres Atelierstipeniums bei District im August 2015 entwickelt und Anfang Juni schon die interaktive Stadttour „Squat Monument: Introduction to a decolonial Atlas – Part I“ initiiert. Am Samstag findet um 19 Uhr nun die Eröffnung der Ausstellung „Squat Monument: Exhibition & Performances on Decolonial Bodies“ samt Vortrag und Performance zum Thema „Dekolonialisierte Körper“ statt. Bei District ist außerdem die Schau „Squat Monument: Introduction on a decolonial atlas – Part II“ noch bis zum 18. Juni zu sehen.

WANN: Die Eröffnung findet am Samstag, den 18. Juni, um 19 Uhr statt. Alle Infos findet ihr hier.
WO: Tempelhof Museum, Alt-Mariendorf 43, 12107 Berlin.

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