Berliner Kunstgriff
14.01. – 20.01.20

14. Januar 2020 • Text von

Biomorphe Formationen im Haus am Lützowplatz, Fiktionen im Schau Fenster, verwunschene Welten bei Tanya Leighton und fünf Tage Performances und Musik in den Kunst-Werken Berlin e. V. – Berlin bietet diese Woche eine Vielfalt an qualitativer Kunst.

Benjamin Patterson, Piano d ́oiseux tropical, 1989, Courtesy Archivio Conz Berlin.

Eine große Leidenschaft für Kunst, allen voran eine Hingabe für Lautpoesie, Fluxus sowie Wiener Aktionismus wird dem Veroneser Sammler Francesco Conz nachgesagt. Conzes Sammlung, die insgesamt 3000 Werke umfasst, besitzt deshalb hohen Stellenwert, da sie neben Kunst, Editionen und Dokumenten auch eine einmalige Sammlung an Klavieren besitzt. Diese sollen die Ende der 1930er Jahre von John Cage initiierte Tradition des „Präparierten Klaviers“ weiterführen und werden nun teilweise im Rahmen der Ausstellung “Pause: Broken Sounds/Remote Music. Prepared Pianos from the Archivio Conz collection” im KW Institute for Contemporary Art zu sehen sein. Dieses bietet somit vier Tage lang eine Bühne für Performances und Soundinstallationen um die von Künstlern und Künstlerinnen wie Carolee Schneemann, Nam June Paik, und Ben Patterson gestalteten Klaviere.

WANN: Die Ausstellung eröffnet am Mittwoch, den 15. Januar 2020 und läuft fünf Tage bis zum Sonntag, den 19. Januar 2020.
WO: KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, 10117 Berlin.

Installationsansicht, Kunsthal 44 Moen, Dänemark, 2019 © Dorothee Diebold, VG Bild-Kunst Bonn.

Es sind vollkommen künstliche Gebilde – und dennoch wirken diese organischen Formationen, die sich an den Wänden und am Boden des Ausstellungshauses winden, wie lebendige Wesen. Letztere stammen aus der Serie „Biomorphe Malerei“ der jungen Künstlerin Dorothee Diebold. Mit „The Unknown“ präsentiert das Haus am Lützowplatz ab diesem Donnerstag, den 16. Januar, nun diese biomorphen – „von den Kräften des natürlichen Lebens geformten“ – Wesen.

WANN: Die Ausstellung „The Unknown“ eröffnet am Donnerstag, den 16. Januar 2020, um 19 Uhr.
WO: Haus am Lützowplatz – Fördererkreis Kulturzentrum Berlin e.V., Lützowplatz 9 /10785 Berlin.

Heiko-Thandeka Ncube (*1991 in Harare, Simbabwe) Stills aus: Islands, 3-Kanal-Video, 2020 (Courtesy the artist).

Identität, Digitalität, Solidarität – politisch und soziologisch zeitgenössische Sujets rücken Amélie Esterházy und Gawain von Mallinckrodt in ihrer ersten gemeinsam kuratierten Ausstellung im Schau Fenster ins Zentrum. Die eingeladenen Künstlern schaffen durch verschiedene Medien wie Malerei, Skulptur und Video dabei fiktionale Freiräume und Fantasieräume, die es den Besuchern und Besucherinnen erlauben sich in Fiktionen, oder aber alternativen Realitäten zu verlieren.

WANN: Die Ausstellung „future forms fiction“ eröffnet am Freitag, den 17. Januar 2020, ab 19 Uhr.
WO: Schau Fenster, Lobeck Straße 30-35, 10969 Berlin

Hiroka Yamashita, Installation view Tanya Leighton, Courtesy of Tanya Leighton.

Es geht ihr um das Sichtbarmachen der Interaktion zwischen Mensch und Natur; ihre sowohl abstrakten wie auch figurativen Gemälde zeigen die Traditionen und Methoden, mit denen die Gesellschaft ihre Umwelt gestaltet. Die Malereien der japanischen Künstlerin Hiroka Yamashita, die in der Galerie Tanya Leighton nun erstmals in Deutschland ausgestellt sind, zeigen verwunschene Szenerien, die sich auf wundersame Weise zwischen realen und fiktiven Welten bewegen.

WANN: Die Ausstellung „Hiroka Yamashita“ ist noch bis Samstag, den 18. Januar, zu besuchen.
WO: Tanya Leighton, Kurfürstenstraße 156, 10785 Berlin.

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