Berliner Kunstgriff
13.08. – 19.08.19

13. August 2019 • Text von

Mit „The Wonderful and The Ordinary“ feiert das HAU1 am Mittwoch eine Deutschlandpremiere, im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin eröffnet die Ausstellung zum Preis der Nationalgalerie und Kaspar König hat mit WHAT BEAUTY IS, I KNOW NOT eine Gruppenausstellung in den Räumen seines Sohnes kuratiert. Von wegen Sommerloch in der Hauptstadt!

Gunilla Heilborn und Theater im Bahnhof, The Wonderful and the Ordinary © Johannes Gellner.

Der Mensch vergisst. Und das ist auch gut so. Denn wäre das menschliche Gehirn fähig, sich detailgetreu an alltägliche Begebenheiten der letzten Jahre erinnern zu können, würde das Verwirrung stiften – ja die menschliche Psyche wohlmöglich an den Rand des Wahnsinns treiben. Was aber bleibt uns bestehen von den scheinbar unwichtigen Ereignissen unseres Daseins? Und ist es möglich, sich daran zurückzuerinnern? In ihrem Stück „The Wonderful and The Ordinary“, das im Rahmen des Festivals „Tanz im August“ am Mittwoch, den 14. August im HAU1 Hebbel-am-Ufer Deutschlandpremiere feiert, versuchen die schwedische Choreografin Gunilla Heilborn und das Grazer Theater im Bahnhof mit diversen Techniken das Erinnern des Nichtigen möglich zu machen.

WANN: Die Deutschlandpremiere von „The Wonderful and The Ordinary“ findet am Mittwoch, den 14. August, um 19 Uhr statt. Eine weitere Aufführung ist am Donnerstag, den 15. August, ebenfalls um 19 Uhr.
WO: HAU1 Hebbel-amUfer, Stresemannstraße 29, 10963 Berlin.

Die Shortlist für den Preis der Nationalgalerie 2019 steht fest: Pauline Curnier Jardin, Simon
Fujiwara, Katja Novitskova und Flaka Haliti (v.l.n.r.), © David von Becker.

Es ist wieder soweit. Diesen Herbst wird der Preis der Nationalgalerie nun zum 10. Mal vergeben und soll repräsentativ die Lebendigkeit und Internationalität der Kunstszene in Deutschland widerspiegeln. Die für den Preis nominierten Künstler und Künstlerinnen sollen dabei nicht älter als 40 Jahre sein und ihren Lebens- sowie Arbeitsmittelpunkt in Deutschland haben. Ausgewählt wurden in diesem Jahr die Französin Pauline Curnier Jardin, der Brite Simon Fujiwara, die aus dem Kosovo stammende Flaka Halitit, sowie die Estin Katja Novitskova. Den, von einer Fachjury gekürten Preisträger, erwartet im kommenden Jahr eine Einzelausstellung in einem der Häuser der Nationalgalerie sowie eine begleitende Publikation. Ab Donnerstag, den 15. August präsentiert der Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin eine kuratierte Auswahl an Werken der Nominierten.

WANN: Die Ausstellung „Preis der Nationalgalerie 2019“ eröffnet am Donnerstag, den 15. August, um 20 Uhr.
WO: Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart – Berlin, Invalidenstraße 50-51, 10557 Berlin.

Susi Pop, Das Floß der Medusa (nach Géricault), 2019, Courtesy of the artist and KÖNIG GALERIE.

„Was aber die Schönheit sei, das weiß ich nit.“ – diese Aussage des großen deutschen Künstlers der Renaissance, Albrecht Dürer habe den Kurator Kaspar König zu einer Ausstellung in der brutalistischen Architektur der St.-Agnes-Kirche, in denen sein Sohn Johann König seine Galerie führt, inspiriert. Die zweite thematische Säule der Ausstellung liegt in Théodore Géricaults Jahrhundertgemälde „Das Floß der Medusa“ von 1819, das in einer zeitgenössischen Version des Labels Susi Pop zu sehen sein wird. In der nicht kommerziellen Sommerausstellung „WHAT BEAUTY IS, I KNOW NOT“ vereint der Starkurator in dem zweistöckigen Gebäude Werke namhafter Künstler wie Alighiero e Boetti, Rosemarie Trockel, Flischli/Weiss sowie Alisa Yoffe. So wird die Ausstellung sicherlich nicht nur spannend in der Konzeption, sondern auch in der Auseinandersetzung des Kurators mit den Räumen seines Sohnes. Denn um die Schönheit dieses Ausstellungshauses wird er gewusst haben.

WANN: Die Ausstellung WHAT BEAUTY IS, I KNOW NOT eröffnet am Sonntag, den 18. August, um 12 Uhr.
WO: KÖNIG GALERIE, Alexandrinenstraße 118, 10969 Berlin.

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