Berliner Kunstgriff
07.05. – 13.05.19

7. Mai 2019 • Text von

Auch wenn es nach dem Trubel des Gallery Weekends um einiges ruhiger zugeht, bietet die deutsche Hauptstadt ein spannendes Kunstangebot: Im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart kann man in den Regenwald eintauchen, die Kienzle Art Foundation präsentiert das Werk zweier Youngstars und in der LOOCK Galerie geht es um Gesellschaft und Neuordnung.

Harpye im Regenwald der VR Experience „Inside Tumucumaque“,
Copyright: Interactive Media Foundation.

Zurück zur Natur. In die Natur. Oder besser direkt in die geheimnisvolle Welt der Tropen eintauchen – möglich wird das ab morgen durch die Virtual Reality Experience Inside Tumucumaque, einem Projekt, das ab heutigen Dienstag die letzten Tage der Ausstellung „How to talk with birds, trees, fish, shells, snakes, bulls and lions“ im Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart zu sehen sein wird. Den Regenwald aus Sicht seiner Bewohner erleben und durchleben: Ultraviolette Farbspektren, Bewegungen in Zeitlupe sowie räumliche 3D-Sounds lassen so die Wahrnehmung von Tieren als eine für unser menschliches Wahrnehmungssystem nachvollziehbares sinnliches Ereignis werden.

WANN: Die Virtual Reality Experience „Inside Tumucumaque“ ist ab Dienstag, den 7. Mai bis Sonntag, den 11. Mai zu erleben. Täglich von 10 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.
WO: Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart, Invalidenstraße 50/51, 10557 Berlin.

Malte Frey und Julian Reiser: Sisyphos glücklich, 120 Bilder an Stahlregalen, Foto: Sarah Kramer.

Sinnbildlich steht sie für die Aufgabe ohne absehbares Ende, immer wieder wird von vorne begonnen, nie ist sie abgeschlossen – die Sisyphosarbeit. Auf eine derartige Aufgabe, beziehungsweise solches Wechselspiel haben sich auch die beiden jungen Maler Malte Frey und Julian Reise, ehemalige Meisterschüler bei Prof. Klaus Merkel an der Kunstakademie Münster in ihrer Installation „Sysiphos glücklich“, eingelassen. 120 kleine Leinwände, angebracht an metallenen Ausstellungsregalen zeigen ein motivisches Durcheinander, wobei jedes Bild das Ergebnis einer Aufgabe darstellt, die die beiden Künstler sich gegenseitig gestellt haben: Male ein erotisches Tanzbild, deine Vorstellung von Gott, oder etwas, das es nicht gibt. Eine spannende Installation, die nicht nur das produktive Spiel der Kunst sichtbar macht, sondern auch ab kommenden Samstag in der Kienzle Art Foundation im Rahmen der Ausstellung „gaming: the system“ mit weiteren neuen Werken der jungen Künstler zu sehen sein wird. Let the games begin!

WANN: Die Ausstellung eröffnet am Samstag, den 10. Mai von 19 bis 21 Uhr.
WO: Kienzle Art Foundation, Bleibtreustraße 54, 10623 Berlin. 

Natalia Stachon, Visions and Revisions 05, 2018, Diptychon, Buntstift auf Papier, je 42 x 56 cm. Photo: Bernd Borchardt, Courtesy Loock Galerie, Berlin.

„Play it as it lays“ – bei Natalia Stachon ist der Ausgangspunkt ihrer neuen Ausstellung ein Text der amerikanischen Schriftstellerin Joan Didion, der „Spiel“ zumindest im Titel trägt. Ihre neuen Werke, die in der Ausstellung „A Plot of Undiscovered Ground“ seit dem Gallery Weekend letztes Wochenende in der LOOCK Galerie zu sehen sind, steht die Gesellschaft, in der alte Ordnungen zerbrechen und neue im Taumel geschrieben werden, im Zentrum. Die Zeichnungsserie „Visions and Revisions“ zeigt Räume, an denen Gesellschaft verhandelt wird – Akademien, Parlamente, Universitäten, Theater und Museen. Die Zeichnungen verdeutlichen die Aktivität und Intensität, die in diesen Räumen im Zustand des Phasenwechsels und auf der Suche nach Neuordnung entstehen. Wie wird eine Neuordnung aussehen? Dieser und mehr Fragestellungen wird die Künstlerin im Rahmen eines Gesprächs mit dem Städteplaner Ludwig Engel in der Galerie am kommenden Samstag nachgehen.

WANN: Das Gespräch findet am Samstag, den 11. Mai um 16 Uhr statt.
WO: Loock Galerie, Potsdamer Straße 63, 10785 Berlin.

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