Berliner Kunstgriff
02.06. – 08.06.20

2. Juni 2020 • Text von

Jiwon Kim im feldfünf, Fragen nach Normalität und Ausnahmezustand in der Galerie Anton Janizewski, einen Raum voller Zeichnungen in der Galerie Daniel Marzona, bei Noah Klink dreht es sich um Prince, und die Konrad Fischer Galerie zeigt Thomas Schütte. Berlin hat diese Woche viel zu bieten.

Schriftzug Jiwomn Kim, The Most Important

Jiwomn Kim, „Young Sam Kim“. Courtesy of the artist and feldfünf.

Der provozierende Titel ist Teil des Programms. In ihrer Ausstellung “One of the Most Significant Exhibitions” untersucht Jiwon Kim das Kräfteverhältnis der Künstler zum derzeitigen Kulturbetrieb. Mit hoher (Selbst-)Ironie verweist die Künstlerin auf eine Strategie der Superlative, starre Konventionen und eingefahrenen Mächteverhältnisse. Kritik mit Witz, oder unterhaltsames Reformationspotenzial?

WANN: Die Ausstellung “One of the Most Significant Exhibitions” eröffnet am Freitag, den 5. Juni 2020, von 15 bis 19 Uhr.
WO: feldfünf. Projekträume im Metropolenhaus, Fromet-und-Moses-Mendelssohn-Platz 7–8, 10969 Berlin.

Dieser Beitrag stammt von Christina-Marie Lümen.

Ein Kalender, auf dem der 05. Juni 2020 eingekreist ist, liegt mit einem gelben Bleistift auf einer zerkratzten Oberfläche.

Eine Performance von Olga Hohmann, Lukas Kesler und Lea Hopp, Courtesy Galerie Anton Janizewski.

Die Kontaktbeschränkungen werden Schritt für Schritt gelockert, und wir zurückgeführt in die Normalität. Doch fühlt es sich wieder normal an, wenn man sich plötzlich wieder enger mit fremden Menschen wiederfindet? Es ist diese momentane Situation zwischen Isolation und wieder eintretender Öffentlichkeit, die die textbasierte Performance von Olga Hohmann, Lukas Kesler und Lea Hopp in der Galerie Anton Janizewski thematisiert. Ähnlich wie diese Übergangssituation kreist die Vorstellung ohne Anfang und Ende um Fragen nach Normalität und Ausnahmezustand. Wir sind gespannt!

WANN: Die Performance von Olga Hohmann, Lukas Kesler und Lea Hopp findet diesen Freitag, den den 5. Juni 2020, von 19 bis 21 Uhr statt.
WO: Galerie Anton Janizewski, Goethestraße 69, 10625 Berlin.

Kunstwerk aus Holzstriemen von Joanna Przybyla

Joanna Przybyla, Effloresce, 2014, Courtesy Galerie Daniel Marzona.

Es geht um Ruhe, Kontemplation, Besinnung. Wir mögen davon zwar in letzter Zeit ausreichend erfahren haben, jedoch kaum in Form von Auseinandersetzung mit Kunstwerken in Galerieräumen. Genau dies möchte ab kommender Woche die Galerie Daniel Marzona mit der Ausstellung „A Space full of Drawings and a Drawing in Space“ bieten. Im Rahmen der Ausstellung werden Arbeiten von unter anderem Olf Holzapfel, Johanna Przybyla oder Günther Uecker präsentiert, die allesamt die Kraft von Ruhe und Entschleunigung zum Besten geben.

WANN: Die Ausstellung „A Space full of Drawings and a Drawing in Space“ eröffnet am Freitag, den 5. Juni von 16 bis 21 Uhr. Sowie am Samstag, den 6. Juni, von 12 bis 18 Uhr.
WO: Galerie Daniel Marzona, Marienstraße 10, 10117 Berlin.

LoveSign in Lila.

LoveSign, Courtesy Galerie Noah Klink.

Er war Soundpionier, ein musikalisches Multitalent. Wenige schafften es einen so grandiosen Mix aus Funk, Jazz, Blues und Rock zu kreieren. In der Galerie Noah Klink wird ab kommenden Samstag mit „Love Sign“ eine Ausstellung eröffnet, die wie eine Huldigung an das Musikgenie gesehen werden kann. Gezeigte Arbeiten von Colin de Land, Gina Fischli oder Alison Yip stehen auf diverse Weise in Bezug zu dem Schaffen von Prince und einer digitalen Datenbank namens „Love Sign“. Prince-Fans in und um Hamburg sammelten gemeinsam über Jahre hinweg auf einem USB-Stick mit eingraviertem „Love Sign“ jegliche Art von Fan-Material und Diskographie. Teile der Datenbank werden auch online auf noahklink.com verfügbar gemacht. In diesem Sinne – „I don’t care pretty baby, Just take me with you“.

WANN: Die Ausstellung „Love Sign“ eröffnet am Samstag, den 6. Juni, von 12 bis 18 Uhr.
WO: Galerie Noah Klink, Kulmer Str. 17, 10783 Berlin.

Installationsansichten, Thomas Schütte, Konrad Fischer Galerie Berlin, 2020, Fotograf: Nic Tenwiggenhorn, courtesy: Thomas Schütte & Konrad Fischer Galerie VG-Bildkunst.

Last, aber mit Sicherheit not least. Seit Anfang Mai zeigt die Konrad Fischer Galerie, Berlin mit „Thomas Schütte“ eine sehr sehenswerte Werkschau eines der bedeutendsten Vertreter der Gegenwartskunst. Seine durchaus amüsanten, bunten Gartenzwergen und Keramikköpfen werden hier hängenden Stahlengeln sowie einer Reihe seiner ausdruckstarken Aquarelle gegenübergestellt. Ein Must-See.

WANN: Die Ausstellung „Thomas Schütte“ ist seit Anfang Mai zu sehen. 
WO: Konrad Fischer Galerie, Neue Grünstraße 12, 10179 Berlin.

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