Alle Artikel von Gast

Das Leben in Dauerschleife

„Easy Street“ klingt nach einem Ort der Entspannung. Nach pastellfarbenen Reihenhäusern, nach synthetischem Sonnenschein und nach dem Versprechen, dass alles schon irgendwie läuft. Und es läuft tatsächlich in der Galerie Bortolozzi – auf verschiedenen Kanälen. Besucher:innen können sich dort durch die Ausstellung von Marc Kokopeli zappen.

Ganz schön zerstört

Schnee liegt auf riesigen Götterköpfen, im Hintergrund ihre verlassenen Throne. Langsam tastet sich die Kamera über das Areal. Arhun Aksakal verbindet Bilder bedrohter Kulturstätten und versehrter Landschaften zu einem visuellen Essay. Seine Erzählung von menschengemachtem Verfall lässt Raum für das Individuum als Akteur*in des Widerstands.

Zurück im Jugendzimmer

Mit der Ausstellung “Das ungenutzte Jugendzimmer” widmen sich vier Künstler*innen im Frise Künstler*innenhaus den Geschichten, die in den vier Wänden eines Teenie-Zimmers hängen. Zwischen Nostalgie und Konsumkritik verhandeln sie die Bedeutung persönlicher Objekte für die eigene Identität.

Mythos der körperlichen Norm

Mit “Contact M” zeigt das Mumok Wien in Kooperation mit dem Museum Abteiberg Mönchengladbach eine Überblicksausstellung der US-amerikanischen Konzeptkünstlerin Park McArthur. Mit den Mitteln der Minimal Art legt die Künstlerin Körper- und Zugänglichkeitspolitik analytisch wie eindringlich offen.

Das Bild als Behauptung

Kaffeemachen gehört für viele zur alltäglichen Routine. Verlangsamt man diesen Vorgang, beobachtet ihn wie durch ein Vergrößerungsglas, dann beginnt sich etwas zu verschieben. Der Füllstand steigt, kleinste Tropfen lösen sich ab, blinken kurz im Sonnenlicht. Und dann? Diesen Zwischenzuständen spürt Atiéna R. Kilfa in der Galerie Neu nach.

Den Blick umkehren

Wie bewegen sich Körper im analogen und im digitalen Raum? Sehgewohnheiten und Machtverhältnisse prägen die Wahrnehmung von Körper und Bewegung. Die Ausstellung “States of Rebirth – Körperbilder in Bewegung” im Phoxxi hinterfragt die Bildregime und eröffnet neue Perspektiven.

Geteilte Erfahrungen in Apartment 405

Das Corbusierhaus im Berliner Westend ist eine Architektur-Ikone. Im Apartment 405 gibt es nun einen neuen Ort für Kunst: Signature Move. Es ist ein von Künstler*innen betriebener Ausstellungsraum, der seine Premiere mit einer Ausstellung feiert, die sich nicht über ein Thema definieren lässt – sondern über Lebenserfahrung.

Ein Satz aus Licht und Körper

Die Kunsthalle Wien stellt mit der Ausstellung „Burn The Diaries, Read Them Out Loud“ das Schreiben als Kunst in den Mittelpunkt. Texte werden zu Orten, Stimmen zu Gesten. Lesbarkeit, Widerständigkeit und poetische Präsenz entfalten sich räumlich. Zwischen Körper und Sprache entsteht Resonanz.

Da ist der Fuchs

Diese Berlin Biennale möchte sich nicht festlegen. Nicht auf Kategorien, nicht auf Provokationen, nicht auf eindeutige Antworten. Stattdessen: ein Fuchs. Kein niedliches Maskottchen, sondern eine stille Denkfigur. Ein leises Tier, das lautlos durch Berlin zieht, ohne sich greifen zu lassen.

“Schönheit interessiert mich nicht”

Draußen regnet es Bindfäden, die Welt wirkt verlangsamt. Eigentlich wollte Natalie Brehmer sich auf dem Friedhof treffen. Als Ersatz hält ein Neuköllner Esstisch her. Die Künstlerin ist gerade aus Süddeutschland zurück, in wenigen Tagen fliegt sie in die USA. Sie wirkt nicht gehetzt. Eher wie jemand, der gelernt hat, Übergänge zu mögen.