Apertura Madrid Highlights Unsere Empfehlungen für das Madrid Gallery Weekend 2025
15. September 2025 • Text von Quirin Brunnmeier
Nicht nur in Berlin finden die Sommerferien ein Ende. Auch beim Apertura Madrid Gallery Weekend zeigen zum Start in die Herbstsaison über 50 Galerien internationale Positionen. Wir empfehlen euch eine Auswahl von Ausstellungen, die ihr bei einem Besuch in der spanischen Hauptstadt nicht verpassen solltet. Unbedingt also zu El Apartamento, Opera Gallery Madrid, Max Estrella, Veta, The Goma und Espacio Mínimo schauen.

El Apartamento: Los Bravú
In der Galería El Apartamento sind fein komponierte Bilder zu sehen, die sich zwischen Hoch- und Populärkultur, Folklore und antiker Symbolik sowie modernen Referenzen bewegen. Das Duo aus Dea Gómez und Diego Omil arbeitet seit 2012 unter dem Namen “Los Bravú” zusammen. Die beiden haben eine Malerei entwickelt, die Genregrenzen überschreitet und dabei kollektive Archetypen und Mythen mit zeitgenössischen Elementen verbindet. Die präsentierten Bilder wirken zugleich komplex und subtil.
WANN: Die Ausstellung “Donde el aire es fresco y las flores tiemblan” ist noch bis Samstag, den 1. November zu sehen.
WO: Galería El Apartamento, Calle Puebla 4, 28004, Madrid.

Opera Gallery Madrid: Pieter Obels und Julien Rubat
Die Behauptung, dass zwei künstlerische Positionen, die zusammen ausgestellt werden, in einen Dialog treten, ist schnell aufgestellt. In der Dependance der weltweit agierenden Opera Gallery in Madrid ist dies aber tatsächlich der Fall. Die abstrakten Bilder des Malers Julien Rubat und die großformatigen Skulpturen von Pieter Obels ergänzen und kontrastieren einander. In beiden Positionen entwickeln die Arbeiten eine eigene Dynamik, in der sich Formen bilden, wieder auflösen und scheinbar schwerelos werden.
WANN: Die Ausstellung “Obels – Rubat: A Dialogue” ist noch bis Samstag, den 18. Oktober zu sehen.
WO: Opera Gallery Madrid, Calle de Serrano, 56, 28004 Madrid.

Max Estrella: Daniel Canogar
Wie kann aus Datensätzen eine poetische und minimalisitsche Lichtskulptur entstehen? Für die Arbeiten, die Daniel Canogar unter dem Titel “Panoramic” bei Max Estrella zeigt, nutzt der Künstler frei im Internet verfügbare Daten von Satelliten, meteorologischen Diensten und Streaming-Plattformen wie Twitch und Pornhub. Eigens programmierte Algorithmen übersetzen diese Rohdaten in Impulse, durch die in den Skulpturen integrierte Screens aktiviert werden. Das Ergebnis sind visuelle Animationen und Lichtbilder, die pulsieren und einen eigenen Rhythmus entwickeln. Ein Rhythmus, der von der permanenten und überwältigenden Fülle an digitalen Echtzeitinformation im Lauf gehalten wird.
WANN: Die Ausstellung “Panoramic” ist noch bis Samstag, den 8. November zu sehen.
WO: Max Estrella, Santo Tomé, 6, Patio interior, 28004 Madrid.

Veta: Erik Parker und Eduardo Sarabia
Köpfe und Hieroglyphen, Zeitschriftenbilder, Cartoons und Comics: Die wirklich lebhaften Bilder von Erik Partner sind durch eine Verbindung von Einflüssen und Ideen aus der Pop-Art-Kultur, Hip-Hop oder anderen amerikanischen Subkulturen beeinflusst. Die Kompositionen sind komplex und verschachtelt, die Neonfarben intensiv. In den riesigen Ausstellungsräumen von Veta entwickeln diese Bilder eine enorme Strahlkraft. In einem angrenzenden Raum sind außerdem Bilder von Eduardo Sarabia zu sehen. Bei diesen übermalten Portraits werden malerische Techniken und persönliche Erinnerungen gleichermaßen verhandelt.
WANN: Die Ausstellung “Ice Breaker” ist noch bis Samstag, den 8. November zu sehen.
WO: VETA by Fer Francés, Antoñita Jiménez, 31, 43, 28019 Madrid.

Galería The Goma: Monique Gies
Monique Gies war 43, als sie beschloss, ihren Mann, ihre vier Kinder und ihr Leben als Schuldirektorin in Straßburg zu verlassen, um allein in einem kleinen Zimmer in Paris zu leben. Zwischen 1977 und 1978 begann sie eine Psychoanalyse, die zur Entstehung von etwa hundert kleinformatigen Werken führte. Dieses zutiefst persönliche Werk blieb zu ihren Lebzeiten unveröffentlicht und wurde erstmals 2024 gezeigt. Eine Auswahl dieser verletzlichen und intimen Bilder ist in der aktuellen Ausstellung in der Galería The Goma zu sehen.
WANN: Die Ausstellung “Monique Gies – Anagnorisis” ist noch bis Samstag, den 11. Oktober zu sehen.
WO: Galería The Goma, Doctor Fourquet, 4, local izq, 28012 Madrid.

Espacio Mínimo: Mauro Piva
In den Räumen des Espacio Mínimo sind kleine Blumen direkt an den Wänden angebracht. Sie erwecken den Raum zum Leben, scheinen sich organisch auszubreiten, als würden sie im Putz sprießen. Die Objekte, die aus kaltem Porzellan und Holz bestehen und mit Acrylfarben bemalt wurden, sind Teil von Mauro Pivas zweiter Einzelausstellung in der Galerie. Neben diesen Skulpturen präsentiert er ebenfalls eine Reihe von Aquarellen auf Papier, die Blätter, Zweige und Pflanzenfragmente zeigen. Die Ausstellung gibt einen Einblick in einen künstlerischen Prozess, in dem emotionale Erinnerung, Spiritualität und die Reflektion der Natur eng miteinander verwoben sind.
WANN: Die Ausstellung “Mauro Piva” ist noch bis Samstag, den 8. November zu sehen.
WO: Espacio Mínimo, Doctor Fourquet, 17, 28012 Madrid.
Danke an Consejería Española de Turismo en Múnich für die Übernahme der Reisekosten.